Home
http://www.faz.net/-gqe-748s3
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Risikoabsicherung

Preisentwicklung Teure Energie hält Inflationsrate hoch

Die Inflationsrate in Deutschland verharrt auf hohem Niveau: Im Oktober stiegen die Preise um 2,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Benzin, Heizöl, aber auch Lebensmittel, vor allem Obst, verteuerten sich.

© dapd Vergrößern In den Supermärkten kostete vor allem Obst und Gemüse mehr.

Die Inflationsrate in Deutschland verharrt auf hohem Niveau: Wie im September stiegen die Preise auch im Oktober um 2,0 Prozent im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Die Inflationsrate lag damit in beiden Monaten genau bei der kritischen Marke, bis zu der die Europäische Zentralbank Preisstabilität gewährleistet sieht.

Grund für den Preisauftrieb im Oktober waren, wie in den  Vormonaten auch, vor allem gestiegene Kosten für Energie. Überdurchschnittlich stark verteuerten sich Benzin und Diesel. Sie kosteten 5,4 Prozent mehr als im Oktober 2011. Sie waren im vergangenen Monat um 5,5 Prozent höher als im Oktober 2011. Auch Heizöl war mit 11,3 Prozent deutlich teurer als noch vor einem Jahr. Auch die Preise für Gas und Strom zogen binnen eines Jahres an. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die  Inflation laut Statistik im Oktober bei 1,6 Prozent gelegen.

Die Preise für Nahrungsmittel stiegen im Vergleich zum Oktober 2011 um 3,3 Prozent an. Deutlich teurer wurden laut Statistik Obst und Gemüse, aber auch Fisch und Fleisch sowie Brot und Süßwaren. Günstiger waren hingegen Molkereiprodukte.

Wirtschaftsweise: Keine Gefahr für starken Preisauftrieb

Die fünf Wirtschaftsweisen sehen derzeit keine Gefahr für einen Preisanstieg auf breiter Front. „Die Inflationsrate weist eine stabile Entwicklung auf“, schrieben sie in ihrem Jahresgutachten für die Bundesregierung. „2012 und 2013 erhöhen sich die Verbraucherpreise voraussichtlich um jeweils 2,0 Prozent.“ Ohne die Strompreiserhöhungen wegen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes würde die Teuerungsrate im kommenden Jahr sogar nur bei 1,8 Prozent liegen.

Die Europäische Kommission hatte am Mittwoch eine Prognose veröffentlicht, wonach die Geldentwertung im Euro-Raum in diesem Jahr durchschnittlich 2,5 Prozent, und 1,8 Prozent im Jahr 2013 betragen wird.

Mehr zum Thema

Quelle: Reuters / AFP

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Mittelstandsanleihen-Ticker MS Deutschland wird doch kein ägyptisches Wohnschiff

Die MS Deutschland ist mit unbekannter Verwendungsabsicht in die Hände amerikanischer Betreiber übergegangen. Großaktionär Unister will Travel24-Aufsichtsratschef Kirchhof absetzen. Mehr

19.05.2015, 12:19 Uhr | Wirtschaft
Hongkong Reis aus dem Großstadtdschungel

Das eng umgrenzte Hongkong muss fast alle Lebensmittel importieren. Bei Obst und Gemüse stammen nur zwei Prozent aus örtlichem Anbau. Doch die Zahl der Biohöfe wächst - langsam, aber stetig. Mehr

08.12.2014, 14:28 Uhr | Gesellschaft
Zu Ehren des Autors Der Michael-Althen-Preis für Kritik 2015

Am 10. August ist Einsendeschluss: Zur Erinnerung an Michael Althen, Redakteur und Filmkritiker der F.A.Z. von 2001 bis 2011, hat diese Zeitung einen Preis ausgeschrieben. Zum vierten Mal soll eine Form der Kritik gewürdigt werden, in welcher analytische Schärfe und Emotion einander bedingen und ergänzen. Mehr Von Claudius Seidl

23.05.2015, 13:45 Uhr | Feuilleton
Vierbeinige Feinschmecker Das erste Hunderestaurant Deutschlands

In Berlin-Grunewald hat Johanna Wahlig ein besonderes Restaurant für vierbeinige Feinschmecker eröffnet. Im ersten Hunderestaurant Deutschlands gibt es Fleisch oder Fisch, Obst, Gemüse und Kartoffeln oder Nudeln. Mehr

02.03.2015, 15:59 Uhr | Gesellschaft
Peter Bofinger Wirtschaftsweiser für Abschaffung des Bargelds

Sollte das Bargeld abgeschafft werden? Ja, meint der Wirtschaftsweise Peter Bofinger. Denn das könne nicht nur den Zahlungsverkehr erleichtern - sondern auch die Märkte für Schwarzarbeit und Drogen austrocknen. Mehr

16.05.2015, 11:27 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 09.11.2012, 09:13 Uhr

Merkels Briten-Formel

Von Heike Göbel

Die Kanzlerin will nicht, dass die Briten aus der EU ausscheiden. Daher signalisiert sie, offen für deren Reformwünsche zu sein. Das ist eine Chance, auch Deutschland sollte Wünsche äußern. Mehr 3 13


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Job ist nicht gleich Job

Seit Jahren geht in Deutschland die Arbeitslosigkeit zurück. Das wären doch meist nur befristete Stellen, wenden Kritiker ein. Ist das so? Und wie ist es woanders? Mehr 0