11.05.2006 · Der Stimmungsaufschwung in den kleinen und mittleren Unternehmen scheint momentan keine Grenze zu kennen. Die Betriebe erwägen Neueinstellungen und höhere Preise.
Der Stimmungsaufschwung in den kleinen und mittleren Unternehmen scheint momentan keine Grenze zu kennen, folgt man dem Aprilergebnis des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers, das die KfW-Bankengruppe monatlich mit dem Ifo-Institut für diese Zeitung ermittelt. Abgesehen von der Atempause im August vergangenen Jahres ist das mittelständische Geschäftsklima, der zentrale Indikator des Barometers, seit Mai 2005 kontinuierlich gestiegen.
Zuletzt übertraf es den Vormonat um 3,1 Zähler, der Vergleichswert des Vorjahres wurde sogar um 26,8 Zähler überschritten. Dies ist nicht nur der höchste Jahreszuwachs seit der Erhebung gesamtdeutscher Daten, auch das im April erreichte Klimaniveau - 22,5 Saldenpunkte über der Nullinie, die dem "konjunkturneutralen" langjährigen Mittelwert entspricht - findet keine Parallele in der jüngeren Vergangenheit. Den Spitzenwert des New-Economy-Booms (15,5 Saldenpunkte im Mai 2000) hat der Indikator jedenfalls weit hinter sich gelassen, und man muß schon bis in die Frühphase der Wiedervereinigungseuphorie (23,2 Punkte im Mai 1991) zurückgehen, um auf eine noch überschwenglichere Stimmung unter den Mittelständlern zu stoßen.
Weiterhin kamen von beiden Komponenten des Geschäftsklimas Impulse, wenngleich die Urteile zur aktuellen Geschäftslage angesichts eines kräftigen Zuwachses den Löwenanteil zu der Klimaaufhellung beitrugen. Die Geschäftserwartungen verbesserten sich indes kaum noch. Nach einem mageren Plus erzielten sie zwar das vierte Rekordhoch in Folge, fielen aber erstmals seit fünf Monaten hinter die Lageurteile zurück. Diese Konstellation könnte ein Indiz dafür sein, daß der Stimmungsgipfel nach langem Anstieg allmählich in Sichtweite kommt.
Eine Eintrübung auf dem fast wolkenlosen Konjunkturhimmel zeigen die regional heruntergebrochenen Geschäftsklimaindikatoren. Denn im Unterschied zu den Vormonaten stützte sich der Aufschwung diesmal ausschließlich auf Westdeutschland, während die ostdeutschen Mittelständler ihre Stimmung erstmals seit fünf Monaten leicht nach unten korrigierten. Die ohnehin beträchtliche Stimmungslücke zwischen den beiden Landesteilen wurde mithin wieder größer.
Höhere Preise in Sicht
Dennoch: Der Aufschwung hat so viel Stärke gewonnen, daß die Unternehmen höhere Absatzpreise in Erwägung ziehen. Hierin spiegelt sich allerdings auch der von den gestiegenen Rohstoffpreisen ausgelöste Kostendruck wider. Auch für den Arbeitsmarkt sind das gute Nachrichten. Die kleinen und mittleren Unternehmen nehmen die gute wirtschaftliche Lage zum Anlaß, wieder vermehrt Neueinstellungen ins Kalkül zu ziehen. Die Beschäftigungserwartungen haben sich kontinuierlich verbessert und notierten auf einem historischen Hoch - wobei allerdings anzumerken ist, daß diese Zeitreihe erst seit Juli 1997 erhoben wird und insofern vorsichtig interpretiert werden muß.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |