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Neue BIP-Zahlen : China wächst langsamer als 2011 - und erholt sich doch

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Zwischen Wachstum und Wachstumsgrenzen: Chinas Konjunktur hat sich zum Jahresende erholt. Bild: REUTERS

Chinas Wachstum hat sich abgeschwächt - jedenfalls auf das Gesamtjahr 2012 gerechnet. Das geht aus neuesten Zahlen des Statistikamts hervor. Doch die Zahlen zeigen auch: Ende des Jahres ging es wieder aufwärts, die Delle scheint überwunden.

          Die chinesische Wirtschaft hat im vergangenen Jahr deutlich an Wachstumstempo verloren. Die Wirtschaftsleistung stieg um 7,8 Prozent und damit weniger schwungvoll als 2011, wie aus aktuellen Zahlen des Statistikamts hervorgeht. 2011 wurden noch 9,3 Prozent erreicht.

          Positiv für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde ist aber der Trend am Jahresende, der nach oben zeigt. Wie die Statistikbehörde des Landes weiter mitteilte, erwirtschaftete China im vierten Quartal ein Plus von 7,9 Prozent. Das ist ein halber Prozentpunkt mehr als im dritten Quartal.

          Über der Vorgabe der Regierung

          Das Wirtschaftswachstum 2012 lag damit über der Vorgabe der Regierung von 7,5 Prozent. Das Ziel wird jedoch traditionell sehr vorsichtig gesetzt und normalerweise um ein oder zwei Prozent übertroffen. Mit neuen Stimulusmaßnahmen dürfte das Wachstum in der ersten Jahreshälfte weiter an Schwung gewinnen, doch warnen Fachleute auch vor schwierigeren Zeiten im zweiten Halbjahr.

          Die Dezember-Daten zeigen in der Tat nur eine leichte Besserung: Die Industrieproduktion legte zum Jahresende um 10,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu - etwas mehr als die 10,1 Prozent im November. Die Industrieproduktion wuchs im gesamten Jahr mit zehn Prozent und einem Minus von 3,9 Prozentpunkten nur langsamer als im Vorjahr.

          Das Wachstum der Einzelhandelsumsätze legte im Dezember mit 15,2 Prozent leicht zu, nachdem es im November bei 14,9 Prozent gelegen hatte. Im ganzen Jahr wurde ein Plus von 14,3 Prozent erreicht. Das sind allerdings 2,8 Prozentpunkte weniger als 2011.

          Negative Folgen für die Umwelt

          Lu Ting, Volkswirt der Bank of America-Merrill Lynch, hält gleichwohl die Diskussion um eine harte oder weiche Landung der chinesischen Wirtschaft für endgültig beendet. Das Augenmerk richte sich bereits wieder auf die Frage, wie dauerhaft die gegenwärtige Erholung des Wachstums sein werde. Nach Einschätzung von Lu dürfte die Beurteilung Chinas an den Märkten gegen Mitte 2013 wieder etwas vorsichtiger werden. Dann werde die Regierung in Reaktion auf Inflation und steigende Immobilienpreise möglicherweise wieder beginnen, die Fiskal- und Geldpolitik zu straffen. Er prognostiziert ein BIP-Wachstum von 8,3 Prozent im ersten Halbjahr 2013 und von 8,1 Prozent im zweiten Halbjahr.

          Derweil rücken in China die negativen Folgen des Wirtschaftswachstums für die Umwelt zunehmend in den Blick. Chinas Regierung hatte sich Mitte der Woche zum ersten Mal offiziell dazu geäußert – angesichts der tagelangen, heftigen Smog-Probleme in vielen Metropolen. Vizepremier Li Keqiang sagte am Mittwoch, dass die aufstrebende zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt „ihr ineffizientes Wachstumsmodell nicht fortsetzen kann“.

          Quelle: Dow Jones / DPA / FAZ.net

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