http://www.faz.net/-gqe-8zjs8
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F+ Icon
F.A.Z. PLUS
abonnieren
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 07.07.2017, 10:54 Uhr

Produktion Das Wachstum ist weiter ungebremst

Deutschland, Frankreich, Spanien – von überall her kommen überraschend positive Zahlen aus der Industrie. Die Produktion boomt weiterhin. Aber es gibt auch Fachleute, die vor „Rückschlagpotential“ warnen.

© ZB In der Produktion läufts rund: Fabrikhalle der Borsig ZM, das auf Kolben und Getriebeturboverdichter spezialisiert ist.

Der Wachstums-Boom scheint ungebremst: Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im Mai überraschend kräftig ausgeweitet. Aber auch aus anderen europäischen Ländern gab es äußerst positive Zahlen.

In Deutschland erzeugten Industrie, Baubranche und Energieversorger zusammen 1,2 Prozent mehr als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag mitteilte. Das war schon der fünfte Anstieg in Folge. Ökonomen hatten lediglich ein Plus von 0,3 Prozent erwartet, nachdem die Fertigung im April um 0,7 Prozent zugelegt hatte.

Ihr wöchentlicher Wissensvorsprung
Ihr wöchentlicher Wissensvorsprung

Kompakt. Fundiert. Hintergründig. Jeden Freitag. Auch Digital.

Mehr erfahren

„Die zum Jahresende 2016 starke Dynamik bei den Auftragseingängen übersetzt sich seit Jahresbeginn in eine lebhafte Ausweitung der Produktionszahlen“, betonte das Ministerium. Die Belebung habe die meisten Industriezweige erfasst. „In der Gesamtbewertung hat die Industriekonjunktur damit im laufenden Jahr an Schwung und Breite gewonnen“, so das Ministerium.

Die Industriebetriebe allein weiteten ihre Produktion um 1,3 Prozent aus. Dabei fiel das Plus bei den Herstellern von Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen mit 2,6 Prozent besonders stark aus. Die Energieerzeuger steigerten ihre Leistung sogar um 2,9 Prozent. Das Baugewerbe meldete hingegen ein Minus von 1,0 Prozent.

Allerdings gibt es auch Fachleute, die bei allem Optimismus zur Vorsicht mahnen. Ralph Soveen von der Commerzbank sagte, die Auftragseingänge hätten sich zuletzt „eher sehr verhalten entwickelt“. Er sieht den Trend für die Produktion in der Industrie derzeit nur „seitwärts“  und „deutlich unter dem Mai-Niveau“. Sollte es in den kommenden Monaten nicht einen plötzlichen Schub bei den Orders geben, bestehe bei der Produktion „ein gewisses Rückschlagspotenzial, was im dritten Quartal das Wachstum der gesamten Wirtschaft vorübergehend bremsen würde."

Gute Mai-Zahlen auch aus Spanien und Frankreich

Auch die spanischen und französischen Unternehmen haben ihre Produktion im Mai überraschend stark hochgefahren. Wie das spanische Statistikamt am Freitag mitteilte, legte die Herstellung dort im Vergleich zum April um 1,2 Prozent zu. Analysten hatten im Schnitt einen schwächeren Zuwachs um 0,5 Prozent erwartet.

Mehr zum Thema

Die französischen Unternehmen stellten 1,9 Prozent mehr her als im Vormonat, wie das dortige nationale Statistikamt Insee am Freitag mitteilte. Ökonomen hatten lediglich mit einem Zuwachs von 0,5 Prozent gerechnet, nachdem es im April noch einen Rückgang von 0,6 Prozent gegeben hatte. Damit mehren sich die Zeichen, dass die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone besser in Schwung kommt. Die französische Notenbank hob in dieser Woche ihre Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im laufenden Jahr von 1,4 auf 1,6 Prozent an.

Daimler am Pranger

Von Susanne Preuß, Stuttgart

Daimler hat ein Super-Ergebnis erwirtschaftet. Die Führung sollte sich jetzt nicht daran ergötzen, sondern alles dran setzen, dass der dramatische Ansehensverlust aufgehalten wird. Mehr 6 12

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden
Zur Homepage