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Teuerungsrate über EZB-Zielwert 2,5 Prozent Inflation im Euroraum

Zwar ist die Inflation im Euroraum im Oktober etwas zurückgegangen. Doch sie liegt mit 2,5 Prozent immer noch über dem Wert, den die EZB anstrebt.

© dapd Vergrößern Bleibt der Euro stabil?

Die EZB sieht sich kurz vor ihrer nächsten Zinssitzung mit Preisdruck und einer Rekordarbeitslosigkeit konfrontiert. Die Statistikbehörde Eurostat in Brüssel meldete am Mittwoch in einer ersten Schätzung eine Jahresteuerung von 2,5 Prozent. Damit hat der Preisauftrieb in der Euro-Zone leicht nachgelassen. Dennoch ist die Inflationsrate damit weit höher als der EZB lieb sein kann, die bei Werten von knapp unter zwei Prozent von Preisstabilität spricht. Diese Marke ist nunmehr fast zwei Jahre lang verfehlt worden.

Zugleich steckt Euroland in einer tiefgreifenden Arbeitsmarktkrise. Die Erwerbslosenquote stieg im September auf das Rekordhoch von 11,6 Prozent.

Energiepreise steigen langsamer

Hauptgrund für die etwas niedrigere Inflationsrate waren die Energiepreise, deren Auftrieb sich auf 7,8 von 9,1 Prozent verlangsamte. Dagegen beschleunigte sich der Preisanstieg bei Lebensmitteln. „Obwohl die Inflationsrate nunmehr bereits 23 Monate in Folge über dem Zielwert der EZB liegt, halten sich die Inflationsängste weiterhin in Grenzen“, meint Ökonom Christoph Weil von der Commerzbank. Der Lohnauftrieb im Euroraum sei weiter verhalten und die schwache inländische Nachfrage begrenze den Preiserhöhungsspielraum der Firmen.

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Die EZB, die am Donnerstag der kommenden Woche zu ihrer nächsten Ratssitzung zusammenkommt, rechnet erst im Laufe des nächsten Jahres mit einem Sinken des Preisdrucks unter die magische Marke von zwei Prozent. Zuletzt war dieses Ziel im November 2010 erreicht worden, als die Inflationsrate 1,9 Prozent betrug. Von Reuters befragte Experten erwarten mehrheitlich, dass die Frankfurter Währungshüter den historisch niedrigen Leitzins von derzeit 0,75 Prozent im ersten Quartal 2013 auf 0,5 Prozent kappen werden und danach konstant halten. Rund ein Drittel der 73 befragten Ökonomen hält eine Senkung sogar noch in diesem Jahr für möglich.

Die Verbindung von erhöhtem Preisdruck und andauernder Arbeitsmarktmisere ist nach Ansicht von Analyst Ben May von Capital Economics Gift für die Konsumentenstimmung: „Das ist ein schlechtes Omen für den privaten Verbrauch.“ Anders als in der gesamten Euro-Zone können sich die Verbraucher in Deutschland hingegen über stabile Preise und einen vergleichsweise robusten Arbeitsmarkt freuen. Daher konnten die hiesigen Einzelhändler ihren Umsatz im September so kräftig steigern wie seit über einem Jahr nicht mehr.

Fast 18,5 Millionen Bürger in der Eurozone ohne Job

Im gesamten Euro-Raum verdüsterte sich jedoch die Lage am Jobmarkt. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im September saisonbereinigt auf den Rekordwert von 11,6 Prozent, wie Eurostat mitteilte. Im August hatte sie bei 11,5 Prozent gelegen. Während die Arbeitslosenquote in Spanien auf 25,8 Prozent kletterte, verharrte sie in Deutschland bei 5,4 Prozent. Die aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit für Oktober weisen allerdings saisonbereinigt einen Anstieg der Arbeitslosenzahl im Monatsvergleich um 20.000 Erwerbslose aus.

In dem von einer Wirtschafts- und Schuldenkrise erschütterten Spanien haben insbesondere die Jüngeren immer schlechtere Jobperspektiven: Die Jugendarbeitslosigkeit kletterte auf eine Quote von 54,2 Prozent. In Frankreich ist mehr als jeder vierte junge Bürger unter 25 Jahren ohne Arbeit, während es hierzulande nur acht Prozent sind. Insgesamt waren in den 17 Staaten der Euro-Zone im Vormonat 18,49 Millionen Menschen ohne Job. In der Europäischen Union erhöhte sich die Zahl auf 25,7 Millionen.

Quelle: FAZ.NET/Reuters

 
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