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Schwacher Dollar : Promis lassen sich in Euro bezahlen

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Dollar verschmäht sie wenn's denn geht: Gisele Bündchen Bild: DPA

Gisele Bündchen ist eines der bekanntesten Supermodels - entsprechend verdient sie. Da macht es schon etwas aus, wenn der Dollar schwach und der Euro stark ist. Deshalb fordert sie ihre Gagen zunehmend in Euro ein. Andere Promis tun es ihr gleich.

          Das brasilianische Supermodel Gisele Bündchen zählt zum wachsenden Kreis von Prominenten, die ihre Gage keinesfalls mehr in Dollar ausgezahlt haben möchten. Bündchen führt eine entsprechende Liste des Wirtschaftsmagazins Forbes an, auf der sich auch die legendären Investoren Warren Buffett und Bill Gross finden.

          Sie alle sind der Meinung, dass es für den amerikanischen Dollar nur noch einen Abwärtstrend geben kann, da die Amerikaner in den Jahren der Präsidentschaft von George W. Bush über ihre Verhältnisse gelebt haben.

          Keine Trendumkehr in Sicht

          Selbst nach dem Wertverfall des Dollars von inzwischen 34 Prozent seit 2001 sehen Investoren und Analysten keine Trendumkehr voraus. Die weiter fallenden Hauspreise in den Vereinigten Staaten und weitere Zinssenkungen der Notenbank Fed werden weiterhin für Druck auf die Dollarbewertung sorgen, sagen sie. Gegen den Euro hatte der Dollar zuletzt ein Rekordtief bei 1,4528 Dollar erreicht, und auch gegen den Kanadischen Dollar, den Chinesischen Yuan und das Britische Pfund markiert der Dollar ständig neue Tiefs.

          Und wenn es nach dem im vergangenen Quartal besonders akkurat prognostizierenden Währungsanalysten Hans-Günter Redeker von BNP Paribas geht, wird der Dollar bis zum Jahresende bis auf 1,50 Dollar je Euro fallen. Im Mittel erwarten 42 von Bloomberg News befragte Analysten mit einem Eurokurs von 1,43 Dollar. Die Bandbreite der zuletzt befragten Analysten lag zwischen einem Dollarkurs je Euro zwischen 1,42 und 1,50 Dollar.

          „Neue Verträge sind in Euro wesentlich attraktiver“

          Entsprechend fallen inzwischen die Verträge von Supermodels wie Bündchen aus. Als die 27 Jahre alte Brasilianerin im August mit dem amerikanischen Konzern Procter & Gamble Co. einen Werbevertrag für die international vermarktete Haarpflegeserie Pantene abschloss, bestand sie auf Zahlungen in Euro. Das berichtete das in Brasilien marktführende Nachrichtenmagazin Veja. Gleiches gilt für den Werbevertrag für das Designerparfüm „The One“ von Dolce & Gabbana SpA. Bündchen gehört mit Einnahmen von rund 33 Millionen Dollar seit Jahresbeginn zu den Topverdienern ihrer Branche.

          Managerin und Zwillingsschwester Patricia Bündchen verrät zwar - ebensowenig wie ihre New Yorker Agentin Anne Nelson - keine Details über die Verträge von Gisele Bündchen: „Neue Verträge sind aber in Euro wesentlich attraktiver als in Dollar, weil niemand voraussagen kann, was mit dem Dollarkurs geschehen wird“, sagte die Managerin im September in einem Telefoninterview mit Bloomberg News in Sao Paulo. Der Konzern Procter & Gamble wollte sich ebenfalls nicht zu den Verträgen äußern.

          Auch Warren Buffett ist skeptisch

          Auch Großinvestor Warren Buffett äußert sich zunehmend skeptisch zum amerikanischen Dollar. „Wir bleiben negativ zum Wechselkurs des Dollars im Vergleich zu den meisten Währungen der Welt. Daher konzentrieren wir uns auf den Kauf von Anteilen an Unternehmen, die ihr Geld außerhalb des Dollarraums verdienen“, sagte er im letzten Monat vor Journalisten in Südkorea.

          Gefahren für die Weltkonjunktur gehen von der Dollarschwäche nach Ansicht des früheren Beraters der amerikanischen Notenbank, Jay Bryson, nicht aus: „Die Welt hat gelernt, mit dem schwachen Dollar umzugehen“, sagte Bryson, der heute Analyst bei der viertgrößten amerikanischen Bank Wachovia in Charlotte im Bundesstaat North Carolina ist. Die Weltwirtschaft verlasse sich nicht mehr im gleichen Masse wie in früheren Zeiten auf die Vereinigten Staaten. Auch Bryson sieht den Dollar zum Jahresende bei 1,50 Dollar zum Euro.

          Die Dollarschwäche wirkte zuletzt allerdings über strake Exporte stützend auf die Konjunktur in den Vereinigten Staaten, die derzeit mit einer schweren Immobilienkrise fertig werden muss. Die Wirtschaft war im dritten Quartal mit überraschend starken 3,9 Prozent expandiert.

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