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Trotz Finanzkrise Job-Boom in der Metallindustrie

25.03.2008 ·  Die Metallindustrie erlebt einen Job-Boom wie selten: Laut einem Bericht stieg die Zahl der Arbeitsplätze so stark wie zuletzt in den 60er Jahren. Trotzdem warnt der Gesamtmetallchef vor der Kreditkrise und spricht sich für staatliche Hilfen aus.

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Trotz des starken Euro-Kurses beschert die gute Auftragslage einem Zeitungsbericht zufolge der deutschen Metall- und Elektroindustrie einen Arbeitsplatz-Boom. Dennoch fürchten die Metall-Arbeitgeber vor dem Hintergrund der Finanzkrise in Zukunft eine zurückhaltendere Kreditvergabe der Banken und einen Dämpfer für das deutsche Wirtschaftswachstum.

Auch der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz sieht Konjunkturrisiken durch eine zurückhaltende Kreditvergabe. Durch die relativ gute Lage in den Unternehmen könne dies aber möglicherweise aufgefangen werden.

Job-Boom in der Metallindustrie

Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, stieg die Zahl der Stammarbeitsplätze im Januar so stark wie zuletzt in den 60er Jahren. Der Präsident von Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, sagte der Zeitung: „Allein im Januar wurden 27.000 neue Stammarbeitsplätze geschaffen, so viele wie seit 40 Jahren nicht.“ Auf Jahressicht seien es sogar 147.000 neue Stammarbeitsplätze gewesen.

Arbeitsplatzverluste durch den starken Euro seien zunächst nicht zu erwarten. „Der starke Euro trifft die Firmen der Metall- und Elektroindustrie unterschiedlich. Generell gibt es bei uns derzeit keinen Jobabbau“, sagte der Gesamtmetall-Präsident der Zeitung.

„Die Krise kann für alle gefährlich werden“

Wegen der Finanzkrise sprach Kannegiesser dennoch von einer äußerst ungemütlichen Lage. „Die Banken tun sich schwerer, den Firmen Kredite für Investitionen zu geben. Das kann in jedem Fall Wachstum kosten“, sagte er laut dem Zeitungsbericht. „Die Krise kann für alle gefährlich werden, weil Geld zunächst knapp wird und Vertrauen fehlt.“

Kannegiesser sprach sich für staatliche Eingriffe aus, sollte sich die Situation weiter verschärfen. Er plädiere für eine konzertierte Aktion der Regierungen, damit die Finanzkrise nicht noch stärker auf andere Branchen übergreife. Dies tue er aber „mit der Faust in der Tasche“, sagte er mit Blick auf die Bankmanager. „Die Leute, die sich jetzt verzockt haben, haben uns noch vor kurzem mit ihrem Risikomanagement geschulmeistert.“

Wirtschaftsweiser Franz sieht ebenfalls Wachstumsrisiken

Auch der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz sieht durch eine zurückhaltendere Kreditvergabe an Unternehmen in Folge der Finanzkrise eine Gefahr für das Wachstum in Deutschland. Er wolle diese aber nicht überbewerten, sagte der Leiter des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag im Deutschlandfunk. Die Unternehmen hätten im vergangenen Jahr „recht gute Gewinne eingefahren“ und ihre Eigenkapitalbasis verbessert. Daher seien sie eher in der Lage, ihre Investitionen selbst zu finanzieren, statt auf Kredite der Banken angewiesen zu seien.

„Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass das eine oder andere Unternehmen unter Kreditrestriktionen leidet“, sagte Franz. Das könne negative Rückwirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung haben. Franz sagte, es werde in diesem Jahr zu einer Abschwächung der Konjunkturdynamik kommen. „Ich hoffe, dass wir immer noch in diesem Jahr auf 1,7 Prozent Wirtschaftswachstum kommen.“ 2007 waren es 2,5 Prozent.

Widerspruch kam vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). „Auch wenn einzelne Kreditinstitute Probleme haben, steht das deutsche Bankensystem immer noch auf solidem Fundament“, sagte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun dem „Handelsblatt“. Von einer Kreditklemme könne deshalb keine Rede sein. „Vor diesem Hintergrund warne ich davor, hierzulande den vereinzelten Rufen nach staatlichen Hauruck-Aktionen zu folgen.“ Auch der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Anton Börner, betonte, ein Investitionsstopp sei nicht zu befürchten.

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