Der deutsche Export ist wegen der Rezession in aller Welt zum Jahresbeginn drastisch gesunken. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden bekanntgab, wurden im Januar Waren und Dienstleistungen im Wert von 66 Milliarden Euro ausgeführt. Damit lag das Ausfuhrvolumen um 20,7 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. Der Import ging weniger stark zurück: Mit einem Volumen von 58,1 Milliarden Euro lag die Einfuhr um 12,9 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Verglichen mit den Zahlen von Dezember 2008 waren die Rückgänge im Januar weniger groß: Die Ausfuhr sank kalender- und saisonbereinigt um 4,4 Prozent, die Einfuhr um nur 0,8 Prozent. Am tiefsten ist im Jahresvergleich der Export gefallen, der aus dem Euro-Raum hinausging (fast minus 25 Prozent); der Export in die Länder des Euro-Raums sank um gut 12 Prozent.
Insgesamt sehr schwaches Jahr erwartet
„Alle drei großen Bereiche des deutschen Exports, die Kraftfahrzeug-Industrie und ihre Zulieferer, die Chemie und der Maschinenbau, sind von großen Auftragsrückgängen betroffen“, sagte André Schwarz, Sprecher des Bundesverbands Groß- und Außenhandel (BGA). Innerhalb der Branchen gebe es vor allem im Maschinenbau zwar noch einzelne Bereiche, die noch recht gute Exportgeschäfte machten.
Insgesamt erwartet der Verband aber ein sehr schwaches Jahr. Nach der jüngsten Prognose des BGA wird der deutsche Export 2009 um 8 Prozent sinken. „Man muss aber auch sehen, dass die Exporteure eine Reihe von sehr guten Jahren gehabt haben, so dass sie in der Lage sind, eine gewisse Durststrecke zu überstehen“, sagte Schwarz. Gegenwärtig befinden sich die Weltwirtschaft und auch die Schwellenländer in einer „Schockstarre“ wegen der Finanzkrise. Im zweiten Halbjahr 2009 erwarte der BGA „etwas Licht“, für 2010 eine deutliche Verbesserung.
DIHK: Tiefpunkt der Krise ist erreicht
Volker Treier, der Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), betont, dass mittlerweile der Tiefpunkt der Krise gekommen sei. „Nach den Herstellern von Vorleistungsgütern wie der Chemie hat die Krise nun die Investitionsgüterhersteller, auch den Maschinenbau, voll erreicht“, sagte Treier. Die Nachfrage nach Investitionsgütern schwanke im Konjunkturverlauf stärker als in anderen Branchen. „Daher geht es jetzt besonders stark nach unten, während es im Aufschwung besonders stark nach oben ging.“
Den Vorjahresvergleich der Exportzahlen findet Treier zwar erschreckend. „Aber wenn man sich die Veränderung seit Dezember ansieht, dann zeigt sich, dass sich der Abrutsch nicht mehr beschleunigt.“
In 3-6 Monaten gehts richtig los...
Johannes Salzmann (enJOyIT)
- 10.03.2009, 22:27 Uhr
Deutsche Ausfuhr und Eurozone
Dieter Spethmann (dspeth)
- 11.03.2009, 08:53 Uhr
Kein Wunder bei diesen Produktionszahlen in der Automobilindustrie
Bernhard Schmickt (GoldMark)
- 14.03.2009, 21:14 Uhr
