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Ölpreis knackt 139-Dollar-Marke „Risikofaktoren für eine Rezession der Weltwirtschaft“

07.06.2008 ·  Am Freitagabend knackte der Ölpreis die Marke von 139 Dollar, die amerikanischen Börsen brachen ein. Der amerikanische Energieminister sprach von einem „Schock“. Wie geht es weiter? Vertreter der großen Ölverbrauchsländer haben sich an diesem Samstag in Japan getroffen. Bei den Gesprächen war von der Gefahr einer „Rezession der Weltwirtschaft“ die Rede.

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Die rekordhohen Ölpreise stellen nach Ansicht des japanischen Wirtschaftsministers Akira Amari eine Gefahr für die globale Wirtschaft dar. Abgesehen von der Frage der Energiesicherheit berge der Ölpreis „große Risikofaktoren für eine Rezession der Weltwirtschaft“, sagte Amari am Samstag bei einem eintägigen Treffen von Vertretern der großen Ölverbrauchsländer Japan, Amerika, China, Indien und Südkorea im japanischen Aomori.

Der Ölpreis war am Freitag zwischenzeitlich um mehr als zehn Dollar auf über 139 Dollar je Fass geklettert. „Das ist ein Schock“, sagte der amerikanische Energieminister Samuel Bodman. Der drastische Ölpreissprung und schwache amerikanische Arbeitsmarktdaten hatten dem Dow Jones Index am Freitag daraufhin den bisher höchsten Tagesverlust im laufenden Jahr eingebracht.

Der amerikanische Leitindex brach um 3,13 Prozent auf 12.209,81 Punkte ein und schloß auf dem niedrigsten Stand seit dem 19. März. Auf Wochenbasis betrug das Minus 3,39 Prozent. Der marktbreite S&P-500-Index fiel um 3,09 Prozent auf 1360,68 Zähler. An der Technologiebörse Nasdaq ging es für den Composite-Index um 2,96 Prozent auf 2474,56 Zähler nach unten. Der Nasdaq 100 verlor 3,15 Prozent auf 1990,39 Punkte.

„Wachsende Nachfrage bie flauem Angebot“

Nach Ansicht von Bodman ist Spekulation nicht die Ursache des Preisanstiegs für Öl. Die Ölpreise seien zwar hoch. Ein Faktor dafür sei aber die „wachsende Nachfrage bei flauem Angebot“, sagte Bodman zu Journalisten vor Beginn von Beratungen der Energieminister der sieben größten Industrienationen plus Russland (G8) an diesem Sonntag in Aomori, zu denen auch China, Indien und Südkorea eingeladen sind.

Auf die Frage, ob spekulative Mittel zum Beispiel von Hedge-Fonds die Preise treiben würden, sagte Bodman der japanischen Agentur Kyodo: „Nicht, soweit ich das sagen kann“. Er sehe keine Notwendigkeit, die Finanzvorschriften zu verschärfen.

Ende von staatlichen Treibstoff-Bezuschussungen gefordert

Bodman forderte ein Ende von staatlichen Treibstoff-Bezuschussungen. „Wir wissen, dass die Nachfrage zunimmt, weil viele Nationen Öl immer noch subventionieren. Das sollte aufhören“, sagte er. Zugleich warnte er vor weiteren Preisschwankungen, so lange nicht mehr Öl gefördert werde.

Mit seinen Forderungen nach einem Stopp der Bezuschussung dürfte der Energieminister insbesondere Indien und China im Blick haben. Dort wurden die Treibstoff-Preise zwar trotz Inflationssorgen in beiden Ländern jüngst erhöht - nach Auffassung von Fachleuten jedoch nicht in dem Maße, als dass dies dem rasanten Anstieg des Ölpreises entspreche.

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Von Heike Göbel

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