30.07.2010 · Die Zahl der Arbeitslosen in Spanien ist weiter gestiegen und lag im zweiten Quartal bei knapp 21 Prozent. Damit ist Spanien Spitzenreiter unter den europäischen Industrieländern. In mehr als 1,3 Millionen Haushalten sind alle Mitglieder ohne Job.
In Spanien spitzt sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter zu. Wie das Nationale Statistik-Institut (INE) am Freitag in Madrid mitteilte, waren im zweiten Quartal 2010 rund 4,65 Millionen Menschen ohne Job. Das sind etwa 33.000 mehr als im Quartal zuvor. Die Quote stieg um 0,04 Punkte auf 20,09 Prozent. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebungen nach dem derzeitigen System vor neun Jahren.
Besonders dramatisch ist die Lage auf den Kanarischen Inseln und in Andalusien in Südspanien, wo die Arbeitslosenquote sich der 30-Prozent-Marke nähert. Alarmierend ist vor allem die Jugendarbeitslosigkeit, die bei den unter 25-Jährigen über 40 Prozent liegt (siehe: Spaniens verlorene Generation). Neuesten Angaben zufolge sind in mehr als 1,3 Millionen Haushalten alle erwerbsfähigen Mitglieder ohne Beschäftigung.
Spanien droht Herabstufung
Angesichts der konjunkturellen Entwicklung droht Spanien seine Spitzenbonitätsnote von „Aaa“ zu verlieren. „Spanien ist sehr hoch bewertet und ich kann nicht sagen, wo das Rating letztlich landen wird. Aber es dürfte etwas nach unten gehen“, sagte Steven A. Hess, leitender Kreditexperte bei Moody's. Die Ratingagentur Moody's hatte die Bonität des Landes im Juni auf den Prüfstand für eine mögliche Herabstufung gestellt
Die spanische Regierung versucht, das Haushaltsdefizit, das drittgrößte im Euroraum, zu senken und gleichzeitig nach einer Rezession von fast zwei Jahren wieder zu Wirtschaftswachstum zurückzukehren. Reformen auf dem Arbeitsmarkt sehen unter anderem vor, den Kündigungsschutz zu lockern und die als überhöht geltenden Abfindungen bei Entlassungen zu senken. Im Gegenzug sollen die Unternehmen mehr Festeinstellungen vornehmen.
In den 27 EU-Mitgliedsländern blieb der europäischen Statistikbehörde Eurostat zufolge die Arbeitslosenquote mit 9,6 Prozent gegenüber dem Vormonat Mai stabil. Nur Lettland weist ebenfalls eine Quote von 20 Prozent aus. In Österreich (3,9 Prozent) und den Niederlanden (4,4 Prozent) war die Lage am Arbeitsmarkt am besten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |