14.10.2009 · Die Konjunktur in Deutschland zieht einer Umfrage des Deutsche Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zufolge schneller an als gedacht. Für das kommende Jahr hält der DIHK nun ein Wirtschaftswachstum um zwei Prozent für möglich.
Die Konjunktur in Deutschland zieht einer Umfrage des Deutsche Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zufolge schneller an als gedacht. Die mehr als 25.000 befragten Unternehmen beurteilen erstmals seit mehr als zwei Jahren ihre Geschäftslage wieder besser und blicken auch wieder deutlich optimistischer in die Zukunft. Für das kommende Jahr hält der DIHK nun ein Wirtschaftswachstum um zwei Prozent für möglich, nach einem Einbruch um 4,8 Prozent 2009.
Dabei profitierten die Firmen von einer Belebung des Exportgeschäfts, zugleich wollten sie ihre Investitionen nicht so stark einschränken wie noch vor einem halben Jahr, hieß es. Für den Arbeitsmarkt seien das gute Nachrichten: Zwar wollten die Firmen weiterhin Stellen abbauen, aber nicht mehr so viele wie noch vor einem halben Jahr.
Der DIHK rechnet im kommenden Jahr im Schnitt mit 3,9 Millionen Arbeitslosen, nach 3,45 Millionen in diesem Jahr. „Insbesondere das Instrument der Kurzarbeit hilft stark betroffenen Branchen wie der Metallerzeugung oder dem Maschinenbau, die für die kommende Erholung notwendigen Fachkräfte zu halten“, schrieben die Experten. „Dennoch wird irgendwann das Ende der Fahnenstange erreicht sein.“
Deutlich optimistischer als die Bundesregierung
Dennoch bleibe das Risiko für die Wirtschaft hoch. Mögliche Probleme kämen etwa aus den verschärften Finanzierungsbedingungen: So berichteten die Unternehmen erneut über einen schwierigeren Zugang zu Krediten. Zudem drohten den Banken weitere Abschreibungen auf Schrottpapiere, die steigenden Insolvenzen belasteten zudem das Kreditportfolio.
Überdies profitiere die Wirtschaft derzeit vor allem von den weltweiten Konjunkturpaketen, die aber die Staatshaushalte belasteten. Das werde zum Problem, wenn die Regierungen wieder sparen müssten: „Selbst das sinnvolle Rückführen der Staatsausgaben verursacht in letzter Konsequenz auch einen Anpassungsdruck in der Wirtschaft.“ Der DIHK ist mit seiner Vorhersage für das kommende Jahr deutlich optimistischer als die Bundesregierung, die Kreisen zufolge ein Wachstum von rund 0,75 Prozent vorhersagt. Viele Experten und Bundesbank-Chef Axel Weber rechnen schon für das Sommerquartal 2009 mit einem kräftigen Wachstum.
Schon wieder?
Harry LeRoy (Cimon)
- 15.10.2009, 19:05 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.382,53 | −0,83% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2446 | −0,34% |
| Rohöl Brent Crude | 105,43 $ | −1,33% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
Anonym bewerben? Ist das gut?