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Sechster Rückgang in Folge Deutsche Wirtschaft weiter auf Talfahrt

09.04.2009 ·  Zwar ist die Erzeugung im produzierenden Gewerbe den neuesten Daten zufolge weniger stark gesunken als befürchtet. Dennoch dürfte sich der Abschwung der deutschen Wirtschaft im ersten Quartal dieses Jahres beschleunigt haben.

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Die Erzeugung im produzierenden Gewerbe ist im Februar weniger stark zurückgegangen als von Experten befürchtet, dennoch dürfte sich der Abschwung der deutschen Wirtschaft im ersten Quartal dieses Jahres beschleunigt haben.

Wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag auf Basis vorläufiger Daten mitteilte, verringerte sich die Produktion gegenüber Januar preis- und saisonbereinigt um 2,9 Prozent. Es war der sechste Rückgang in Folge. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten allerdings ein Minus von 3,4 Prozent erwartet.

Schwache Auftragslage macht wenig Hoffnung

Die Experten atmeten damit zwar etwas auf, nachdem das Wirtschaftsministerium am Mittwoch schlechter als erwartete Daten zum Februar-Auftragseingang vorgelegt hatte. Allerdings bezeichneten sie die Verfassung der Industrie weiterhin als sehr schwach und sagten, dass die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal noch stärker als Ende 2008 geschrumpft sein dürfte. „Angesichts der zuletzt noch sinkenden Auftragseingänge dürfte die Industrieproduktion auch in den kommenden Monaten weiter schwach bleiben“, erwartet das Ministerium.

Auf Jahressicht lag die Produktion im Februar unbereinigt um 23,2 Prozent niedriger, arbeitstäglich bereinigt verringerte sie sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 20,6 Prozent. Besonders stark waren die Rückgänge bei den Investitionsgüterherstellern. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verringerte sich bei ihnen die Produktion um 30,3 Prozent bzw. um 27,5 Prozent.

Volkswirte sehen zunächst auch kein Ende der Abwärtsbewegung. „Für das Gesamtjahr droht mit den bisher vorliegenden Zahlen und dem schlechten Stimmungsbild bei den Unternehmen ein Rückgang der Industrieproduktion von bis zu 20 Prozent“, heißt es in einer von HSBC Trinkaus veröffentlichten Studie.

Volkswirte rechnen mit deutlichem Rückgang des BIP

Auch für den am 15. Mai anstehenden Ausweis zum deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal zeigten sich die Volkswirte skeptisch. „Der Rückgang des BIP dürfte sich von minus 2,1 Prozent im vierten Quartal auf minus 3,6 Prozent beschleunigt haben“, sagte Jennifer McKeown von Capital Economics. Auch Prognosen eines BIP-Rückgangs um 4 Prozent im Jahresdurchschnitt 2009 könnten sich inzwischen als zu optimistisch erweisen, sagte die Volkswirtin.

„Mit den heutigen Produktionszahlen scheint besiegelt, dass die deutsche Wirtschaftsleistung im ersten Quartal noch stärker gesunken ist als Ende 2008“, sagte auch Fabienne Riefer von Postbank Research. „Wir erwarten einen Rückgang um etwa 3,5 Prozent gegenüber dem vierten Quartal, wobei der private Konsum dank der Abwrackprämie das Ergebnis abfedern dürfte“, meinte sie.

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