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Ölpreis Kostet das Benzin bald zwei Euro?

27.02.2011 ·  Mit dem Ölpreis steigen auch die Benzinpreise an der Tankstelle. Internetseiten und iPhone-Apps helfen beim Preisvergleich. Zudem gibt es noch andere Möglichkeiten Sprit zu sparen.

Von Nadine Oberhuber
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Bei kaum einem Rohstoff schlagen die Weltmarktpreise so schnell auf den Verbraucher durch wie beim Öl. Wenn der Schmierstoff der Weltwirtschaft an den Terminbörsen teurer wird, merken die Verbraucher das unmittelbar an den Tankstellen. Nachdem der Preis je Barrel Rohöl zur Wochenmitte auf 120 Dollar gestiegen war, kletterten sofort die Benzinpreise in die Höhe. Zunächst pendelten sie sich bundesweit bei einem neuen Zwei-Jahres-Rekord von 1,53 Euro je Liter Super ein. Zum Wochenende hin zahlten Autofahrer in Großstädten schon knapp 1,60 Euro. So viel wie zuletzt im Sommer 2008.

Nun machen wilde Prognosen die Runde, wie teuer das Benzin noch werden könnte. Diejenigen, die sich dabei die Zukunft in der Ölfarbe ausmalen, in Schwarz, sprechen von drei Euro pro Liter. Davon dürften wir noch eine Weile entfernt sein, aber zumindest die Zwei vor dem Komma sehen einige schon nicht mehr als Utopie, wenn der Ölpreis weiter in Richtung 150 Dollar steigt. "Und derzeit gibt es keine Anzeichen, dass er die gegenteilige Richtung einschlagen könnte", sagen Rohstoffanalysten wie Eugen Weinberg von der Commerzbank und Felix Neugart vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag.

Preisvergleich einholen hilft sparen

Für manch einen wird da bald der Umstieg vom Auto auf andere Verkehrsmittel attraktiv. Aber auch wer aufs Auto angewiesen ist, kann sparen. Zuerst, indem er die Preise an den Tankstellen stärker vergleicht. Markentankstellen verlangen oft bis zu fünf Cent mehr pro Liter, und fast immer ist an großen Ausfallstraßen oder in Industriegebieten eine No-Name-Tankstelle in der Nähe, bei der das Benzin billiger ist. Zudem verraten Preisvergleiche im Internet, wo sich die günstigste Tankstelle im Umkreis befindet. Oft liegt die Differenz bei bis zu 15 Cent pro Stadt, listen die Websites auf (zum Beispiel: tankcheck.de, benzinpreis.de, benzinpreischeck.de). Einige dieser Vergleiche gibt es auch als Applikation für Smartphones (tankcheck, clever-tanken) für unterwegs. Aber nicht jeder Umweg zur billigsten Tankstelle lohnt sich: Wer zwei Kilometer zusätzlich fährt, um einen halben Cent zu sparen, hat selbst bei einer 60-Liter-Tankfüllung noch 16 Cent draufgezahlt, rechnete der TÜV Süd vor. Bei 3 Cent und 40-Liter-Tank lohnen sich fünf Kilometer Mehrweg. Um zum Tanken über die Grenze ins Nachbarland zu fahren, muss man schon viel sparen. Wenn man den Verschleiß hinzurechnet, kostet jeder Kilometer 26 Cent. Die zehn gesparten Euro, die Volltanken in Österreich bei einem 50-Liter-Tank bringt, sind nach 38 Kilometern Extrafahrt aufgezehrt.

E10 ist billiger

Das Abfahren von der Autobahn lohnt sich dagegen fast immer. Direkt an Autobahnzubringern gibt es viele Tankstationen, bei denen das Benzin etwa drei bis vier Cent billiger ist als an den Rasthöfen. Der beste Tanktag ist übrigens montags, da kostet der Liter Benzin rund 3,5 Cent weniger als am Freitag, an dem viele Tankstellen den Preis anheben - kurz bevor alle ins Wochenende flitzen.

Viele Autofahrer werden jetzt auch darüber nachdenken, auf E10 umzusteigen, den neuen Biosprit. Bisher meiden viele noch den Treibstoff, dem 10 Prozent Ethanol beigemischt sind. Entweder weil sie unsicher sind, ob ihr Auto ihn verträgt - oder weil sie dem gesetzlich vorgeschriebenen Biosprit nicht so recht trauen und bezweifeln, ob er wirklich so umweltfreundlich ist, wie behauptet wird. Bisher liegt der Biosprit deshalb wie Blei in den Öltanks vieler Tankstellen. Normales Superbenzin dagegen, das jetzt nur noch in kleineren Mengen gebunkert wird, ist bisweilen ausverkauft.

Dennoch: E10 ist derzeit meist fünf bis sieben Cent billiger zu haben als normales Super. Denn die Tankstellen haben die Preise für Super erhöht, damit die Akzeptanz für E10 wächst. Wer umsteigen will, sollte aber unbedingt prüfen, ob das Auto E10 verträgt. Eine aktuelle Liste aller Automodelle findet man im Internet unter E10-Verträglichkeitsliste der Deutschen Automobil Treuhand DAT.

Sprittrainings zur besseren Fahrweise

Selbst wer teuer tankt, kann aber billiger fahren: Die richtige Fahrweise spart nämlich viel Sprit, rät der ADAC. Wer frühzeitig in den nächsten Gang schaltet, verbraucht bis zu 30 Prozent weniger Benzin. Selbst im Stadtverkehr kann man also über den fünften Gang nachdenken; damit schluckt ein Auto etwa einen Liter weniger auf 100 Kilometer. Als Faustregel gilt: bei Tempo 30 in den 3. Gang schalten, bei 40 in den 4., bei 50 in den 5. Und das nächste Rennen an der Ampel lieber gleich verloren geben. Denn Kickstarts und ein nervöser Gasfuß bei Rotlicht können schon mal den vierfachen Kraftstoffverbrauch bedeuten.

Auch ein Spritspartraining kann sich lohnen. Damit können Autofahrer dauerhaft rund 20 bis 25 Prozent ihres bisherigen Benzinverbrauchs einsparen. Der ADAC und der Naturschutzbund NABU bieten solche Trainings an. Bei letzterem sind sie sogar kostenlos.

Heizöllieferanten raten ihren Kunden übrigens derzeit dazu, Ruhe zu bewahren und erst einmal abzuwarten. Momentan schwappt der Preis noch sehr unkontrolliert hin und her. Wer nicht unbedingt Öl kaufen muss, sollte daher auf eine Beruhigung des Marktes warten. Ohnehin ist der Heizölkauf im Sommer rund zehn Prozent billiger als jetzt.

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Jahrgang 1973, freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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