http://www.faz.net/-gqe-75tyy
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 18.01.2013, 10:31 Uhr

Neue BIP-Zahlen China wächst langsamer als 2011 - und erholt sich doch

Chinas Wachstum hat sich abgeschwächt - jedenfalls auf das Gesamtjahr 2012 gerechnet. Das geht aus neuesten Zahlen des Statistikamts hervor. Doch die Zahlen zeigen auch: Ende des Jahres ging es wieder aufwärts, die Delle scheint überwunden.

© REUTERS Zwischen Wachstum und Wachstumsgrenzen: Chinas Konjunktur hat sich zum Jahresende erholt.

Die chinesische Wirtschaft hat im vergangenen Jahr deutlich an Wachstumstempo verloren. Die Wirtschaftsleistung stieg um 7,8 Prozent und damit weniger schwungvoll als 2011, wie aus aktuellen Zahlen des Statistikamts hervorgeht. 2011 wurden noch 9,3 Prozent erreicht.

Positiv für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde ist aber der Trend am Jahresende, der nach oben zeigt. Wie die Statistikbehörde des Landes weiter mitteilte, erwirtschaftete China im vierten Quartal ein Plus von 7,9 Prozent. Das ist ein halber Prozentpunkt mehr als im dritten Quartal.

Über der Vorgabe der Regierung

Das Wirtschaftswachstum 2012 lag damit über der Vorgabe der Regierung von 7,5 Prozent. Das Ziel wird jedoch traditionell sehr vorsichtig gesetzt und normalerweise um ein oder zwei Prozent übertroffen. Mit neuen Stimulusmaßnahmen dürfte das Wachstum in der ersten Jahreshälfte weiter an Schwung gewinnen, doch warnen Fachleute auch vor schwierigeren Zeiten im zweiten Halbjahr.

Die Dezember-Daten zeigen in der Tat nur eine leichte Besserung: Die Industrieproduktion legte zum Jahresende um 10,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu - etwas mehr als die 10,1 Prozent im November. Die Industrieproduktion wuchs im gesamten Jahr mit zehn Prozent und einem Minus von 3,9 Prozentpunkten nur langsamer als im Vorjahr.

Das Wachstum der Einzelhandelsumsätze legte im Dezember mit 15,2 Prozent leicht zu, nachdem es im November bei 14,9 Prozent gelegen hatte. Im ganzen Jahr wurde ein Plus von 14,3 Prozent erreicht. Das sind allerdings 2,8 Prozentpunkte weniger als 2011.

Negative Folgen für die Umwelt

Lu Ting, Volkswirt der Bank of America-Merrill Lynch, hält gleichwohl die Diskussion um eine harte oder weiche Landung der chinesischen Wirtschaft für endgültig beendet. Das Augenmerk richte sich bereits wieder auf die Frage, wie dauerhaft die gegenwärtige Erholung des Wachstums sein werde. Nach Einschätzung von Lu dürfte die Beurteilung Chinas an den Märkten gegen Mitte 2013 wieder etwas vorsichtiger werden. Dann werde die Regierung in Reaktion auf Inflation und steigende Immobilienpreise möglicherweise wieder beginnen, die Fiskal- und Geldpolitik zu straffen. Er prognostiziert ein BIP-Wachstum von 8,3 Prozent im ersten Halbjahr 2013 und von 8,1 Prozent im zweiten Halbjahr.

Derweil rücken in China die negativen Folgen des Wirtschaftswachstums für die Umwelt zunehmend in den Blick. Chinas Regierung hatte sich Mitte der Woche zum ersten Mal offiziell dazu geäußert – angesichts der tagelangen, heftigen Smog-Probleme in vielen Metropolen. Vizepremier Li Keqiang sagte am Mittwoch, dass die aufstrebende zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt „ihr ineffizientes Wachstumsmodell nicht fortsetzen kann“.

Mehr zum Thema

Quelle: Dow Jones / DPA / FAZ.net

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Quartalsberichte Deutsche Bank nur noch mit Mini-Gewinn

Die mitten in der Sanierung steckende Bank hat sich mit Mühe in den schwarzen Zahlen gehalten. Vor einem Jahr stand noch ein Gewinn von gut 800 Millionen Euro zu Buche. Mehr

27.07.2016, 07:48 Uhr | Wirtschaft
Türkei Regierung lässt Journalisten festnehmen

Nach der Verhängung des Ausnahmezustandes in der Türkei haben die Behörden Medienberichten zufolge am Montag Haftbefehle gegen 42 Journalisten erlassen. Unter ihnen sei auch Nazli Ilicak, eine frühere Parlamentsabgeordnete und Journalistin. Sie hatte der Regierung vor einigen Jahren Korruption vorgeworfen und war deshalb entlassen worden. Mehr

27.07.2016, 11:46 Uhr | Politik
Soziales Netzwerk Facebook überrascht mit glänzenden Zahlen

Facebook ist mittlerweile fast so viel wert wie der Ölkonzern Exxon-Mobil. Aber der Konzern hat auch eine Warnung für die Anleger. Mehr Von Roland Lindner, New York

28.07.2016, 06:27 Uhr | Wirtschaft
Faule Kredite Italienische Banken zittern vor dem Stress-Test

360 Milliarden Euro an faulen Krediten haben italienische Banken in den Papieren stehen. Das ist fast so viel wie Deutschlands Wirtschaft in einem Jahr erwirtschaften kann. Im Stresstest der EZB im Jahr 2014 sahen die italienischen Banken schlecht aus. Jetzt zittert die Branche noch einmal vor dem Testergebnis. Mehr

29.07.2016, 15:02 Uhr | Wirtschaft
Eurokrise Oettinger droht Portugal und Spanien mit Kürzung von Geldern

Vor ein paar Tagen hatte die EU-Kommission beschlossen, keine Bußgelder gegen Portugal und Spanien zu verhängen, trotz deren Verstößen gegen den Stabilitätspakt. Mehr

30.07.2016, 10:45 Uhr | Wirtschaft

Minister Gabriel beim Mauscheln

Von Rainer Hank

Edeka darf Kaiser’s Tengelmann nicht übernehmen. Obwohl der Wirtschaftsminister es erlaubt hat. Der hat recht – aber doofe Argumente. Ein Kommentar. Mehr 4 10

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden