27.08.2009 · Im Juli waren die Lebenshaltungskosten in Deutschland erstmals seit 22 Jahren im Vorjahresvergleich gesunken. Seither hat sich Heizöl und Benzin zwar leicht verteuert. Insgesamt aber können sich die Verbraucher weiter über stabile Preise freuen.
Die Verbraucher in Deutschland können sich weiter über insgesamt stabile Preise freuen. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden errechnet nach vorläufigen Zahlen für August eine Inflationsrate von 0,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Gegenüber dem Juli stieg die Teuerungsrate auf der Grundlage der Zahlen aus sechs Bundesländern leicht um 0,2 Prozent. Noch im Juli hatten die Wirtschaftskrise und rückläufige Ölpreise die Preise in Deutschland erstmals seit 1987 sinken lassen.
Grund für die aktuelle Entwicklung ist laut Bundesamt vor allem der monatliche Preisanstieg bei Heizöl und Kraftstoffen. Auf Jahressicht gaben die Preise für Mineralölprodukte indes immer noch deutlich nach. So sanken die Spritpreise um mehr als zehn Prozent, Heizöl wurde um rund 30 Prozent billiger. Seit seinem Rekordstand im vergangenen Juli war der Ölpreis wegen der weltweiten Rezession kontinuierlich gefallen, hatte zuletzt aber wieder angezogen. Lebensmittel wurden gegenüber August 2008 um bis zu vier Prozent billiger. Dagegen verteuerten sich Tabak und Pauschalreisen.
Rechnet man Energie und Lebensmittel heraus, so wäre die Kernteuerungsrate nach Berechnungen von Volkswirten um etwa 1,5 Prozent im Vorjahresvergleich gestiegen. Ökonomen erwarten im Herbst wieder eine steigende Teuerungsrate, weil der massive Verfall der Energiepreise seit Herbst 2008 nach und nach aus dem Vorjahresvergleich herausfallen wird. Die Furcht vor einer Deflation ist damit zerstreut. Darunter versteht man eine Spirale aus dauerhaft sinkenden Preisen und konjunktureller Krise, weil die Verbraucher auf noch billigere Produkte hoffen und ihre Einkäufe aufschieben. In den 90er Jahren hatte Japan jahrelang unter einer wirtschaftlichen Stagnation und Deflation gelitten.
Die aktuelle Inflationsrate liegt weit unter dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von von knapp zwei Prozent.
Das Versiegen des Geldflusses
Peter Kronenberger (Peter-Kronenberger)
- 28.08.2009, 12:08 Uhr
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