30.05.2008 · Neuer Preisschock in Europa: Die Verbraucherpreise im Euro-Raum sind im Mai unerwartet deutlich gestiegen; sie gingen um 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat nach oben. Der Grund ist vor allem der hohe Ölpreis.
Rasant steigende Ölpreise haben die Teuerung in den 15 Euro-Ländern im Mai erneut auf Rekordhöhe schnellen lassen. Die Verbraucherpreise stiegen unerwartet deutlich um 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt (Eurostat) am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte.
Damit wurde der erst im März erreichte Höchststand in der zehn Jahre langen Geschichte des Währungsgebietes abermals erklommen. Im April hatte die Jahresteuerung noch 3,3 Prozent betragen. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und Bundesbankchef Axel Weber äußerten sich besorgt. Ökonomen halten im Sommer sogar Inflationsraten von vier Prozent für möglich. Eine Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB) würde dann noch unwahrscheinlicher.
Trichet warnt vor Lohn-Preis-Spirale
„Wir müssen aufpassen, dass die aktuellen Preisschocks bei Öl und Lebensmitteln nicht zur Verteuerung anderer Waren und überhöhten Lohnabschlüssen führen und dadurch eine generelle Teuerungs- und Lohnerhöhungswelle in Gang gesetzt wird“, warnte Trichet in der „Bild“-Zeitung (Freitagausgabe). Mittelfristig müsse die Inflationsrate wieder auf knapp unter zwei Prozent gedrückt werden. Bis zu dieser Marke sieht die EZB stabile Preise gewährleistet.
EZB-Ratsmitglied Weber sagte in Frankfurt, notfalls müsse der Preisauftrieb mit höheren Zinsen bekämpft werden. Die EZB werde nicht zögern und rasch handeln, wenn dies nötig werde. Mit einem höheren Leitzins wird es für Banken und Sparkassen teurer, sich bei der Notenbank mit frischem Geld einzudecken. Dadurch steigen auch die Kreditkosten für Unternehmen und Verbraucher, was wiederum die Nachfrage und damit den Preisauftrieb dämpft. Seit rund einem Jahr liegt der EZB-Leitzins unverändert bei vier Prozent. Die amerikanische Notenbank hatte ihren Leitzins dagegen seit Ausbruch der Finanzkrise im Sommer 2007 auf zwei Prozent gesenkt, um die Wirtschaft anzukurbeln.
Öl zeitweise so teuer wie nie zuvor
Als größter Preistreiber gelten die hohen Ölpreise. Ein Fass Rohöl kostete im Mai mit 135 Dollar zeitweise so viel wie nie zuvor. Aber auch zahlreiche Lebensmittel wurden teurer, weil einerseits die weltweite Nachfrage steigt und andererseits Produkte wie Mais zunehmend für die Herstellung von Biosprit genutzt werden. Kurzfristig dürften die Lebensmittelpreise weiter steigen, hieß es in einem EZB-Vermerk, der Reuters vorlag. Auch auf längere Sicht zeichne sich keine Entspannung ab.
Der Preisdruck insgesamt wird Experten zufolge noch zunehmen. „Das Thema Inflation wird in den kommenden Monaten an Brisanz gewinnen“, sagte Commerzbank-Analyst Christoph Weil voraus. Der ungebremste Aufwärtstrend bei Rohöl und landwirtschaftlichen Erzeugnissen werde die Teuerungsrate im Sommer voraussichtlich auf vier Prozent steigen lassen.
In einigen Euro-Ländern wurde diese Marke bereits im Mai deutlich übertroffen. Belgien meldete mit 5,21 Prozent die höchste Inflationsrate seit 23 Jahren, Spanien mit 4,15 Prozent den höchsten Wert seit Beginn der Berechnung 1997. In Deutschland hatte sich die Lebenshaltung um 3,0 Prozent verteuert. Details zur Preisentwicklung nennt Eurostat erst bei Vorlage der endgültigen Zahlen am 16. Juni.
Verbraucherpreise/Inflation
Werner Eickhoff (WernerEickhoff)
- 30.05.2008, 18:10 Uhr
hobezahltes Geschwafel eines Halbblinden im Dunkeln
Wolfgang Schmidt (fazits)
- 31.05.2008, 01:38 Uhr
Worauf wartet die EZB denn noch, .......
wolf haupricht (emilgilels)
- 31.05.2008, 12:13 Uhr
Nach den eigenen Grundsätzen
Karl-Heinz Andresen (khaproperty)
- 31.05.2008, 19:53 Uhr
Keine Sorge, die EZB wacht über alles, oder?
Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)
- 31.05.2008, 20:05 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
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