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Studie Deutsche Führungskräfte sind Optimisten

17.04.2009 ·  Deutsche Unternehmen schätzen die Folgen der Wirtschaftskrise vergleichsweise optimistisch ein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Boston Consulting Group, die der F.A.Z. vorliegt. Viele Firmen unterschätzten jedoch die Lage, befürchten die Berater.

Von Julia Löhr
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Deutsche Unternehmen schätzen die Folgen der Wirtschaftskrise vergleichsweise optimistisch ein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG), die der F.A.Z. vorliegt. Sie beruht auf einer Umfrage unter 439 Konzernen auf der Welt mit einem Umsatz von jeweils mehr als einer Milliarde Dollar. 71 der Befragten kommen aus Deutschland.

Durchgeführt wurde die Umfrage im März. Demnach erwarten hierzulande mehr als die Hälfte (58 Prozent) der befragten Führungskräfte – Vorstände oder die Ebene darunter –, dass sich die Wirtschaft spätestens im ersten Halbjahr des kommenden Jahres wieder erholt. Ähnlich optimistisch äußerten sich lediglich die Amerikaner. In Frankreich, Italien und Spanien rechnen dagegen weniger als die Hälfte der Befragten mit einer baldigen Besserung.

Auch was die staatlichen Konjunkturmaßnahmen angeht, äußerten sich die deutschen Führungskräfte positiv: 69 Prozent der Befragten hierzulande sind der Meinung, dass diese die Wirtschaftsbedingungen verbessert hätten – so viel Zustimmung findet sich sonst in keinem Land. Dagegen gewinnen besonders in Japan und Spanien nur die wenigsten Unternehmen den Maßnahmen der Regierungen etwas Positives ab. „Mich überrascht der Optimismus der Deutschen“, sagt der zuständige BCG-Partner Daniel Stelter. Er ist der Ansicht, dass viele Unternehmen die Lage unterschätzen. „Wir haben keine normale Rezession, sondern eine Schuldenkrise, die uns noch über Jahre beschäftigen wird.“

Branchenführer weniger stark von der Krise betroffen

Sowohl in Deutschland als auch im internationalen Durchschnitt planten im März rund 60 Prozent der Befragten mit Wachstumszahlen, die oberhalb der vom Internationalen Währungsfonds veröffentlichten Prognosen lagen. Vor allem Unternehmen, die im Jahr 2008 ein Umsatzwachstum verzeichneten, sind positiv gestimmt, erwarten für 2009 mehrheitlich einen Anstieg des eigenen Umsatzes und des Bruttoinlandsproduktes (BIP). „Offenbar orientieren sich viele Unternehmen an der Entwicklung des eigenen Geschäfts in der Vergangenheit“, sagt Stelter. „Aber wenn die Arbeitslosenzahlen steigen und der private Konsum sinkt, werden auch Branchen leiden, die bislang noch nicht so stark getroffen sind.“

Seiner Einschätzung nach sind Branchenführer weniger stark von der Krise betroffen, trotzdem handelten sie entschlossener als kleinere Konkurrenten. 58 Prozent der Marktführer gaben an, die Entwicklung der wirtschaftlichen Gesamtlage systematisch zu verfolgen. Im Durchschnitt aller Befragten sagten dies nur ein Drittel der Unternehmen von sich. Weitere Ergebnisse der Umfrage: 34 Prozent aller Befragten kürzen ihre Forschungsbudgets, was Stelter für einen Fehler hält. „Das sollte man nur tun, wenn einem das Wasser wirklich bis zum Hals steht.“ Zudem plant nur eine Minderheit (17 Prozent) der Befragten Fusionen und Übernahmen oder will Unternehmensteile verkaufen.

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Jahrgang 1976, Redakteurin in der Wirtschaft.

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