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Skandinavien Ein Gewinner und vier Verlierer

05.08.2008 ·  So nahe sich die skandinavischen Länder geographisch und kulturell stehen, so unterschiedlich wirken sich die Kreditkrise und der gestiegene Ölpreis bislang auf ihre Volkswirtschaften aus.

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So nahe sich die skandinavischen Länder geographisch und kulturell stehen, so unterschiedlich wirken sich die Kreditkrise und der gestiegene Ölpreis bislang auf ihre Volkswirtschaften aus. Norwegen und Island bilden dabei die Extreme. Auf der Insel im Nordatlantik ist der Finanzsektor seit der Liberalisierung im Jahr 2003 dank ausländischer Investoren rasant gewachsen, der Börsenwert der größten Bank Kaupthing etwa entsprach vor einem Jahr zwei Dritteln des Bruttoinlandsprodukts. Nun aber hat die Finanzkrise zugeschlagen.

Der Kurs der Krone ist um 20 Prozent gesunken, die Inflation kletterte im Juli auf 13,6 Prozent. In Norwegen stehen die Dinge dagegen sehr gut. Die Investitionsplanungen und die Staatseinnahmen steigen. Die Offshore-Ölindustrie, eine Schlüsselbranche des Landes, erwartet 2009 ein Investitionsplus von 15 bis 20 Prozent. Weil der staatliche Ölfonds zugleich einen Großteil der Gewinne aus der Ölförderung abschöpft und als Vorsorge für die Zukunft in Aktien und Zinspapiere in aller Welt investiert, bleibt die Inflation bislang trotzdem moderat - eine beneidenswerte Situation.

In Island hat die Rezession begonnen

In einer solchen befindet sich auch Dänemark - aber nur, solange niedrige Arbeitslosenzahlen das Maß aller Dinge sind. Auf 1,6 Prozent ist die Arbeitslosenquote im Juni gesunken - der niedrigste Wert seit 1973. Dennoch sind die Ökonomen in Sorge. Nach drei fetten Jahren mit jährlichen Gehaltszuwächsen von durchschnittlich 4 Prozent hat nun rein technisch die Rezession begonnen: Zwei Quartale hintereinander ist die dänische Wirtschaft geschrumpft.

Kräftig fallende Preise für Häuser, Wohnungen und Sommerhäuschen sowie eine Baubranche ohne Aufträge sind weitere Indikatoren des Abschwungs. Auf diesen bereiten sich auch Schweden und Finnland vor. Das schwedische BIP ist im zweiten Quartal nicht mehr gewachsen, vor allem weil die Unternehmen weniger investieren und exportieren als erwartet. Die Stimmung zwischen Ostsee und Polarkreis ist nach jüngsten Umfragen so schlecht wie seit 15 Jahren nicht mehr.

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