22.12.2008 · Das Konsumklima in Deutschland bleibt trotz der Finanzkrise und ihren Auswirkungen auf die Konjunktur offenbar stabil. Der Index der Gesellschaft für Konsumforschung stagniert auf dem Niveau des Vormonats. Doch deutlich pessimistischer beurteilen die Verbraucher ihre eigenen finanziellen Aussichten.
Das Konsumklima in Deutschland bleibt trotz der Finanzkrise und ihrer Auswirkungen auf die Konjunktur offenbar auch zum Beginn des neuen Jahres stabil. Wie die GfK am Montag mitteilte, prognostiziert der von ihr berechnete Konsumklimaindikator für Januar einen Wert von plus 2,1 Prozent. Der Index liegt damit auf dem revidierten Niveau des Vormonats. Volkswirte hatten einen Stand von plus 2,2 Prozent prognostiziert, was auch dem vorläufigen Dezember-Stand entsprochen hatte.
Einen Rückgang gab es bei den Einkommens- sowie den Konjunkturerwartungen. Die Konsumneigung profitiert aber dennoch von den rückläufigen Inflationsraten und kann das Jahr 2008 sogar mit einem kleinen Plus abschließen. „Somit zeigt sich das Konsumklima beim Start ins neue Jahr konstant, wenn auch auf niedrigem Niveau“, konstatiert die GfK.
Immer mehr Verbraucher von der Krise betroffen
Allerdings führten Produktionseinbrüche, Kurzarbeit sowie Meldungen über drohende Entlassungen dazu, dass mehr Konsumenten die Krise spürten. Nachdem die Einkommenserwartung zuletzt viermal in Folge gestiegen war, sank sie im Dezember erstmals spürbar ab. Die Talfahrt der Konjunkturerwartung hält auch zum Jahresende an. Aktuell beträgt das Minus 2,3 Punkte im Vergleich zum November. Damit muss der Indikator weitere moderate Einbußen hinnehmen und liegt nun bei einem Wert von minus 32,4 Zählern.
„Mehr und mehr Konsumenten fühlen sich auch persönlich von der Krise betroffen“, kommentierte die GfK die Ergebnisse. Die weitere Entwicklung des Konsumklimas hänge maßgeblich davon ab, wie stark sich die Rezession auf den Arbeitsmarkt auswirke. „Sollte die Wirtschaftskrise länger anhalten und sich noch verschärfen, dürfte dies auch die Konsumstimmung schwer treffen“, heißt es in der Studie. In diesem Fall könnte auch der bislang von der GfK prognostizierte bescheidene Anstieg der Konsumausgaben von bis zu 0,5 Prozent im Jahr 2009 „in weite Ferne“ rücken.
In den vergangenen vier Monaten zeigten sich die Konsumenten trotz der Rezession vergleichsweise optimistisch. Dies ändert sich zum Jahresende. Die Einkommenserwartung büßt 8,5 Zähler ein und weist nun minus 15,4 Punkte auf. Durch das Absacken der Konjunktur fürchten immer mehr Beschäftigte um ihren Arbeitsplatz. In der Folge schätzen sie auch ihre eigene finanzielle Lage pessimistischer ein. Die Angst vor Einkommenseinbußen überlagere dabei Faktoren, die die Kaufkraft stärken, wie sinkende
Benzin- und Heizölpreise.
Anschaffungsneigung stabil
Im Gegensatz zur Einkommenserwartung bleibt die Anschaffungsneigung zum Jahresende stabil. Mit einem Plus von 0,4 Punkten kann sie sogar minimal zulegen. Aktuell weist der Indikator minus 6,3 Punkte auf und liegt damit weiter unter seinem langjährigen Durchschnittswert von 0 Punkten.
Angesichts eines schwächer werdenden Arbeitsmarktes ist zu befürchten, dass die real verfügbaren Einkommen im kommenden Jahr kaum zulegen können. Nach einer aktuellen Kaufkraft-Studie der GfK GeoMarketing sollen die Nettoeinkommen 2009 pro Kopf nominal um 1,1 Prozent zulegen. Geht man von der Prognose der Deutschen Bundesbank aus, die eine Inflationsrate von 0,8 Prozent im Jahr 2009 annimmt, wird dieser Zuwachs des privaten Wohlstands aber fast wieder aufgebraucht.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.382,09 | −0,87% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2457 | −0,25% |
| Rohöl Brent Crude | 12.580,70 $ | −1,37% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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