27.11.2007 · Ökonomen hatten es schon vorausgesagt, jetzt bestätigte das Statistische Bundesamt: Die Inflationsrate ist so hoch wie seit 13 Jahren nicht mehr. Für November haben die Statistiker eine Teuerungsrate von 3 Prozent vorausberechnet. Viel Geld müssen Verbraucher vor allem fürs Tanken, Heizen und Essen lassen.
Die jährliche Teuerungsrate in Deutschland ist im November auf den höchsten Wert seit 1994 gestiegen. Die Inflationsrate erreichte 3,0 Prozent nach 2,4 Prozent im Oktober. Diesen vorläufigen Wert teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Rate um 0,4 Prozent. Zuletzt hatte die Jahresteuerung im Februar 1994 die 3-Prozent-Marke erreicht. Die Berechnungen beruhen auf Daten aus sechs Bundesländern.
Volkswirte hatten zuvor schon prognostiziert, dass stark gestiegene Preise für Benzin und Lebensmittel die Teuerung so kräftig angeheizt haben wie seit mehr als 13 Jahren nicht mehr. Das Statistische Bundesamt hat diese Einschätzungen jetzt bestätigt.
Teuer: Benzin, Energie, Lebensmittel
Nochmals tiefer in die Tasche greifen mussten Verbraucher vor allem beim Tanken und Heizen. Heizöl verteuerte sich etwa in Hessen um gut ein Viertel im Vergleich zum November 2006. Benzin und Diesel kosteten rund ein Fünftel mehr.
Auch Grundnahrungsmittel rissen erneut Löcher in die Haushaltskasse: Butter kostete in Hessen 48 Prozent mehr, Milch war fast ein Drittel teurer. Die Preise für Nahrungsmittel insgesamt stiegen etwa in Brandenburg um 7,5 Prozent. „Diese Preissteigerungen springen den Verbrauchern natürlich besonders ins Auge“, sagte Deka-Bank-Analyst Andreas Scheuerle. „Vor diesem Hintergrund entwickelt sich die gefühlte Inflation zunehmend zur Hypothek für die wirtschaftliche Entwicklung.“
Starke Nachfrage nach Rohstoffen
Experten führen die Preissprünge bei Lebensmitteln wie Butter oder Milch auf die stärkere Nachfrage auf den Weltmärkten für Rohstoffe zurück. Der hohe Ölpreis - der zuletzt an der 100 Marke von Dollar je Barrel kratzte - schlägt sich zunehmend auf die Benzin- und Heizölpreise nieder.
Das Statistische Bundesamt berechnet basierend auf Daten aus sechs Ländern die vorläufige bundesweite Teuerung, die noch am Nachmittag veröffentlicht werden soll. Zunächst lagen Zahlen aus Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Brandenburg, Hessen und Baden-Württemberg vor. Daten aus Bayern wurden für 14 Uhr angekündigt. Die endgültigen Zahlen will das Bundesamt am 14. Dezember veröffentlichen.
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