02.02.2013 · Das Bruttoinlandsprodukt hat in den Augen vieler Menschen keine überragende Bedeutung mehr. Aber an welcher anderen Maßzahl kann sich die Politik orientieren?
Von Richard Hilmer, Nico A. Siegel und Gert G. WagnerRichtlinien für Lesermeinungen
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Sie sprechen das BIP in dem Kontext an, dass es neuen Bundesländern
ca 22 T€ und damit niedriger als in den Altbundesländern
liegt. Der Ansatz ist richtig, nur die Schlussfolgerung falsch. Wertfrei
rede ich von innen und außen, denn es gilt ebenso für
asiatische Produktionen.
Wenn... AUSSEN auf 400 € Basis die komplette Produktion erbringen
würde und INNEN nur noch den Aufkleber Made in Germany befestigen
würde, aber dann das Produkt für das 100fache
(weiter)verkaufen würde, dann läge das BIP für AUSSEN bei
400 und das BIP für INNEN bei 39.600 (BIP INNEN abzgl BIP AUSSEN) =
WERTSCHÖPFUNG INNEN.
In der alternativen Berechn.methode greift das geringere Realeinkommen
damit auch noch tautologisch.
Ihre These einer gesamtdeutschen Senkung des BIP erklärt sich mir
nicht. Würde doch die Konsumausgabe im Geberland reduziert aber
dafür in gleicher Höhe als Konsumausgabe im Nehmerland
greifen. Als Anreizsystem dient es aber nicht.
ja ich bin auch der meinung, dass sich der staat um die "ungleichheit von einkommen und vermögen kümmern sollte" - mehr für die fleissigen, weniger für die faulen.
soll es also demnächst für ganz Deutschland heißen, um den massiven Wohlstandsverlust zu überdecken, der durch die Verköstigung ganzer Staatsvölker im In- und Ausland eingetreten ist und sich immer mehr beschleunigt und sich nur noch mühsam durch eine explodierende Schuldenlast kaschieren läßt.
Neben dem Überschuss an Stickstoff (immerhin besorgniserregende 78
% in der Atmosphäre!) stört mich auch die viel zu hohe
Schwerkraft. Die Politik sollte sich dringend um dieses Problem kümmern.
PS: „Abbau des Stickstoffüberschusses“ kann sich
eventuell auf die Überdüngung in der Landwirtschaft beziehen,
aber es war wohl eine Scherzfrage.
Zufriedenheit/Lebensglück anstelle BIP
Es fällt auf, dass die Enquete Kommission nur sachliche und damit "verkopfte" Gründe berücksichtigt hat. Ist es noch zeitgemäß den Wohlstand einer Gesellschaft über das BIP oder auch ein "BIP plus" zu definieren? Länder wie Bhutan, das "Glück" als Staatsziel festgeschrieben hat, regen zum Nachdenken an. Wissenschaftler wie Prof. Ruckriegel (Nürnberg) zeigen neue Wege auf - schade, dass solche Vordenker nicht in der Enquete Kommission Gehör gefunden haben - unserem Land täte mehr Offenheit für neues Denken und neue Ansätze der Wohlstandsmessung gut!
Desinformiert, manipuliert und indoktriniert
Fragen Sie mal 10 Leute auf der Strasse was genau unter dem
"BIP" zu verstehen ist und Sie werden 11 verschiedene
Antworten bekommen, von denen max. zwei richtig sein duerften. Fragen
Sie ausserdem noch nach wirtschaftlichen Zusammenhaengen und
"erfreuen" Sie sich dann an der Qualitaet deutscher
Schulbildung die sich Ihnen daraufhin offenbaren wird. Wenn ich nicht so
genau weiss, was ein BIP ist, dann ist das fuer mich logischerweise
nicht wichtig, schon gar nicht, wenn ich bestenfalls rudimentaere Ahnung
davon habe, wie eine Volkswirtschaft tatsaechlich funktioniert (nicht
funktionieren soll).
Wenn ich dagegen aber einer staendigen Berieselung dahingehend
ausgesetzt bin, das der Weltuntergang durch Treibhausgase stattfinden
wird und dann gefragt werde, ob dieses fuer mich wichtig ist, dann
duerfte es kaum verwunden, dass ueber 50% dieses bejahen.
chapeau
ganz ihrer meinung. allerdings gilt auch heute noch "panem et
circensis" ... das smartphone regiert und dass ein gutteil der
"informationen" als unterhaltung dargebracht werden ist der
tieferen reflektion eher abträglich.
ich persönlich glaube im hinblick auf klimakatastrophe und co2 kein
einziges wort. ich finde es aber taktisch ganz ok, jederman von diesem
blödsinn zu überzeugen ... schliesslich soll doch die ganze
welt die AAA+-kühlschränke und motorsägen mit kat made in
germany kaufen. man braucht humor für diese welt.
Die Reduktion des "Stickstoffüberschusses" ist genauso wichtig wie die Reduktion der Treibhausgase. Die vielen Antworten für das erfundene Umweltproblem zeigen leider die allgemeine Unkenntnis grundlegender natruwissenschaftlicher Zusammenhänge. Und auch die Redaktion der FAS hat die Fangfrage nicht erkannt.
Da die Bruttoinlandsprodukte kaum noch Wachstum ausweisen werden - der Trend hat bereits eingesetzt - wird eben eine neue Maßzahl erfunden. Da kann man dann kaum nachvollziehbaren Pseudo-Wohlstand ausweisen. Der Manipulation des Armutsberichts sollen nur weitere Manipulationsmöglichkeiten folgen. Das ist klar erkennbar.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.02.2013 22:42 UhrAuch mein erster Gedanke
Ich gebe Ihnen vollkommen recht: dann kann das Partei(en)komissariat Wohlstand einfach anordnen. Ich finde 10 Faktoren sind viel zuwenig, bei 30 wird es gänzlich unmöglich etwaige Justierungen nach zu vollziehen :-)
Was ist Stickstoffüberschuß ???
Wohlstand im engeren Sinne setzt voraus, dass die Steuer- und Bürokratielast drastisch, min. Faktor
3 bzw. 10 gesenkt wird. Denn genau durch dieses ständige Wegstehlen
und die ständigen Frondienste wird der Wohlstand am meisten gemindert.
Bei der Frage nach der Lebensqualität - eine ganz andere Frage -
spielt dies auch wieder mit rein, ich für meinen Teil z.B. will
nicht ständig gegängelt werden, mich nicht ständig mit
neuem Irrsinn, neue Klientelgesetzen etc., befassen müssen,
dafür ist mir meine Lebenszeit eigentlich zu schade. Die
Befehlsflut ist unmenschlich, da kein Mensch dies real verarbeiten kann.
Von den gemeinschaftlich organisierten Dingen erwarte ich eigentlich nur
genau, dass diese professionell und mit stetig steigender Effizienz
abgewickelt werden, z.B. Straßenbau etc.
Ansonsten liegt es im Kern in der Hand eines/r jeden Einzelnen, das
jeweils Gute und Richtige zu tun. Es sollte aber nie so sein, dass
Einzelne (Gruppen) einem hier etwas aufoktroyieren, schon gar auf einer
zu konkreten Ebene.
ganz ihrer meinung
das problem ist jedoch, dass in deutschland gerade eine derart "staatstragende" meinung herrscht und die "gerechte umverteilung" stets neue freunde findet. ich für meinen teil habe nichts gegen einen höheren steuersatz an der obersten spitze einzuwenden, was mich jedoch zum wahnsinn treibt, ist die tatsache, dass man mit einkommen unter 50-60.000 euro brutto p.a. faktisch kein vermögen mehr aufbauen kann. insofern werden auch viele leute, die ihr eigenes auskommen erwirtschaften irgendwann am staatstropf hängen. ich pers. bin nicht der meinung, dass geld und blanker besitz glücklich macht - allerdings sollte der bürger sich den finanz. freiraum für seinen lebensplan autark erarbeiten können, ohne dass der staat seine eigene bedürftigkeit priorisiert.
"Das Bruttoinlandsprodukt hat in den Augen vieler Menschen
keine überragende Bedeutung mehr."
Mit Verlaub, das ist Blödsinn.
Das BIP ist eine abstrakte Sache, aber sinkender Lebensstandard ist
praktisch erlebbar. Die Leute leisten sich weniger Reisen, kaufen
kleinere Autos, können den Strom nicht mehr bezahlen, verarmen im
Alter (und vorher) und sterben aufgrund schlechterer medizinischer
Versorgung früher.
Das alles betrifft unsere Politiker natürlich nicht udn deshalb
können sie im Elfenbeinturm über sinnlose andere Parameter schwafeln.
Letztlich hat das Ganze nur den Zweck, Verzicht als Glück zu verkaufen.
Buddha lässt grüßen...
Lebensstandard...
Es kommt darauf an, was man unter Lebensstandard versteht. Auf diese
lemminghaften Reisen sollte schon aus Umweltschutzgründen
verzichtet werden, die Leute sterben nicht früher, sondern werden
immer älter und der Strom ist nur aus politischen Gründen
teuer.
Es soll Leute geben, die sind trotz materiellem Reichtum
unglücklich oder gerade deswegen.
Dass unser 'Wohl' an erster Stelle steht, vor der Geldgier!
Für mich sind entscheidende Faktoren für den Wohlstand einer Gesellschaft, dass grundsätzliche Dinge bezahlbar bleiben. Wir haben die höchsten Steuerabgaben, können aber noch nicht mal für eine bezahlbare Infrastruktur sorgen. In ländlichen Gebieten müssen die Leute sogar für Straßenbau und Beleuchtung aufkommen?! Wenn unser aller Wohl an erster Stelle steht und Strom, Wasser, Heizung/Benzin und das Gesundheitsystem mit Hilfe des Staates bezahlbar bleiben, auch für den kleinen Mann; und ohne Qualitativ Abstriche zu machen, dann ist das für mich ein Zeichen für Wohlstand, da er alle Gesellschaftsschichten erreicht. Einen Rechtsstaat zu haben, in dem die Administration schnell und unkompliziert läuft und alles so rechtens geregelt ist, dass die in Anspruchnahme eines Juristen die absolute Ausnahme ist trägt meiner Meinung nach ebenfalls zum Wohlstand und zur Lebensqualität des ganzen Volkes bei.
Ich halte Umfragen jeglicher Art für manipulativ, weil man durch
die Art der Fragestellung ein gewünschtes Ergebnis erhalten kann.
Nehmen wir als Beispiel die FAZ-Umfrage in diesem Artikel:
Erhalt von Demokratie und Freiheit? Sind wir nicht längst in einem
Stadium, der beide Begriffe ad absurdum führt?
Arbeit für möglichst viele? Welche Form der Arbeit?
Niedriglohn? Ein Euro Job? Bürgerarbeit? Arbeit ist nicht das
Kriterium, sondern vernünftig bezahlte Arbeit.
Mehr Schüler mit hohem Schulabschluss? Wer kann schon beurteilen,
ob das was bringt. Welche Leute mit gutem Schulabschluss wollen im
Anschluss niedere Arbeit verrichten?
Staatsverschuldung? Was denn nun, mehr oder weniger? Wie viele Leute
wissen wohl, dass Verschuldung das Grundprinzip des Kapitalismus ist,
denn ohne Verschuldung „arbeitet“ Geld nicht.
…
Ungleichheit von Einkommen und Vermögen? Was denn nun, mehr oder
weniger Ungleichheit?
Zu mehr reicht leider der Platz nicht.
@Gert Flegelskamp
"Staatsverschuldung? Was denn nun, mehr oder weniger? Wie viele
Leute wissen wohl, dass Verschuldung das Grundprinzip des Kapitalismus
ist, denn ohne Verschuldung „arbeitet“ Geld nicht."
Zudem sind hohe Staatsverschuldung und explodierender Reichtum einiger
weniger die Kehrseite der gleichen Medaille. Jedem Euro
Staatsverschuldung steht ein Euro Gläubigerforderung
gegenüber, jedem Euro Staatsverschuldung auch ein Euro weniger
Steuerforderung. Am deutlichsten und extremsten zu beobachten in den
USA. Private Riesenvermögen und exorbitante Staatsverschuldung
explodierten und explodieren dort parallel.
Das BIP als Kennzahl für Armut oder Reichtum einer Volkswirtschaft
hat seine Bedeutung, wenn es um den Nationenvergleich geht.
Der Wohlstand sollte nach einem modernisierten Warenkorb getestet
werden, in dem sowohl quantitative wie auch qualitative
Größen einbezogen werden.
Maßstäbe wie das Vermögen oder die Menge des Barkapitals
könnten hilfsweise herangezogen werden, um die strukturelle
Ungleichheit zu testen.
Eine einfache Lösung gibt es nicht, wenn man den relativ Reichen
wie den relativ Armen gerecht werden will.
Eines ist auch klar: Die besonders Reichen (1% der Bevölkerung)
möchten auf keinen Fall in irgendwelchen Statistiken auftauchen;
sie fürchten die Wutbürger.
Wohlstand hiesse für mich, mir so wenig Sorgen wie möglich machen zu müssen!
Ausser den persönlichen Umständen, Beziehung und Gesundheit,
betrifft dies auch äussere Umstände.
!. persönliche Freiheit
2. Vertrauen in die demokratisch gewählten Volksvertreter
3. faire Vorausetzungen meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können
4. Der Blick in die Zukunft für unsere Kinder
5. der Blick auf die Mitmenschen, auf die Nachbarn (Empathie)
Ich bin mir immer weniger sicher, ob es *Jammern auf hohem Niveau* bedeutet,
sich derzeit nicht besonders *wohlständig* zu fühlen!
Gut, dass das BIP seine fundamentale Rolle behält
Denn es ist Maßstab für die Kaufkraft des Bürgers und
deren internationalen Vergleich. Wie sonst will er sich in dieser dem
Einzelnen immer feindlicher und unwirtlicher werdenden Welt
zurechtfinden? Jetzt kommen die ersten statistischen Daten für
2012. Im BIP nominal liegt der deutsche Bürger bei der Weltbank nur
noch an Nummer 20 mit $ 42.625. Vor uns liegen in Europa Frankreich,
Belgien, Irland, Finnland, Niederlande, Österreich, Dänemark,
Schweden, Schweiz, Norwegen ($ 99.665) und Luxemburg($ 106.958).
Trotzdem wird Deutschland ausgeplündert. „In
Gläubigerländern wie Deutschland bringt die Niedrigzinspolitik
der EZB die Sparer schleichend um ihr Vermögen, weil die Inflation
höher ist als der Sparzins. Somit werden die Steuerzahler
hierzulande zweimal zur Kasse gebeten: Erstens müssen sie für
die teure Rettungspolitik zahlen. Zweitens raubt diese ihnen
zusätzlich noch ihr Erspartes.“ (Thilo Bode in FAZ).
Ein Beispiel
Sie sprechen das BIP in dem Kontext an, dass es neuen Bundesländern ca 22 T€ und damit niedriger als in den Altbundesländern liegt. Der Ansatz ist richtig, nur die Schlussfolgerung falsch. Wertfrei rede ich von innen und außen, denn es gilt ebenso für asiatische Produktionen. Wenn... AUSSEN auf 400 € Basis die komplette Produktion erbringen würde und INNEN nur noch den Aufkleber Made in Germany befestigen würde, aber dann das Produkt für das 100fache (weiter)verkaufen würde, dann läge das BIP für AUSSEN bei 400 und das BIP für INNEN bei 39.600 (BIP INNEN abzgl BIP AUSSEN) = WERTSCHÖPFUNG INNEN. In der alternativen Berechn.methode greift das geringere Realeinkommen damit auch noch tautologisch. Ihre These einer gesamtdeutschen Senkung des BIP erklärt sich mir nicht. Würde doch die Konsumausgabe im Geberland reduziert aber dafür in gleicher Höhe als Konsumausgabe im Nehmerland greifen. Als Anreizsystem dient es aber nicht.
Wenn man das BIP nach Bundesländern anschaut,
ist zu erkennen, dass der Länderfinanzausgleich in seiner
derzeitigen Gestaltung das Gesamt-BIP offensichtlich senkt, da es ist
nicht als Anreizsystem für höheres BIP (= weniger Transfer)
gestaltet wurde.
Der absolute deutsche BIP-Killer war und ist aber die Wiedervereinigung,
da alle neuen Bundesländer einen BIP von nur zwischen 21.000 und
23.000 erreichen.
Der nächste deutsche Super-BIP-Killer ist schon am Horizont zu
erkennen. Es sind die Transfers im Rahmen des fürchterlich
miserabel aufgestellten Projektes "EURO".
Die Deutschen werden weiter mehr als viel arbeiten müssen, bei
weiter sinkender Kaufkraft. "Working poor" ist sehr nah in
Deutschland.
Ber BIP-Stern...
"Wie sonst will er sich in dieser dem Einzelnen immer feindlicher
und unwirtlicher werdenden Welt zurechtfinden?"
Wohl wahr. Der BIP leuchtet wie der Stern den heiligen drei Königen
und zeigt den Menschen den Weg. Ohne den BIP würde alle Menschen
orientierungslos umher irren.
"Auch (Un)Gleichheit wird als wichtig angesehen..."
Das verstehe nun, wer will. Wüchse mein persönlicher Wohlstand - ja gar meine seelische Zufriedenheit - wenn angebliche Ungleichheit beseitigt würde? Hätte mein Nachbar kein größeres Haus, schöneres Auto, etc. als ich, dann ginge es mir besser? Einerseits neidet man den Wohlstand anderer, andererseits ist man nicht bereit, die 50-Stunden-Woche des selbständigen und somit Risiko eingehenden Nachbarn für sich in Anspruch zu nehmen.
Antworten (6) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.02.2013 05:47 Uhr@ Andreas Neubert
Ich lebe seit meiner Trennung im Jahr 2007 von weniger als EUR 600,00 im Monat. Ist das Beweis genug um zum Thema Niedriglohn mitreden zu dürfen? Oder was bedeuten sonst solche subtilen Unterstellungen?
@Herbert Ferstl
"Mmmmh...was ist 'Niedriglohn?'"
Leben Sie mal ein Jahr davon - dann wissen Sie's.
Die Flicks, Quandts, Thyssens, Krupps, usw. dieser Welt...
...hat es immer gegeben und wird es immer geben. Und somit Ungleichheit.
Die Möglichkeit zur politischen Einflussnahme der Bürger war
noch nie so groß wie heute. Aber: Stell Dir vor, es sind Wahlen
und kaum einer geht mehr hin.
Das Thema Ungleichheit wird von der Politik je nach Partei opportun
behandelt. Millionen arbeitender Menschen empfinden es als zutiefst
Ungerecht mit ihrem Lohn zur aktuellen Ungleichheit beizutragen: Der
Faule erhält fürs Nixtun nämlich den gleichen Gegenwert.
Das ist kein H-4-Bashing, das entspricht der realen Lebenserfahrung.
Die Chancengleichheit bei Bildung wird nicht vom Staat untergraben,
außer man macht ihn dafür verantwortlich, dass jede zweite
Ehe geschieden wird. Überforderte Alleinerziehende schieben ihre
Kinder ab. Mangelnde Integrationsbereitschaft bei Migranten, die
teilweise selbst nach Jahrzehnten kaum der deutschen Sprache
mächtig sind, usw.. Das alles (und noch viel mehr) soll der Staat
richten? Wo bleibt da die Selbstverantwortung?
Mmmmh...
...was ist "Niedriglohn"? Hatten unsere Eltern nach dem
letzten Krieg sehr viel mehr Lohn? Oder war es deren Fähigkeit und
Willenskraft trotz dieses niederen Lohns zu arbeiten UND zu sparen? Oder
blieb ihnen gar keine Wahl, da die zur Alternative stehende soziale
Absicherung schlecht war?
Heute kommt eine 4-köpfige arbeitslose Familie inkl. Miete auf
€ 2.000,- netto. Darüber hinaus gibt es noch eine
Gratis-Krankenversicherung (mind. € 500,-). Das müssen viele
andere mit ihrer Arbeitskraft hereinarbeiten. Beruflich bedingt habe
ich Kontakt zu Menschen, die sich über die im Artikel genannte
(Un)Gleichheit beschweren. Arbeiten ist den meisten ein Fremdwort. Hart
arbeiten, nach Feierabend und auch regelmäßig an Samstagen
arbeiten, kommt erst gar nicht in Frage. Sparen? Absolutes Fremdwort.
Rauchen? Gut und viel. Alkohol? Gerne - außer Muslime. Die
Mehrheit der Un(Gleichen) hält sich zudem Haustiere; hat
Videospiele, fährt in Urlaub, hat ein Auto, usw..
@ H. Ferstl
zunehmende Ungleichheit belastet den sozialen Zusammenhalt innnerhalb
einer Gesellschaft. Belastet die Sozialsysteme, fördert
extremistische Tendenzen und gefährdet schlussendlich die gesamte
Gesellschaft und spätestens dann auch Ihre "seelische
Zufriedenheit". Das scheint die Mehrheit der Bürger erkannt zu
haben.
Dass Menschen friedlich zusammenleben fußt auf einigen wenigen,
recht fragilen, Regeln und Grundsätzen. In einer
Leistungsgesellschaft wie der unseren u.a. auf dem Prinzip der
Chancengleichheit und der Leistungsgerechtigkeit (vereinfacht = gleicher
Lohn bei gleicher Leistung).
Wenn die Leute feststellen, dass obwohl sie sich abrackern, sie auf
keinen grünen Zweig kommen, während andere prima von
leistungslosem Einkommen leben, das auch noch steuerlich bevorteilt wird
(wieder fehlende Gleichheit), wenn die Menschen dann noch feststellen,
dass die breite Masse in einer Demokratie weniger Einfluss hat als
wenige Lobbyisten, dann ist es an der Zeit das Thema ernstzunehmen.
Es gibt eben zwei Wege...
...Ungleichheit zu beseitigen.
Wenn es darum geht, die Leute, die im Überschuss leben zu
enteignen, ist das natürlich vor allem Neid und nicht unbedingt hilfreich.
Andererseits kann es eben auch nicht sein, dass manche Leute trotz 40
Stunden Woche immer noch nicht (viel) mehr haben als vom
Arbeitslosengeld. Da muss sich definitiv was ändern.
Das Problem ist eben die Verflechtung dieser Gebiete. Die Leute, die
sehr viel verdienen und diejenigen, die ihre Mitarbeiter zum Niedriglohn
arbeiten lassen haben ja eine gewisse Schnittmenge...
Konnte man das auch als besonders wichtig ankreuzen?
Mein Verdacht ist, die Politik sucht nur nach einem neuen Weg, den
kommenden eurobedingten Absturz statistisch zu übertünchen. Zu
diesem Zweck wäre es natürlich hilfreich, wenn man, ganz
modern, einfach die Ziele oder die Begriffe umdefiniert. Somit ist man
dann immer erfolgreich, auch wenn man im Morast landet.
Man huete uns vor Gruenen Aktivisten.
Was in diesem Bericht nicht erwaehnt wird, eine Aussage einer
Teilnehmerin in dieser Kommission, Frau Wilms von den Gruenen: "Was
wir eigentlich erreichen müssen, mit dem Abschlussbericht der PG 2
ist, dass wir ein Instrumentarium zur politischen Steuerung
haben,…" und noch einiges mehr in dieser Richtung von den
Gruenen.
Was klar wird: Die Gruenen wollen nicht feststellen, ob irgendwo etwa
verbesserungswuerdig ist und Handlungsbedarf besteht, sondern sie haben
eine genaue Vorstellung, wie der Mensch zu sein hat. Sie wollen die
Gesellschaft modernisieren (Goering-Eckardt), also Sie und mich.
Dafuer brauchen sie nicht eine Analyse, sondern ein Instrument zur Steuerung!
Merken Sie, wie Ihnen Ihre Freiheit abgenommen werden soll?
Es ist sicher richtig, daß ein hohes BSP als alleiniger
"Wohlfühlindikator" nicht funktioniert.
Aber bei der Diskussion um neue Kriterien drohen sich rot-grüne
Kreise durchzusetzen, für die "Armut für alle"
akzeptabel ist, sofern dafür so edle und wichtige Ziele wie
Multikulturalität, Buntheit, "Verteilungsgerechtigkeit",
strengster Klimaschutz etc. erreicht werden.
Von diesen scheint diese Kampagne wesentlich auszugehen.
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