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Preissteigerung : Höhere „gefühlte“ Inflation wegen teurer Lebensmittel

  • Aktualisiert am

Kartoffeln sind nicht nur gefühlt, sondern wirklich teurer Bild: dpa

Kartoffeln, Butter und Äpfel kosten deutlich mehr als vor einem Jahr: Das führt dazu, dass den Deutschen die Inflationsrate deutlich höher vorkommt als sie offiziell ist.

          Die sogenannte gefühlte Inflation ist in Deutschland wesentlich höher als die offizielle Teuerungsrate. Um 2,9 Prozent seien die Preise hierzulande im Schnitt im Juli gestiegen, haben Ökonomen der italienischen Großbank Unicredit ausgerechnet. Das ist der bisher höchste Wert in diesem Jahr - und es ist auch eine höhere gefühlte Teuerungsrate als der langfristige Durchschnitt von 2,5 Prozent.

          „Treiber sind die höheren Lebensmittelpreise“, sagte der Deutschland-Chefvolkswirt von UniCredit, Andreas Rees. Kartoffeln sind derzeit beispielsweise mehr als 40 Prozent teurer als vor einem Jahr, Äpfel mehr als 20 Prozent, Butter kostet beinahe ein Drittel mehr. Nahrungsmittel insgesamt kosteten im Juli nach der offiziellen, vom Statistischen Bundesamt geführten Datenreihe, durchschnittlich 5,7 Prozent mehr als vor einem Jahr.

          Offiziell 1,9 Prozent Inflation

          Als Gründe für den Nahrungsmittelpreisanstieg gelten schlecht ausgefallene Ernten und wachsende Nachfrage in vielen Schwellenländern. Es gibt aber auch Ausnahmen: So haben sich Getreidesorten, die auf dem Weltmarkt gehandelt werden, gegenüber dem Vorjahr deutlich verbilligt, wie der Deutsche Bauernverband mitteilte.

          Bild: F.A.Z.

          Die offizielle, vom statistischen Bundesamt ermittelte Inflationsrate betrug im Juli 1,9 Prozent und lag damit weiterhin relativ niedrig. Im Unterschied zum Statistikamt gewichten die UniCredit-Ökonomen die untersuchten Waren nach ihrer Kaufhäufigkeit. „Da Obst, Gemüse und andere Nahrungsmittel regelmäßig gekauft werden, fallen den Verbrauchern die Preiserhöhungen hier besonders stark auf“, erklärt Rees. Sinkende Preise langlebiger Güter wie etwa Computer würden dagegen weniger beachtet, da diese Waren nur selten gekauft werden.

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