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Umsatzschwäche Weihnachten nützt dem Einzelhandel wenig

09.01.2008 ·  Die Kauflust der Deutschen war im vergangenen Jahr kräftig rückläufig. Voraussichtlich verbucht der Einzelhandel ein Minus von real mehr als 1,5 Prozent. Schuld ist auch die gestiegene Mehrwertsteuer. Für 2008 zeigt sich die Branche zuversichtlich.

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Selbst das Weihnachtsgeschäft hat den Umsatz des Einzelhandels im vergangenen Jahr nicht retten können. Nach unerwartet schlechten Zahlen für November sagte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden für das ganze Jahr 2007 einen Umsatzrückgang von nominal 0,7 bis 1,0 Prozent voraus. Nach Abzug der Teuerungsrate ist demnach real ist ein Umsatzminus zwischen 1,5 und 1,8 Prozent zu erwarten.

Von Januar bis November 2007 lag der Umsatz des Einzelhandels nach vorläufigen Ergebnissen des Bundesamtes nominal 0,8 und real 1,7 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Im November 2007 - dem Beginn des Weihnachtsgeschäfts - setzte der Einzelhandel vorläufigen Berechnungen zufolge nominal 1,0 Prozent und real 3,2 Prozent weniger um als im Vorjahresmonat. Im Vergleich zum Oktober 2007 sank der Umsatz bereinigt nominal um 0,6 Prozent und real um 1,3 Prozent.

„Das Wetter war viel zu mild“

Allerdings werde der Vorjahresvergleich von vorgezogenen Käufen im Jahr 2006 wegen der Mehrwertsteuererhöhung ab Januar 2007 beeinflusst, erklärte das Statistische Bundesamt. Im langjährigen Vergleich dürfte der nominale Umsatz 2007 etwa das Niveau des Jahres 2005 erreicht haben, real dürften die Umsätze niedriger liegen.

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels HDE rechnet für das gesamte Jahr 2007 mit einem Umsatzminus von 0,5 Prozent nominal und 1,5 Prozent real, wie Sprecher Hubertus Pellengahr sagte. Nach dem „verpassten Start ins Weihnachtsgeschäft“ im November sei es „sehr schwer bis unmöglich“, die Einbußen im Dezember noch aufzuholen. „Das Wetter war viel zu mild und die Menschen machen sich Sorgen um die Preisentwicklung. Das hat die Konsumstimmung arg gedrückt“, erklärte Pellengahr.

Schlechtestes Jahr seit 2002 - Zuversicht für 2008

Schuld am voraussichtlich schlechtesten Jahr für den Handel seit 2002 waren unter anderem die Mehrwertsteuererhöhung und die hohe Teuerung. Diese Faktoren bremsten die Kauflust der Verbraucher in Deutschland erheblich. „Der Einzelhandel hat 2007 nichts vom Aufschwung abbekommen“, klagte Pellengahr. Die „Schleifspuren“ der Steuererhöhung seien wesentlich länger als erwartet. Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) hatte deshalb seine Prognose mehrfach gesenkt und zuletzt nur noch Umsätze auf Vorjahresniveau erwartet.

Für das Jahr 2008 äußerte sich der HDE allerdings recht zuversichtlich. Pellengahr sagte ein Umsatzwachstum von nominal 2 Prozent und real 0,75 Prozent voraus. Die Rahmenbedingungen für 2008 seien gut, sagte Pellengahr: Die Beschäftigung steige, die Einkommen stiegen, und es seien keine staatlichen Eingriffe zu erwarten. Bei den Energie- und Lebensmittelpreise komme es zu einer Entspannung: . „Der Preisanstieg wird sich normalisieren“, sagte der Verbandssprecher. Das werde den privaten Konsum beleben.

Warenhäuser leiden besonders stark

2006 hatte der Einzelhandel 392 Milliarden Euro umgesetzt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes entsprach dies einem Umsatzplus von knapp einem Prozent. Im langjährigen Vergleich habe der nominale Umsatz im vergangenen Jahr in etwa das Niveau von 2005 erreicht. Den letzten starken Rückgang verzeichnete die Branche 2002 mit minus 1,6 Prozent. Nach Einschätzung von Bankvolkswirten hat der Konsum im vierten Quartal 2007 keinen positiven Beitrag mehr zum Wirtschaftswachstum geleistet. „Nach den heutigen Daten ist ein Rückgang des Konsums im Schlussquartal zu erwarten“, stellt die Commerzbank fest.

Besonders groß waren im abgelaufenen Jahr die Einbußen bei Waren- und Kaufhäusern sowie bei Lebensmittel-Fachgeschäften. Von Januar bis November verzeichneten Warenhäuser nach Angaben der Statistiker ein Minus von 4,1 Prozent (real minus 5,0 Prozent). Im Facheinzelhandel mit Getränken, Fisch oder Fleisch gingen die Umsätze um 2,1 Prozent (real minus 4,4 Prozent) zurück. Dagegen konnte sich Supermärkte dem Abwärtstrend entziehen. Ein Grund seien die längeren Öffnungszeiten, hieß es beim HDE. Positiv schnitt der Einzelhandel mit Kleidung mit Schuhen sowie der Handel mit Kosmetik und Arzneimitteln ab, wo es auch preisbereinigt Umsatzzuwächse gab. Der Versandhandel holte auf, lag aber immer noch gut zwei Prozent unter dem Vorjahr.

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Von Heike Göbel

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