09.10.2009 · Aldi, Lidl, Penny und weitere führende Discounter haben in dieser Woche zum zehnten Mal in diesem Jahr die Preise für Lebensmittel gesenkt. Kein Wunder, dass sich das auch in der Preisstatistik niederschlägt: Das Statistische Bundesamt hat heute für September eine negative Inflationsrate bekannt gegeben.
Die Verbraucherpreise in Deutschland sind auch im September wieder gesunken. Die Jahresrate betrug minus 0,3 Prozent, meldete das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden und bestätigte damit eine erste Schätzung.
Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr ermittelten die Statistiker damit eine negative Inflationsrate. Zuletzt waren die Preise im Juli um 0,5 Prozent zurückgegangen. Im Vergleich zum Vormonat August sank der der Verbraucherpreisindex um 0,4 Prozent. Die aktuelle Inflationsrate liegt weit unter dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp zwei Prozent. Grund für die Entwicklung waren sinkende Preise für Energie und Lebensmittel.
Gewerkschaft warnt vor ruinösem Wettbewerb
Insbesondere angesichts massiver Preissenkungen bei zahlreichen Discountern warnte die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) vor einem ruinösen Wettbewerb. Die Folge dieser Preisschlacht könnte ein Verdrängungswettbewerb sein, sagte der NGG-Vorsitzende Franz- Josef Möllenberg der „Berliner Zeitung“. Er zeigte sich besorgt: Am Ende werde die mittelständisch geprägte Ernährungsindustrie die Zeche zahlen.
Auch die Beschäftigten des Einzelhandels hätten darunter zu leiden. „Wenn die Discounter wirklich so gut verdienen, dass sie noch Luft nach unten bei den Preisen haben, dann sollten sie lieber den Beschäftigten höhere Löhne zahlen und die Arbeitsbedingungen verbessern“, forderte Möllenberg.
Discounter senkten zum zehnten Mal in diesem Jahr die Preise
Führende Discounter hatten am Donnerstag zum zehnten Mal in diesem Jahr bei Lebensmitteln den Rotstift angesetzt. Der Billiganbieter Aldi senkte am Donnerstag auf einen Schlag bei rund 30 Artikeln die Preise. Der größte deutsche Lebensmittelhändler Edeka kündigte umgehend an, in seinem Preiseinstiegssegment mit Aldi gleichzuziehen.
Auch die Edeka-Tochter Netto senkte bei 30 Artikeln die Preise. Konkurrent Penny, der zum zweitgrößten Lebensmittelhändler in Deutschland - Rewe - gehört, reduzierte über 50 Artikel. Auch der Aldi-Rivale Lidl reagierte am Donnerstag auf die Marktsituation, ohne Details zu nennen. Auch Norma ging in die Preissenkungsoffensive. Von Pizzen und Pommens bis hin zu Frischfleisch und Käse seien nun viele Produkte günstiger zu bekommen, teilte der Nürnberger Lebensmitteldiscounter mit.
Aus der Milchwirtschaft hatte es hingegen zuletzt optimistische Töne gegeben, in der laufenden Preisrunde für Frischmilch höhere Preise durchsetzen zu können. Dies könnte sich ab November an den Ladentheken bemerkbar machen, sagte Reinhard Pauw, Geschäftsführer der Landesvereinigung Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen. Wahrscheinlich sei ein langsamer Aufwärtstrend. Sowohl das Ausmaß der jüngsten Preissenkungen durch Aldi als auch die Auswahl der Artikel seien beachtlich, sagte Discount-Experte Matthias Queck vom Handelsforschungsunternehmen Planet Retail.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.788,80 | +0,59% |
| FAZ-INDEX | 1.515,08 | +0,60% |
| TecDAX | 773,23 | −0,05% |
| MDAX | 10.356,30 | +0,39% |
| SDAX | 5.020,58 | +1,11% |
| REX | 421,13 | +0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.522,34 | +0,37% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,31 | +0,42% |
| Dow Jones | 12.890,50 | +0,05% |
| Nasdaq 100 | 2.563,93 | +0,72% |
| S&P500 | 1.351,95 | +0,15% |
| Nikkei225 | 9.002,24 | −0,15% |
| EUR/USD | 1,3286 | +0,28% |
| Rohöl Brent Crude | 118,70 $ | +0,72% |
| Gold | 1.746,00 $ | 0,00% |
| Bund Future | 137,23 € | −0,37% |