http://www.faz.net/-gqe-747u9
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 08.11.2012, 09:29 Uhr

Minus von 3,4 Prozent Exporte sinken so stark wie zuletzt 2009

Wegen der schwachen Nachfrage aus der Euro-Zone sinken die deutschen Exporte im September so stark wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Auch in Zukunft müssen sich die Unternehmen auf ein schwieriges Geschäft einstellen.

© REUTERS „Das ist der erste Rückgang im Jahresvergleich seit Januar 2010 und zugleich der stärkste seit November 2009“

Die deutschen Exporte sind im September wegen der schwachen Nachfrage aus der Euro-Zone so stark gesunken wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Sie fielen um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 91,7 Milliarden Euro, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. „Das ist der erste Rückgang im Jahresvergleich seit Januar 2010 und zugleich der stärkste seit November 2009“, sagte ein Statistiker der Nachrichtenagentur Reuters. Verglichen mit dem Vormonat fielen die Ausfuhren um 2,5 Prozent.

Einen größeren Rückgang hatte es zuletzt im Dezember 2011 gegeben. Ökonomen hatten lediglich mit einem Minus von 1,5 Prozent gerechnet. Grund für die Einbußen ist die stark sinkende Nachfrage aus der krisengeplagten Euro-Zone. Die Exporte dorthin brachen um 9,1 Prozent im Vergleich zum September 2011 ein, die in die EU-Länder um 7,0 Prozent. Dagegen wuchsen die Ausfuhren in Drittländer - zu denen beispielsweise die Vereinigten Staaten und große Schwellenländer wie China gehören - um 1,8 Prozent.

Mehr zum Thema

Auch in den kommenden Monaten müssen sich die Unternehmen auf ein schwieriges Geschäft einstellen. Die Auslandsaufträge der Industrie fielen im September um 4,5 Prozent. Dabei ging die Nachfrage aus der Euro-Zone mit 9,6 Prozent mehr als doppelt so stark zurück. In den ersten neun Monaten erhöhten sich die Exporte um 4,1 Prozent auf 825,9 Milliarden Euro. Der Außenhandelsverband BGA rechnet im Gesamtjahr mit einem Wachstum von etwa vier Prozent.

Damit würde die 2011 erstmals erreichte Billionen-Grenze beim Umsatz abermals übertroffen. Die deutschen Importe fielen im September im Vergleich zum Vormonat um 1,6 Prozent. Ökonomen hatten lediglich ein Minus von 0,1 Prozent erwartet. Die Einfuhren summierten sich auf 74,9 Milliarden Euro, was einem Minus von 3,6 Prozent im Vergleich zum September 2011 entspricht. Die Handelsbilanz - die Differenz zwischen Exporten und Importen - wies einen saison- und kalenderbereinigten Überschuss von 17,0 Milliarden Euro aus.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Dank robuster Wirtschaft Deutscher Staat erzielt satten Überschuss

Die Beschäftigung ist hoch, die Wirtschaft wächst, Steuern und Sozialabgaben sprudeln: Das beschert Deutschland einen ordentlichen Haushaltsüberschuss. Mehr

24.08.2016, 08:21 Uhr | Wirtschaft
Italien Merkel auf Mini-Gipfel mit Renzi und Hollande

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist zum sogenannten Mini-Gipfel nach Süditalien gereist, um ihre Amtskollegen Matteo Renzi sowie den französischen Präsidenten Francois Hollande zu treffen. Die Zusammenkunft diente unter anderem auch dem Zweck, nach dem Brexit die Zukunft Europas zu besprechen und den großen EU-Gipfel Mitte September vorzubereiten. Mehr

22.08.2016, 19:49 Uhr | Politik
Haushaltsüberschuss Der Ruf nach Steuersenkungen wird lauter

Finanzminister Schäuble kann sich über einen Überschuss von 18,5 Milliarden Euro freuen - und warnt vorsorglich vor zu hohen Erwartungen. Seine Parteifreunde klingen da ein wenig anders. Mehr Von Kerstin Schwenn, Berlin

24.08.2016, 17:53 Uhr | Wirtschaft
Verbraucherschutz Foodwatch fordert Abgabe auf zuckerhaltige Getränke

In vielen Getränken stecken nach wie vor mehr als 5 Prozent Zucker. Das entspricht mehreren Würfeln pro Portion. Deshalb fordern die Verbraucherschützer von Foodwatch zum Handeln auf. Mehr

24.08.2016, 20:10 Uhr | Gesellschaft
Terrorfolgen In Pariser Luxushotels purzeln die Preise

Der Terrorismus schadet dem Tourismus in Frankreich. Ausländische Gäste machen mehr und mehr einen Bogen um Paris. Erste Luxushotels senken in der französischen Hauptstadt deshalb ihre Preise. Mehr

23.08.2016, 15:00 Uhr | Finanzen

Für den Steuerzahler

Von Kerstin Schwenn, Berlin

In Zeiten steigender Haushaltsüberschüsse sollte in Berlin das Bewusstsein dafür reifen, dass dieses Geld großenteils dem Steuerzahler gebührt. Die Leistungsträger haben das verdient. Mehr 1 0

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Türkeikrise bremst Fusionen und Übernahmen

Die Krise in der Türkei bestimmt weiter die Schlagzeilen. Aber was bedeutet sie für die Wirtschaft? Dazu gibt es jetzt eine erste Schätzung. Und die sieht ziemlich erschreckend aus. Mehr 0