24.06.2008 · Die deutschen Verbraucher verlieren ihren Optimismus: Ein wichtiger Indikator dafür, der GfK-Konsumklimaindex, ist im Juni wider Erwarten stark eingebrochen. Man ist skeptisch hinsichtlich des eigenen Einkommens - und so schrumpft die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen.
Die rasch steigenden Preise für Lebensmittel und Energie haben die Kauflaune der Deutschen erneut gedrückt. Der GfK-Konsumklimaindex sank unerwartet deutlich von 4,7 auf 3,9 Punkte, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Dienstag zu ihrer monatlichen Umfrage unter 2.000 Verbrauchern mitteilte. 30 von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem leichten Rückgang auf 4,6 Punkte gerechnet.
Die Verbraucher schätzten im Juni zum zweiten Mal in Folge sowohl die Aussichten für die Konjunktur als auch für ihr persönliches Einkommen schlechter ein. Die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen ließ ebenfalls weiter nach. „Die wiederkehrenden Meldungen über neue Rekordwerte bei Benzin und Diesel verstärken die Furcht der Konsumenten vor dem Verlust ihrer Kaufkraft“, sagte GfK-Forscher Rolf Bürkl.
Einkommenserwartungen niedrig wie lange nicht mehr
Die GfK senkte wegen der hohen Inflation zum zweiten Mal in diesem Jahr ihre Prognose für das Wachstum des privaten Konsums. Sie wurde von 1,0 auf 0,5 Prozent halbiert. Zu Jahresbeginn hatten die Forscher noch ein Plus von rund 1,5 Prozent erwartet.
Die Einkommenserwartungen sind inzwischen so niedrig wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. Die GfK führt dies auf die hartnäckig hohe Teuerung zurück, die sich bei drei Prozent hält. „Damit werden mögliche reale Einkommenszuwächse durch die guten Tarifabschlüsse in einigen Branchen größtenteils zunichte gemacht“, sagte Bürkl. Auch die positiven Effekte durch die steigende Beschäftigung verlören „deutlich an Wirkung“.
Bereitschaft für größere Anschaffungen gedämpft
Das dämpft die Bereitschaft für größere Anschaffungen. „Die Verbraucher gehen davon aus, dass sie künftig mehr für ihre Energiekosten aufwenden müssen“, sagte Bürkl. „Diese Mittel stehen dann für andere Anschaffungen nicht mehr zur Verfügung.“
Auch die Konjunkturaussichten malen die Verbraucher nicht mehr so rosig wie noch vor wenigen Monaten. Die noch immer nicht ausgestandene Finanzkrise und die absehbare Abkühlung der Weltkonjunktur ließen die Deutschen ihren Optimismus verlieren. „Zudem dürfte sich die Exportdynamik aufgrund des anhaltend starken Euro abschwächen“, sagte Bürkl.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.382,31 | −0,85% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2452 | −0,29% |
| Rohöl Brent Crude | 105,57 $ | −1,20% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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