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Studie des DIW Die Mittelschicht schrumpft

 ·  Eine Studie erregt Aufsehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat berechnet, dass die Einkommensunterschiede wachsen. Doch ein näherer Blick auf die Zahlen zeigt: Anlass zur „Statuspanik“ haben die Deutschen trotzdem nicht.

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Herold Binsack
Herold Binsack (Devin08) - 17.06.2010 21:22 Uhr

Bleibt die Lohnarbeit – bleibt der Kapitalismus

@Schmidt/Lutz: Dass das kein Kapitalismus sei, dem dürfte sogar die FAZ widersprechen, wenn diese uns seit Jahr und Tag nicht müde wird zu erklären, wie der Kapitalismus funktioniert, bzw. entstand. Aber selbst darauf berufe ich mich natürlich nicht. Denn dass der Kapitalismus sich selber leugnet, erkennen wir schon an seiner Unfähigkeit zur theoretischen Selbsteinsicht. Schon Adam Smith, der Theoretiker der ersten Stunde des Kapitals, versteht Markt und Kapital nicht, wenn er von der „unsichtbaren Hand“ redet, und noch weniger tun das heutige Ökonomen (einschließlich der Ideologen der „Sozialen Marktwirtschaft“). Soziale Marktwirtschaft war ein ideologischer Kampfbegriff im kalten Krieg, als es darum ging, den Sozialismus auf halbem Wege (zum Kommunismus) zu schlagen. Und dass das grundsätzlich möglich ist, hat nicht mal Marx bestritten, denn jeder Kampf für den Sozialismus ist ein politischer. Die politische Ökonomie erzeugt spontan immer wieder Kapitalismus (auch und gerade im Sozialismus), solange Markt, Lohnarbeit und damit das bürgerliche Recht noch existieren. Und das ist auch die Grundlage für die Definition von Kapitalismus – Wirtschaft für den Markt, Lohnarbeit und eben nicht Produktion für die Bedürfnisse der Menschen.

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Lutz von Peter

@Herold Binsack

Herr Binsack,
Zwei Dinge:
1) schauen Sie sich die gesellschaftliche Entwicklung der letzten 100 Jahre an: noch nie hatten Arbeiter, Proletarier, oder wie sie es auch nennen wollen, so viel verfügbares Einkommen, das sie, nachdem primäre Bedürfnisse gestillt sind nach gutdünken einsetzen können. Flachbildschirm und Mallorca oder Studium, das ist die Frage.
Noch nie haben so viele Arbeiterkinder (Proletarierkinder) Zugang zu höherer Bildung gehabt, an staatlich finanzierten Hochschulen und mit staatlicher Unterstützung. Alles in die Wege geleitet vom ach so bösen kapitalistischen Staat.
2) Die grossen Verlierer dieser Entwicklung sind die, die man früher "die Herrschaft" genannt hat: Vermögende, Gebildete, die Oberschicht. Denn das ganze System wurde nach unten nivelliert. Wenn also jemand sich beschweren muss, dann sicher nicht die Unterschicht.

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Walther Schmidt

@ Binsack

Es ist schön, dass Sie den Kapitalismus nicht gut finden, in dem leben wir ja in der BRD auch nicht. Das Wirtschaftsystem der BRD nennt sich soziale Marktwirtschaft, weil es den Kapitalismus in vielen Bereichen abmildert, bzw. ganz ersetzt (z.B. Gesundheitssystem, Umweltgesetzgebung, Besteuerung). Dass in der BRD dieses Wirtschaftssystem besonders gut funktioniert, entspricht auch meiner Einschätzung. Das hat aber nichts mit Hexerei oder Illusionen zu tun. Dass diese Statistiken eben nichts mit Armut, also mit einer "prekären Lage der breiten Masse" sondern lediglich mit Vermögensspreizung zu tun haben, legen Sie gerade dar, wenn Sie auf den Wohlstand in der BRD hinweisen. Dass der Lebensstandard in der BRD immer weiter steigt, ist offensichtlich. Beispiele: Konsum (Gehen Sie mal in den Aldi, 3,49 € für ein Kilo Jagdwurst, aber die ist ja keinem mehr gut genug, da isst man lieber Salami aus Spanien oder Soße aus Afrika, wegen der WM!), Gesundheit (z.B.Lebensalter), Umwelt (z.B. Rhein). Hinsichtlich der Vermögensspreizung sind 1,4, Kinder der Mittelstandsfrau übrigens doppelt schädlich, erstens schrumpft der Mittelstand zahlenmäßig, zweitens wird das Vermögen nicht durch Erbteilung verteilt. Das Vermögen konzentriert sich.

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Herold Binsack
Herold Binsack (Devin08) - 17.06.2010 00:00 Uhr

Der Systemfehler des Kapitalismus

@Schmidt u.a.:Keine Frage,das System der DDR hatte etliche Systemfehler,ganz vorne den,dass es eben kein Sozialismus war,nicht jedenfalls im marxschen Sinne.Der Systemfehler des Kapitalismus besteht darin,dass er nur „alternativlos“ für die Gewinner innerhalb eines solchen Systems ist,die Verlierer werden ausgeblendet.Wenn von Produktivität die Rede ist,werden die Opfer eben dieser Produktivität schlicht ignoriert,oder zynisch mit dem Begriff der Entlassungsproduktivität ausgebucht.Während weltweit 1 Milliarde Menschen ohne Arbeit sind,eine weitere ohne sauberes Trinkwasser und wenigstens eine 3. Milliarde ohne moderne Gesundheitsversorgung,bewegen wir uns in Deutschland innerhalb eines trügerischen Scheins.Immer schon war auch in den kapitalistischen Kernländern das Proletariat in einer prekären Lage,nunmehr aber bewegt sich die breite Masse,auch der Mittelschichten,in diese Richtung.Nichts anderes sagen diese und andere Statistiken.Wer das nicht als Systemfehler erkennt,bzw. das ganz und gar zu leugnen sucht,dem bleibt nur der Hass auf die,die sich das nicht länger gefallen lassen und die solche Statistiken längst schon erwartet haben.Wer die Augen davor verschließt,hat auch seinen Verstand abgeschaltet,verarmt also im Verstande

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Maik Schneider
Maik Schneider (Maik22) - 16.06.2010 18:49 Uhr

Kommentar zu Joachim Buschle´s Kommentar

Was wollen Sie jetzt eigentlich mit Ihrem Kommentar erzählen? Mich hätte ihr persönlicher Standpunkt zu Inhalten eher interessiert als das Sie das Institut "Sozialistisch" betiteln". Was soll das?
Wird deswegen die Realität eines besseren belehrt? Wird das Faktum, das sich das Kapital in immer wenigen Händen befindet unwahr? Wird dadurch überhaupt irgendetwas besser in unserer Gesellschaft? Herr Buschle denken Sie mal darüber nach und darüber was Sie vielleicht dazu beitragen können, das es unserer Gesellschaft besser geht.
Schönen Tag.

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Maik Schneider
Maik Schneider (Maik22) - 16.06.2010 18:24 Uhr

Kommentar von Philip Plickert zum Bericht "Die Mittelschicht schrumpft"

Unter der Überschrift "Das Armutsrisiko" kommentiert Herr Plickert den obigen Bericht
Zitat: "....doch von einem Auseinanderfallen in krass Arme und krass Reiche ist gerade die deutsche Gesellschaft weit entfernt". Zitatende
Genau, Herr Plickert, alles erst halb so wild. wir sind auf dem besten Weg dahin und Sie reden von "Krass". Wie muss es denn bei Ihnen aussehen damit es krass genug ist? Straßenkämpfe?
Ich fasse es nicht das ein Familienvater so blind an der Realität vorbei agiert.
Stellen sie alle Sozialleistungen ein oder beschneiden sie diese noch mehr, dann haben sie ihr "krass".
Schön Grüße aus München

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Walther Schmidt

@Binsack Von welchem Systemfehler reden Sie?

Da ich glücklicherweise schon mehrfach im Ausland war, bin ich nicht der Auffassung, dass es in der BRD nennenswerte Armut gibt. Es ist ein Jammern auf hohem Niveau und ohne massive Unkenntnis oder Nichtachtung der Lebenssituation im Ausland ist diese Einstellung, Marke Wagenknecht, kaum denkbar. Wer bei 38,5 Std Wochenarbeitszeit und Computertomographie für Sozialhilfeempfänger noch von einem menschenverachtendem System spricht, dem kann man nicht helfen.
Einen Systemfehler gab es im Kommunismus bzw. real existierenden Sozialismus. Deswegen gehören diese politischen Systeme der Vergangenheit an. Aber wieviel geistige Armut es gibt, erlebt man ja jeden Montag auf dem Alex, da stehen ein paar Rentner, bei denen jeden ersten des Monats das Geld auf dem Konto ist und halten ihre Demobanner nach oben. Das sind teilweise Menschen, die durften bis 1989 noch nicht mal aus ihrem Land heraus, jetzt machen sie Urlaub auf Mallorca und halten das Demobanner nach oben. Toll, oder? Aber vielleicht wäre es für Herrn B am schönsten, es wäre wieder alles geregelt, ein kleines politisches Gefängnis vor den Toren der Stadt, ein paar Bonzenvillas am See und ein kleines Mäuerchen an der Grenze, damit keiner abhaut, dem das nicht gefällt!

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Bryan Hayes
Bryan Hayes (bhayes) - 16.06.2010 16:13 Uhr

@Herold Binsack (Devin08)

Sie schreiben: "... Selbstdarstellung der Armut im Verstande gewisser solcher Hassprediger".
Offensichtlich meinen Sie sich damit selbst.

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Francis Bacon
Francis Bacon (fbacon) - 16.06.2010 15:55 Uhr

@Schmidt

Vorab dank fuer ihren wertneutralen Kommentar.
Dass ich mich mit dem Begriff "Brodeln" missverstaendlich ausgedrueckt habe und somit den Dialog nicht vereinfacht habe sehe ich teilweise ein. Es ging mir um einen kurzen Einblick in eine Welt, von der sich einige der Kommentatoren anscheinend versuchen abzukapseln. Diese Ignoranz (die mir unterschwellig alltaeglich begegnet) hat mich in ihrer Offenheit erschreckt und wuetend gemacht, deswegen die emotionale Ausdrucksweise.
Ich denke, ein grosser Teil des Aufschreis bez. Geld sparen, liegt in der Ungewissheit der neuen Sparmassnahmen. Weder die Politiker sind sich ueber die Auswirkungen im Klaren bzw. einig, noch der Durchschnittsbuerger, was Sie ja auch dank ihres Hartz4 Mieters selbst spueren. Wenn dieser eine solche Unklarheit versucht zu nutzen um weniger Miete zu bezahlen, kann ich ihr Unverstaendniss nachvollziehen. Allerdings vergessen Sie bitte nicht, dass ihr Mieter jeden Tag sich als abgestempeltes Mitglied der Gesellschaft fuehlt, der vermutlich trotz Qualifikationen nicht mehr in das deutsche Leistungs-Netzwerk passt und sein Geld mit staendigem Bewusstsein einteilt.
Das man solchen Menschen alltaeglich mit weniger Respekt begegnet, ist kein lebensfreundliches Umfeld.

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Anton Etges
Anton Etges (etikus) - 16.06.2010 14:55 Uhr

Die Unterschiede, die uns die FAZ verschweigt

Einerseits:
Die FAZ nimmt Bezug auf eine Studie des DIW (Zimmermann), diese Studie wiederum basiert auf nicht amtlichen Daten des SOEP.
Andererseits:
Was versteht man unter finanzieller Mittelschicht? Wer gilt als finanziell reich?
In der nachfolgenden Zusammenstellung verweise ich auf amtliche Zahlen.
In den sogenannten Armuts- und Reichtumsberichten, bisher sind 3 erschienen, werden mit unterschiedlichen Gründen Angaben dazu gemacht.
In 2005 betrug ein sogenanntes Äquivalenz-Einkommen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 1.301 € netto pro Monat.
Diese 1.301 € werden für Deutschland als sogenannter Median angenommen; der Wert ist also kein EU-Wert, bei der EU kommen wieder andere Werte raus.
Legt man den Äquivalenz-Vergleich nun zugrunde, dann gilt als reich, wer mehr als 200% (s. 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, S. 32) des Medians netto zur Verfügung hat.
Ein Junggeselle braucht dazu folglich mehr als 2.602 € netto monatlich.
(Zum Vergleich: In der DIW-Studie sind es nur 1.844 €, da werden auch nur 150% des Medians genommen, und das von privaten Zahlen.)
Aber das mag jeder anders sehen.
Jedes sogenannte wissenschaftliche Institut sieht das auch anders. Wie diese Gegenrechnung beweist.

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Herold Binsack
Herold Binsack (Devin08) - 16.06.2010 14:48 Uhr

Armut im Verstande

Wem es wichtiger ist, darüber zu streiten, ob wir nicht doch nur 1/5 gegenüber 1/4 Arme haben (vgl. die Debatte um die Armutsstatistik), dem scheint es nur auf Zeitgewinn anzukommen. Zeit gegenüber den Massen der Betroffenen, in der Hoffnung, dass die noch eine Zeit lang still halten. Mag sein, dass es statistisch relevant ist, ob die Armutsentwicklung und die Einkommensschere mal kurz pausieren, oder eben nicht doch in der Entwicklung ungebremst bleiben, die Empfindungen derjenigen, die davon betroffen sind, bzw. auch derjenigen, die das möglichst empathisch (und eben nicht selbstgerecht) verfolgen, nämlich sich sorgen, welchen Weg diese Gesellschaft geht, bleiben davon nicht unberührt. Die Wut über diejenigen, die solche öffentliche Szenen veranstalten, und nicht davor zurück schrecken, Institute, die nun mal die „roten Zahlen“ bzgl. der Systemfehler dieser Demokratie aufdecken, als Rote zu beschimpfen, wird nur gemildert, ob der Selbstdarstellung der Armut im Verstande gewisser solcher Hassprediger. Sowenig es nämlich eine höllische Hölle geben kann, kann man hinter diesen Statistiken „soziale Sozialisten“ vermuten. Armut im Verstande will einem doch als die schlimmere erscheinen.

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Ronald Strasser

@ joachim büschle

Sie sollten unbedingt den Hesssichen Landboten lesen und sich danach mit der Geschichte der Jahre 1790 bis 1860 befassen.
Sämtliche Zahlenspiele sind unbedeutend!
Entscheidend ist das Empfinden des Volkes. Und die Stimme der mehr als 1 Million Bürger, die täglich an Tafeln ernährt werden müssen, wiegt schwerer als jede Studie und deren Kommentierung.
Was nützen die Millionen-Boni, wenn die Sicherheit in Gefahr gerät?
Wer zahlt noch die Zinsen, wenn sich das Kapital zum Schluß in einer Hand befindet?
Wer vertraut noch einem Staate, wenn deren politische und wirtschaftliche Führer das Schwarzgeld persönlich in die Steuerparardiese bringen?
Was nutzt das viele Geld in wenigen Händen, wenn morgen niemand mehr zur Arbeit geht?
Über Ihre Antworten auf diese Fragen würde ich mich sehr freuen.

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Joachim Buschle

pseudostatistik eines sozialsozialistischen institutes!

diese studie ist der pure aberwitz.
vermutlich waren die (sozialistischen) ergebnisse schon vordefiniert und man hat dann die parameter so getunt, dass das gewünschte resultat folgt.
als da wären: beginn_zeitreihe=2000; ende_zeitreihe_=2008. warum wohl hat man die 2009 aus dem betrachtungszeitraum herausgenommen?? antwort: weil es
den behaupteten trend der zeittreihe stört!
an alle schmalspurstatistiker hier:
hr schmidt: der geomethrische durchschnitt ist identisch mit dem arithmetischen durchschitt auf einer log/log skala und hat NIX mit dem median zu tun.
fr weigelt: ihre def des medians ist korrekt. aber: die sozialistische willkür beginnt mit den abgrenzungen 70% unter median= beginn_unterschicht und 150% über median =beginn_oberschicht. ihr gerede von der varianz ist absoluter quatsch; sie sollten sich nochmals ihre - bücher zu gemüte führen;-)
im übrigen: jeder statistiker schaut sich zeitliche verläufe von irgendwas zunächst mal optisch an, bevor er analytische kennzahlen ermittelt. und eins fällt ja wohl sogar dem dümmsten auf: in schaubild 2 ist definitiv kein statistisch auch nur ansatzweise signifikanter Trend von irgendwas zu erkennen!

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Jan Wollnik
Jan Wollnik (JanWo) - 16.06.2010 12:56 Uhr

Umverteilung und Investition

Dass das DIW Stimmung macht, ist leider nur zu deutlich. Aber die Wirkung ist dabei so tragisch: Wer investiert noch in sein eigenes Humankapital, wenn er sich alimentieren lassen kann. Dann ist es doch besser, gleich aufzugeben. Dann wandert der Durchschnitt immer tiefer und der Umverteilungsdruck wächst weiter. Eine Abwärtsspirale. Aber das erinnert auch an die derzeitige Politik in der EUR-Krise. Das ist halt systematisches Politikversagen.

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Walther Schmidt

@ fbacon

Ich finde Ihre Ausdrucksweise "Brodeln" unangemessen und inakzeptabel, weil sozialer Konsens in der BRD nicht durch Bedrohung erreicht werden kann.
Lieber sollte man sich wahrhaftig mit dem Thema beschäftigen. Es ist daher nicht in Ordnung, wenn z.B. eine Chefredakteurin der überregionalen Tageszeitung "TAZ" am Sonntag im Presseclub verkündet, dass das "Heizgeld" wegen des Sparpaketes gestrichen worden sei. Am Tag darauf spricht mich einer meiner Hartz 4 Mieter an, dass das "Heizgeld" jetzt wegen des Sparkpaketes der Bundesregierung ja nicht mehr bezahlt würde. Wobei das Sparpaket der Bundesregierung überhaupt nichts mit den Kosten für Unterkunft und Heizung nach SGB II zu tun hat und es den Ausdruck "Heizgeld" in keinem mir bekannten Gesetz gibt. Manche Medien sprechen dann von "soziale Kälte" um alles noch unverständlicher zu machen. Die Lebensmitteldiscounter liefern sich seit der Wirtschaftskrise einen Preiskampf, aber Hartz 4 wurde gerade erst erhöht. Kein Ton von den Interessenverbänden dazu!
Das ist verlogen!
Im Übrigen glaube ich nicht, dass mein Mieter seine Fehlinformation aus dem Presseclub bezogen hat. Es zeigt aber, dass in diesem Themenkreis viele Falschinformationen kursieren, was ich eben nicht gut finde.

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claus bronner

Man sollte das DIW

und andere Institutionen und deren "Forschungsergebnisse" immer sehr skeptisch betrachten!
Denn oft genug stellten sie sich später als nicht korrekt heraus oder wurden aus den eigenen Reihen revidiert!
Zudem braucht niemand, der halbwegs vernünftig denken kann, ein DIW oder andere um festzustellen, dass
- in Deutschland immer mehr zur Arbeit als Tagelöhner gezwungen werden
- die Mittelschicht und auch der Mittelstand langsam ausblutet
- und die Reichen die von der Regierung privilegierte Schicht sind
Das bestätigt aber nur die Unfähigkeit unserer letzten Regierungen für ein ausgewogenes soziales Verhältnis in diesem Land zu sorgen!
Dass dieses immer krasser werdende Missverhältnis zwischen arm und reich immer stärker zu "Reibungen" führt, liegt aber nicht nur daran, dass es in allen Medien wieder und wieder propagiert wird.
Denn auch der "Mann von der Straße" hat ein Hirn und stellt immer wieder fest, dass sein Einommen sinkt, und die Mittelschicht und der Mittelstand machen genau die gleichen Erfahrungen.

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Bryan Hayes
Bryan Hayes (bhayes) - 16.06.2010 11:52 Uhr

Solche Studien RICHTIG zu machen, ist extrem aufwändig und schwierig

Und das DIW ist daran fundamental gescheitert, was alle Schlußfolgerungen daraus völlig entwertet.
Nur mal ein paar Punkte, die deutlich machen, was hier schief gelaufen ist:
a) Es werden Haushalte und nicht Einzelpersonen betrachtet; das ist ergänzend zwar auch interessant, macht aber die Vergleichbarkeit praktisch unmöglich (Beispiel: die aktuelle Gesetzgebung
b) Bei den höheren Einkommen werden anscheinend auch sehr hohe Einkommen etc. berücksichtigt, wodurch die zwingend notwendige Abgrenzung zwischen z.B. hohen, höheren, sehr hohen und sehr, sehr hohen und extrem hohen Einkommen komplett verloren geht
c) Die Begriffe "reich" werden völlig willkürlich und stark abweichend vom allgemeinen Sprachbgebrauch verwendet (man hat den Eindruck, hier soll der Boden für noch weitere Abzocke bereitet werden)
d) Es wird überhaupt nicht analysiert, wodurch die unterschiedlichen Einkommensentwicklungen zurückzuführen sind (z.B. Anteil Schwarzarbeit, unterschiedlichen Einstellungen bzw. Arbeit, zu wenig Bildungsbemühungen etc. etc. etc.)
e) Es bleibt unklar, wie das Einkommen genau ermittelt wurde, was ist z.B. mit der Subventionierung der Krankenkassenbeiträge für niedrig-Verdiener, wurde dies angerechnet oder nicht?

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Mirko Lorenz

eigentlich nur noch traurig

wie das gleich Spiel immer wieder von vorn losgeht
-
immer wenn das Volk aufbegehrt gegen die unsozial ja gar Menschenverachtende Politik dann kommt eine Studie daher die bei den noch etwas besser gestellten Angst schaffen soll und die Angst vor der roten Politik verschärfen soll
-
Das eigentlich die mittelschicht schon sein Jahren die dummen sind haben diese nur leider nicht begriffen. Steuersenkungen haben diese Menschen seit Jahren nicht erlebt aber dennoch hoffen Sie (und wählen dem entsprechend) das die nächste Klientelpolitik endlich mal Sie treffen könnte. Das einzige was immer Sie tragen müssen sind die Steuererhöhungen (MEhrwertsteuer, KFZ-Steuer, ...).
-
Durch gezeilte Studien, warnungen vor dem faulen arbeitslosen Pakt, sowie den millionen Sozialschmarotzern werden Sie immer wieder gegen die Unterschicht aufgehetzt und das Kapital reibt sich weiter die Hände.
-
wann merkt die mittelschicht endlich das der Feind nicht unten sondern oben zu suchen ist. die rechsten 10% der Deutschen verfügen über 2/3 des Gesamtvermögens und zahlen durch BEtrug, Außland, Spenden und vorallem Abgabenbefreiung (Schlupflöscher) fast gar keine Steuern mehr.
-
wach auf Mittelschicht denn du bist der nächste Verlierer dieser Politik

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Walther Schmidt

@ Volker Spitzenberg: Was bedeutet und warum sagen Sie "nennenswert"?

Mein in Teilen ironischer Beitrag sollte auf verschiedene Probleme der Armutsmessung in der BRD aufmerksam machen. Z.B. darauf, dass dieses System lediglich die Vermögensspreizung widerspiegelt, was dazu führt, dass in der BRD trotz 359 € Regelsatz, Zahlung von Unterkunft und Heizung, einem öffentlichen Gesundheitssystem sowie weiteren öffentlichen Leistungen und Vergünstigungen eine statistisch größere Armut besteht als in manchem anderen Land, das von all diesen Leistungen nur träumen kann. Es wird mit diesem System eben nicht die Armut gemessen, sondern die Vermögensspreizung. Und es gibt einen Unterschied zwischen Armut und Vermögensspreizung. Ob das Stilmittel der Ironie dem geistigen Niveau aller Leser gerecht wird, muss ich sicher überdenken.
Mein Beitrag hat sich aber auch mit anderen Problemen aus diesem Themenkreis beschäftigt, z.B. der Frage, was die Folgen höherer Steuern sind (Thema Ärztewanderung, Thema Millionäre in die Schweiz), wieviel Steuern gerecht sind, etc. Selbstverständlich habe ich auch dies nur angedeutet. Mal ganz abgesehen davon, dass sich die derzeit diskutierte Studie des DIW auf die Einkommen bezogen hat.

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Alex Merck
Alex Merck (AlexM3) - 16.06.2010 11:26 Uhr

@Bacon -es ist wohl eher umgekehrt!

Mit Recht zeigt die FAZ ausnahmsweise in diesem Artikel den Inhalt eines Berichtes, der in den letzten Tagen komplett entstellt von allen TV- und Radio-Sendern (voran die angeblich zu Neutralität verpflichteten ÖR-Sender) präsentiert wurde und nennt die konkreten Zahlen, so daß man sich selbst eine Meinung bilden kann. Dafür gehört den Autoren gedankt -während sowohl viele Politiker als auch sogenannte Journalisten für die Berichterstattung in diesem Zusammenhang richtig Ärger bekommen sollten. In vielen anderen Staaten finden solche Diskussionen übrigens auch deshalb nicht statt, weil die Bevölkerung weder den Staat als gottgleichen Geber sieht, noch so unglaublich wenig Ahnung von Wirtschaft und Finanzen hat wie die Mehrheit der Deutschen (und ihrer Lehrkräfte!)

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Jahrgang 1979, Redakteur in der Wirtschaft.

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