http://www.faz.net/-gqe-7gr8e
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 20.08.2013, 07:36 Uhr

Preissteigerung Höhere „gefühlte“ Inflation wegen teurer Lebensmittel

Kartoffeln, Butter und Äpfel kosten deutlich mehr als vor einem Jahr: Das führt dazu, dass den Deutschen die Inflationsrate deutlich höher vorkommt als sie offiziell ist.

© dpa Kartoffeln sind nicht nur gefühlt, sondern wirklich teurer

Die sogenannte gefühlte Inflation ist in Deutschland wesentlich höher als die offizielle Teuerungsrate. Um 2,9 Prozent seien die Preise hierzulande im Schnitt im Juli gestiegen, haben Ökonomen der italienischen Großbank Unicredit ausgerechnet. Das ist der bisher höchste Wert in diesem Jahr - und es ist auch eine höhere gefühlte Teuerungsrate als der langfristige Durchschnitt von 2,5 Prozent.

„Treiber sind die höheren Lebensmittelpreise“, sagte der Deutschland-Chefvolkswirt von UniCredit, Andreas Rees. Kartoffeln sind derzeit beispielsweise mehr als 40 Prozent teurer als vor einem Jahr, Äpfel mehr als 20 Prozent, Butter kostet beinahe ein Drittel mehr. Nahrungsmittel insgesamt kosteten im Juli nach der offiziellen, vom Statistischen Bundesamt geführten Datenreihe, durchschnittlich 5,7 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Offiziell 1,9 Prozent Inflation

Als Gründe für den Nahrungsmittelpreisanstieg gelten schlecht ausgefallene Ernten und wachsende Nachfrage in vielen Schwellenländern. Es gibt aber auch Ausnahmen: So haben sich Getreidesorten, die auf dem Weltmarkt gehandelt werden, gegenüber dem Vorjahr deutlich verbilligt, wie der Deutsche Bauernverband mitteilte.

Infografik / Deutschland / Gefühlte Inflation meist höher als tatsächlich © F.A.Z. Vergrößern

Die offizielle, vom statistischen Bundesamt ermittelte Inflationsrate betrug im Juli 1,9 Prozent und lag damit weiterhin relativ niedrig. Im Unterschied zum Statistikamt gewichten die UniCredit-Ökonomen die untersuchten Waren nach ihrer Kaufhäufigkeit. „Da Obst, Gemüse und andere Nahrungsmittel regelmäßig gekauft werden, fallen den Verbrauchern die Preiserhöhungen hier besonders stark auf“, erklärt Rees. Sinkende Preise langlebiger Güter wie etwa Computer würden dagegen weniger beachtet, da diese Waren nur selten gekauft werden.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET/Reuters

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Konjunktur Inflation bleibt im Keller

Die Preise in Deutschland sind wieder etwas gesunken. Das freut die Verbraucher. Doch eine niedrige Inflation gilt als Risiko für die Konjunktur. Mehr

28.04.2016, 14:58 Uhr | Wirtschaft
Das besondere Restaurant (23) Enzo im Schiffchen in Düsseldorf

Ein Gericht in der Telleranalyse: Beim Pulpo mit Kartoffel-Olivenöl-Emulsion zeigt Jean-Claude Bourgueil ein kulinarisches Verständnis, das daran erinnert, dass der südöstliche Teil Frankreichs und Italien unmittelbare Nachbarn sind. Mehr

26.04.2016, 15:04 Uhr | Stil
Kritik an Niedrigzinsen EZB-Präsident Draghi redet Anlegern das Sparbuch aus

Europas oberster Währungshüter muss viel Kritik für die Null-Zinspolitik der EZB einstecken - vor allem aus Deutschland. Jetzt geht Notenbankchef Draghi in einem Interview in die Offensive und richtet sich an die Anleger. Mehr

28.04.2016, 16:21 Uhr | Finanzen
Lebensmitteltafel Zu Gut für die Mülltonne

Die Tafel verteilt gespendete Lebensmittel an Bedürftige. Doch bevor Gemüse, Brot und Frischware in den Ausgabestellen abgeholt werden können, heißt es für die Mitarbeiterinnen in Oberursel: Aussortieren und Verpacken. Mehr

20.04.2016, 15:00 Uhr | Wirtschaft
Stabile Konjunktur Eurozone wächst schneller als die Vereinigten Staaten

Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone hat sich in den ersten drei Monaten des Jahres verdoppelt. Auch die Arbeitslosenzahlen senden ein positives Signal. Mehr

29.04.2016, 11:54 Uhr | Wirtschaft

TTIP und der Pfarrer

Von Carsten Knop

Das Freihandelsabkommen hat in Deutschland nur wenige Anhänger. Misstrauen und Ängste stecken tief. Dabei wäre es ratsam, Emotionen aus der Debatte zu nehmen. Mehr 19 19


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Ungleichheit Norwegens Staatsfonds geht gegen überhöhte Managergehälter vor

Der weltgrößte Staatsfonds will bald Prinzipien zu einer angemessenen Bezahlung für Top-Manager vorstellen. Die Institution ist an mehr als 9000 Unternehmen beteiligt. Mehr 33

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“