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Risikoabsicherung

Trotz schwächerer Konjunktur Mehr Bestellungen in der Elektroindustrie

Viele neue Aufträge von außerhalb Europas stützen die deutsche Elektroindustrie. Überraschend gestiegen sind zudem die Konjunkturerwartungen professioneller Börsenbeobachter.

© dapd Vergrößern Neues aus der Elektroindustrie gab es während der Internationalen Funkausstellung in Berlin zu besichtigen.

In der deutschen Elektroindustrie haben sich die Geschäfte wieder etwas aufgehellt. Die Branche konnte im Oktober drei Prozent mehr Neuaufträge an Land ziehen als vor Jahresfrist, nachdem die Auftragseingänge in den drei Monaten zuvor noch rückläufig waren. „Getrieben wurde das Wachstum aus dem Nicht-Euro-Ausland“, erklärte der Chefvolkswirt des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), Andreas Gontermann. Die Branche mit ihren rund 840.000 Beschäftigten zählt neben der Autoindustrie, dem Maschinenbau und der Chemiebranche zu den Stützen der deutschen Wirtschaft.

Aus dem Ausland bestellten die Elektronikkunden im Oktober neun Prozent mehr. Keine Belebung der Geschäfte gab es allerdings in den von der Schuldenkrise geplagten Euroländern. Kunden aus der Eurozone orderten 5,5 Prozent weniger, auch in Deutschland sanken die Bestellungen um drei Prozent.

Schwache Produktion im Oktober

Die Elektrobranche setzte insgesamt 14,7 Milliarden Euro um - ein Plus von zwei Prozent zum Vorjahr. Während das Geschäft im Inland um drei Prozent auf 7,8 Milliarden Euro schrumpfte, erhöhte die Branche im Ausland ihren Umsatz um acht Prozent auf 6,9 Milliarden Euro.

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Die Produktion hingegen blieb auch im Oktober schwach. Sie ging bereinigt um Preiseffekte um ein Prozent zurück. Die nur langsam wachsende Weltwirtschaft und die Euro-Krise vor der Haustür hatten die Erwartungen der Branche im Jahresverlauf gedämpft. War der Verband noch zu Jahresbeginn von einem Gesamtumsatz 2012 von an die 190 Milliarden Euro ausgegangen, wurden zuletzt nur noch rund 180 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

ZEW-Index steigt und liegt wieder im Plus

Unterdessen haben sich die Wirtschaftsaussichten nach Ansicht professioneller Finanzmarktbeobachter deutlich verbessert. Der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim ermittelte Index der Konjunkturerwartungen kletterte von minus 15,7 im November auf 6,9 im Dezember. Das war der höchste Stand seit sieben Monaten. Volkswirte hatten einen Wert von minus 11,5 erwartet. Der Index soll die Konjunkturentwicklung in den nächsten sechs Monaten anzeigen.

Deutschland sehe sich einem sehr günstigen Umfeld gegenüber, vor allem aufgrund der expansiven Geldpolitik, sagte Ralph Solveen, Volkswirt der Commerzbank in Frankfurt. „Sollte sich die Schuldenkrise in den nächsten Monaten weiter entspannen, wie wir erwarten, dann impliziert dies eine deutliche Erholung der Wirtschaft im Laufe des Jahres 2013.” Im dritten Quartal wuchs die deutsche Wirtschaft nur noch mit 0,2 Prozent, nach plus 0,3 Prozent im zweiten Quartal. Die Eurozone fiel zum zweiten Mal in vier Jahren in eine Rezession.

Quelle: Reuters

 
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