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Unternehmen in der Krise Die Metallbranche kommt nicht aus dem Tief

11.12.2009 ·  „Für 2009 zeichnet sich erstmals in der deutschen Nachkriegsgeschichte ein Abrutschen der gesamten Metall- und Elektroindustrie in die Verlustzone ab“, heißt es im aktuellen Gewinnreport des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, der der F.A.Z. vorliegt.

Von Kerstin Schwenn
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Die Metall- und Elektroindustrie wartet bisher vergeblich auf Anzeichen einer konjunkturellen Erholung. Im dritten Quartal ist die Branche sogar noch tiefer ins Minus geraten. Immer mehr Unternehmen werden von der Krise erfasst. „Für 2009 zeichnet sich erstmals in der deutschen Nachkriegsgeschichte ein Abrutschen der gesamten Metall- und Elektroindustrie in die Verlustzone ab“, heißt es im aktuellen Gewinnreport des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, der dieser Zeitung vorliegt. Nach der Befragung des Ifo-Instituts erwarten die Unternehmen dieses Jahr im Durchschnitt nach Steuern 0,20 Euro Verlust je 100 Euro Umsatz. Ursache sind die deutlich geringere Produktion, sinkende Erzeugerpreise und die hohen Kosten der Beschäftigungssicherung.

Gesamtmetall-Chefvolkswirt Michael Stahl sagte dieser Zeitung am Donnerstag, die Hoffnung auf eine klare Aufwärtstendenz habe sich als verfrüht erwiesen. Im dritten Quartal hätten die 31 im H-Dax notierten Unternehmen aus der Metallindustrie im Durchschnitt einen Verlust von 1,8 Prozent des Umsatzes verzeichnet, nach einem Minus von 0,8 und 0,2 Prozent in den ersten beiden Quartalen. Die Beschäftigungssicherung und die damit einhergehenden höheren Lohnstückkosten belasteten die Betriebe sehr. „Im dritten Quartal 2009 waren immer noch 700 000 Beschäftigte der Branche in Kurzarbeit. Hier verbrennen die Unternehmen viel Geld.“ Vorhersagen für das vierte Quartal und das Jahr 2010 seien schwierig. Er erwarte ein Auf und Ab im Geschäftsverlauf – zumal die Unternehmen derzeit ihre Reserven verbrauchten.

Der Anteil der Unternehmen, die Verluste machen, hat sich in diesem Jahr dramatisch erhöht. Nach der Ifo-Umfrage macht in diesem Jahr knapp die Hälfte Verluste (45 Prozent) nach rund einem Viertel 2008 und 8 Prozent 2007. Die aktuelle Misere zeigt sich auch an der Renditestreuung: 45 Prozent der Unternehmen verbuchen zur Zeit Verluste, 13 Prozent erwarten eine Rendite von nur knapp über null, nur 11 Prozent kommen auf mehr als 3,5 Prozent. Die Ertragslage der Unternehmen hatte sich schon 2008 deutlich verschlechtert. Nach den Ifo-Hochrechnungen erzielten sie im Durchschnitt nach Steuern im vorigen Jahr nur noch eine Umsatzrendite von 2,6 Prozent. 2007 waren es 4,2 Prozent des Umsatzes, das beste Ergebnis seit 35 Jahren.

Die Produktion der Metall- und Elektrobetriebe schrumpfte im Oktober – zum ersten Mal nach drei Monaten wieder – um rund 1,5 Prozent. „Nach dem Rückgang bei den Auftragseingängen, die für die mittelfristigen Aussichten entscheidend sind, zeigen jetzt auch die Daten für die Produktion, dass die konjunkturelle Erholung noch keinesfalls in sicheren Bahnen verläuft“, sagte Stahl. Im Oktober ging auch der Auftragseingang im Vergleich zum September um 2,6 Prozent zurück. Die Unternehmen müssten in der Produktion fast 30 Prozent, im Auftragseingang rund 35 Prozent aufholen, um wieder das Niveau vor dem Absturz zu erreichen, sagte Stahl.

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