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Veröffentlicht: 16.06.2017, 11:49 Uhr

Teuerung Inflation im Euro-Raum fällt auf Jahrestief

Die Inflationsrate im Euro-Raum ist im Mai deutlich gefallen. Was könnte das für den Kurs der Europäischen Zentralbank bedeuten?

© dpa Die Verbraucherpreise steigen nur äußerst langsam.

Die Teuerung in der Eurozone hat sich im Mai deutlich verringert. Wie das Statistikamt Eurostat am Freitag nach einer zweiten Erhebung mitteilte, lagen die Verbraucherpreise um 1,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im April hatte die Inflationsrate noch 1,9 Prozent betragen. Im Monatsvergleich gingen die Verbraucherpreise im Mai um 0,1 Prozent zurück. Eurostat bestätigte damit vorläufige Zahlen.

Auch die Kernteuerung, die ohne Energie und Nahrungsmittel errechnet wird und den grundlegenden Preistrend wiedergeben soll, fiel zurück. Sie sank von 1,2 auf 0,9 Prozent. Deutlich teurer als vor einem Jahr war im Mai nach wie vor Energie - allerdings waren hier die Preissteigerungen in den Vormonaten wesentlich kräftiger ausgefallen.

Inflationsgefälle im Euroraum hoch

Nahrungsmittel kosteten 1,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, Dienstleistungen verteuerten sich um 1,3 Prozent. Industriell gefertigte Güter waren dagegen nur um 0,3 Prozent teurer.

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Das Inflationsgefälle im Euroraum ist nach wie vor hoch. Es reicht von Nullinflation in Irland über 1,4 Prozent in Deutschland bis hin zu 3,5 Prozent in Estland. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt eine Inflation von knapp zwei Prozent an und muss sich dabei an der durchschnittlichen Teuerung im Währungsraum orientieren.

Druck auf EZB zum Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik sinkt

Mit der niedrigeren Inflation sinkt der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB), rasch aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik auszusteigen. Die Notenbank wagte jüngst lediglich einen Mini-Schritt in Richtung Kurswende: Sie strich die Option auf noch tiefere Zinsen aus ihren Standardformulierungen und bewertete die Konjunktur etwas optimistischer.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte die Risiken für das Wachstum erstmals seit Jahren als „weitgehend ausgeglichen“ beschrieben. Höhere Zinsen dämpfen tendentiell den Preisanstieg, weil sie Kredite verteuern und das Sparen attraktiver machen.

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