Home
http://www.faz.net/-gqf-7gr8e
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Preissteigerung Höhere „gefühlte“ Inflation wegen teurer Lebensmittel

Kartoffeln, Butter und Äpfel kosten deutlich mehr als vor einem Jahr: Das führt dazu, dass den Deutschen die Inflationsrate deutlich höher vorkommt als sie offiziell ist.

© dpa Vergrößern Kartoffeln sind nicht nur gefühlt, sondern wirklich teurer

Die sogenannte gefühlte Inflation ist in Deutschland wesentlich höher als die offizielle Teuerungsrate. Um 2,9 Prozent seien die Preise hierzulande im Schnitt im Juli gestiegen, haben Ökonomen der italienischen Großbank Unicredit ausgerechnet. Das ist der bisher höchste Wert in diesem Jahr - und es ist auch eine höhere gefühlte Teuerungsrate als der langfristige Durchschnitt von 2,5 Prozent.

„Treiber sind die höheren Lebensmittelpreise“, sagte der Deutschland-Chefvolkswirt von UniCredit, Andreas Rees. Kartoffeln sind derzeit beispielsweise mehr als 40 Prozent teurer als vor einem Jahr, Äpfel mehr als 20 Prozent, Butter kostet beinahe ein Drittel mehr. Nahrungsmittel insgesamt kosteten im Juli nach der offiziellen, vom Statistischen Bundesamt geführten Datenreihe, durchschnittlich 5,7 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Offiziell 1,9 Prozent Inflation

Als Gründe für den Nahrungsmittelpreisanstieg gelten schlecht ausgefallene Ernten und wachsende Nachfrage in vielen Schwellenländern. Es gibt aber auch Ausnahmen: So haben sich Getreidesorten, die auf dem Weltmarkt gehandelt werden, gegenüber dem Vorjahr deutlich verbilligt, wie der Deutsche Bauernverband mitteilte.

Infografik / Deutschland / Gefühlte Inflation meist höher als tatsächlich

Die offizielle, vom statistischen Bundesamt ermittelte Inflationsrate betrug im Juli 1,9 Prozent und lag damit weiterhin relativ niedrig. Im Unterschied zum Statistikamt gewichten die UniCredit-Ökonomen die untersuchten Waren nach ihrer Kaufhäufigkeit. „Da Obst, Gemüse und andere Nahrungsmittel regelmäßig gekauft werden, fallen den Verbrauchern die Preiserhöhungen hier besonders stark auf“, erklärt Rees. Sinkende Preise langlebiger Güter wie etwa Computer würden dagegen weniger beachtet, da diese Waren nur selten gekauft werden.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET/Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Großbritannien Notenbankchef muss niedrige Inflation rechtfertigen

In Großbritannien ist die Teuerungsrate deutlich unter den Zielwert der Zentralbank gesunken. Währungshüter Mark Carney muss sich nun öffentlich erklären. Mehr

13.01.2015, 15:44 Uhr | Wirtschaft
Deutsche Städte nicht fahrradfreundlich

Hunderte Radfahrer kommen laut Statistischem Bundesamt jährlich ums Leben, Tausende werden verletzt. Der ADAC untersuchte nun ein knappes Dutzend größerer deutscher Städte auf ihre Fahrradfreundlichkeit. Ergebnis unterm Strich: Meist sind die Bedingungen nur befriedigend, manchmal sogar noch viel schlechter. Mehr

28.08.2014, 16:04 Uhr | Gesellschaft
Lebensmittelmarkt Discounter in der Defensive

Billig allein reicht nicht mehr. Inzwischen verkauft Aldi sogar Coca-Cola und Granatäpfel – und gibt seit dieser Woche ein Kundenmagazin heraus. Die Grenze zum klassischen Supermarkt verwischt. Mehr Von Petra Kirchhoff, Frankfurt

18.01.2015, 12:05 Uhr | Rhein-Main
Hongkong Reis aus dem Großstadtdschungel

Das eng umgrenzte Hongkong muss fast alle Lebensmittel importieren. Bei Obst und Gemüse stammen nur zwei Prozent aus örtlichem Anbau. Doch die Zahl der Biohöfe wächst - langsam, aber stetig. Mehr

08.12.2014, 14:28 Uhr | Gesellschaft
Mehr Nahrung für mehr Menschen Die Chinesen: zum Kartoffel-Essen verdammt

Für Reis und Weizen gibt es in China eigentlich zu wenig Wasser und zu viele Menschen. Jetzt lässt der Staat Rezepte für Kartoffel-Mahlzeiten verbreiten. Mehr Von Von Hendrik Ankenbrand, Schanghai

23.01.2015, 16:03 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 20.08.2013, 07:36 Uhr

Bürokratie-Rätsel

Von Dietrich Creutzburg

Der Arbeitgeberpräsident sei ihr in den Rücken gefallen, beklagt Andrea Nahles über dessen Kritik an der geplanten Arbeitsstättenverordnung. Tatsächlich wirkt die plötzliche Kritik etwas scheinheilig. Mehr


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Umfrage

Soll Griechenland aus dem Euro ausscheiden?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Grafik des Tages Schusswaffen holen fast die Autos ein

In Amerika sterben mehr als 33.000 Menschen im Jahr durch Waffen - das sind fast so viele wie Tote im Straßenverkehr. Mehr 2

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden