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Studie der Weltbank China strebt an die Spitze

 ·  Selbst wenn das Wachstum um ein Drittel sinkt, könnte China die Vereinigten Staaten bis zum Jahr 2030 überholen. Dafür müssen aber Reformen verwirklicht werden. Die Deutsche Bank warnt derweil vor großen Gefahren auf dem Immobilienmarkt.

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© dpa Die Freigabe der chinesischen Währung ist dem Bericht zufolge unausweichlich.

Die Weltbank sieht China gewappnet gegen die Schulden- und Wachstumskrise im Westen und hält auch die langfristigen Aussichten des Landes für rosig. Die Voraussetzung dafür sei aber, dass die Regierung ihren Reformankündigungen Taten folgen lasse, forderte die Organisation am Montag.

„Wie Chinas Führung weiß, ist das gegenwärtige Wachstumsmodell nicht nachhaltig“, sagte Weltbank-Präsident Robert Zoellick bei der Vorlage des Berichts „China 2030“ in Peking. Für die Gegenwart zeigte er sich zuversichtlich. „Ich glaube, dass China in nächster Zeit vermutlich weich landen wird.“

Zoellick zerstreute damit Befürchtungen, dass sich das Wachstum in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zu sehr abkühlen könnte. Einige Fachleute argumentieren, dass der sinkende Export sowie die knappe Geldversorgung den Aufschwung bedrohten. Eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von weniger als 8 Prozent könnte die Beschäftigung und die soziale Stabilität gefährden, heißt es.

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank für den Asien-Pazifik-Raum, Michael Spencer, machte auf die deutliche Abschwächung aufmerksam. Sein Haus erwarte für das erste Quartal 7 bis 7,5 Prozent Wachstum in China, sagte er dieser Zeitung. Im vierten Quartal 2011 hatte der Anstieg noch 8,9 Prozent betragen.

„Das größte Risiko für China stammt aus dem Inland, nicht aus dem Ausland“, sagte Spencer, „es kommt vom Immobilienmarkt“. Die Branche trägt etwa 13 Prozent zu Chinas BIP bei. Die Abkühlungspolitik dort, die gegen eine Spekulationsblase gerichtet ist, könnte übertrieben ausfallen, warnte Spencer. Wenn Käufer zu lange auf sinkende Preise setzten, gefährde das möglicherweise die Bauwirtschaft.

„Dann entsteht die Frage: Wie beleben wir einen Markt, der sich im freien Fall befindet?“ Zoellick hingegen lobte, China bleibe stark und spiele eine „lebenswichtige Rolle“ bei der Bewältigung der Krise. Angeführt von China hätten die Entwicklungsländer in den vergangenen fünf Jahren zwei Drittel zum Weltwachstum beigetragen.

In den zurückliegenden 32 Jahren habe Chinas Wirtschaft im Durchschnitt um 9,9 Prozent zugelegt, 600 Millionen Menschen seien aus der Armut geführt worden. Bis 2030 könnte sich das Einkommen je Einwohner von 5000 auf 16 000 Dollar im Jahr erhöhen. Dieser Anstieg der Wirtschaftsleistung sei 15mal so hoch wie das BIP Südkoreas.

Gemäß der Weltbank-Studie, die in Zusammenarbeit mit Chinas Regierung entstanden ist, reichen künftig 6,6 Prozent Wachstum im Jahr aus, damit China noch vor 2030 von einem Land mittlerer zu einem Land hoher Einkommen wird. Dann dürfte es die Vereinigten Staaten überholen und dorthin zurückkehren, wo es vom 16. bis zum 19. Jahrhundert rangierte: an die Spitze der Weltwirtschaft.

Die Autoren der Studie halten es für möglich, dass China der „Falle mittlerer Einkommen“ entgeht. Damit wird eine Periode der Stagnation in aufstrebenden Ländern beschrieben, die daher rührt, dass eine moderate Modernisierung armer Volkswirtschaften einfacher fällt als der nächste Schritt zu hohen Einkommen.

Chinas Beamte müssen Autos aus China fahren

Der chinesische Staat will nur noch heimische Autos als Dienstwagen benutzen. Einem Entwurf des Industrieministeriums zufolge sollen öffentliche Stellen ihre Fahrzeuge künftig aus 412 rein chinesischen Marken auswählen dürfen. Im größten Neuwagenmarkt der Welt hat die Regierungsflotte einen Wert von geschätzt 81,5 Milliarden Yuan (9,6 Milliarden Euro).

80 Prozent davon entfielen derzeit auf ausländische Anbieter, schreibt Guotai Junan Securities; ein Drittel davon auf die deutsche Marke Audi, die zum Volkswagen-Konzern gehört. „Es sieht so aus, als ob sich der chinesische Automarkt langsam aber sicher für ausländische Investitionen schließt“, sagte Dirk Moens, der Generalsekretär der EU-Handelskammer in Peking, der Agentur Bloomberg. Zuvor hatte China schon einige Investitionsanreize für fremde Autohersteller gestrichen.

Die Aktienkurse chinesischer Anbieter wie Dongfeng oder Great Wall stiegen nach der Ankündigung. Die der deutschen Konzerne VW, BMW und Daimler fielen. Great Wall hat in diesem Monat in Bulgarien die erste chinesische Fahrzeugmontage auf europäischem Boden eröffnet. Wer seine Industrie zuhause abschotte, dürfe nicht erwarten, im Ausland warm aufgenommen zu werden, warnte Moens.

Audi spielte die Bedeutung der Ankündigung herunter. „Das Regierungsgeschäft macht nur einen niedrigen einstelligen Anteil unseres Umsatzes aus“, sagte Landeschef Dietmar Voggenreiter diese Zeitung. Die Regelung sei dem Unternehmen lange bekannt, „sie trifft uns nur marginal“. Audis Absatz in China, seinem wichtigsten Markt, wachse weiter stark.

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Jahrgang 1968, Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Peking.

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