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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Konsumklima Experte warnt vor Umschwung

 ·  Die Euro-Schuldenkrise will nicht enden - trotzdem rechnen die Deutschen mit mehr Geld im eigenen Portemonnaie. Das wollen sie auch ausgeben. Nur die Entwicklung der Konjunktur sehen sie mit Sorgen.

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© dpa Die Deutschen sind wieder mehr bereit, auch größere Summen auszugeben

Trotz der täglichen Hiobsbotschaften verbessert sich das Konsumklima in Deutschland - zugleich warnen Experten wegen der schlechter werdenden Konjunkturaussichten aber vor einem Umkippen der Verbraucherstimmung.

Die anhaltenden Diskussionen über die Euro-Schuldenkrise und eine drohende Insolvenz Griechenlands verunsicherten die Bevölkerung, erklärte das Marktforschungsunternehmen GfK am Dienstag in Nürnberg.

Mit Blick auf ihre persönliche Lage seien die Bürger jedoch derzeit durchaus positiv gestimmt. „Aufgrund der nach wie vor sehr guten Rahmenbedingungen in Deutschland - der Arbeitsmarkt, die niedrige Arbeitslosigkeit und auch die Einkommensentwicklung - zeigen sich vor allem die Einkommenserwartung und die Anschaffungsneigung überaus stabil und können sogar leicht zulegen“, erläuterte GfK-Experte Rolf Bürkl die Ergebnisse der aktuellen Konsumklima-Erhebung.

„Auf der anderen Seite zeigt sich jedoch auch eine zunehmende Verunsicherung, vor allem aufgrund der Schuldenkrise und der Gipfel-Aktivitäten, die bislang noch nicht zu einem Ergebnis geführt haben.“

„Binnenkonjunktur festigt ihren Ruf“

Viele Bürger hätten derzeit den Eindruck, dass die Entscheidungsträger nicht in der Lage seien, „das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen und wirklich nachhaltig einen Plan oder Maßnahmenkatalog auf den Weg zu bringen, um diese Schuldenkrise zu bändigen und vor allem eine Ansteckungsgefahr für andere Länder zu verhindern“, sagte Bürkl der Nachrichtenagentur dpa.

Spätestens, wenn der Konjunkturabschwung auf den Arbeitsmarkt durchschlage, werde sich dies negativ auf das Konsumklima auswirken. Doch zunächst einmal ist die Prognose für den November-Index leicht um 0,1 Punkte auf 5,3 Punkte gestiegen. „Mit dieser Entwicklung festigt die Binnenkonjunktur ihren Ruf als wichtige Säule der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland“, erklärte die GfK. Dies sei umso wichtiger, als die Exporte in den nächsten Monaten zurückgehen dürften.

Verbraucher geben auch größere Summen aus

Die rund 2000 Befragten hatten ihre Einkommensaussichten im Oktober etwas positiver bewertet als im Vormonat - wegen der voraussichtlich auch 2012 noch guten Arbeitsmarktlage spürten sie weniger Angst vor einem Jobverlust und hofften zugleich auf höhere Löhne. Hinzu kam die Erwartung, dass sich die Inflation etwas abschwächen wird.

Entsprechend stieg die Bereitschaft der Verbraucher, auch größere Summen auszugeben. Befeuert wurde dies noch durch das Misstrauen gegenüber den Banken sowie die niedrigen Zinsen für Spareinlagen.

Lieber ein Haus als ein Aktiendepot

„Die Alternative zum Anschaffen - das Sparen - ist derzeit nicht sonderlich attraktiv in den Augen der Verbraucher aufgrund der Turbulenzen an den Finanzmärkten“, sagte Bürkl. „Im Zweifelsfalle tendieren die Verbraucher im Moment eher noch dazu, werthaltige Anschaffungen zu tätigen.“

Nach dem Motto: Lieber ein Haus als ein Aktiendepot. Denn die Entwicklung der Konjunktur sehen die Bürger mit großer Sorge. Der entsprechende Indikator stürzte im Oktober weiter in den Keller, einen niedrigeren Wert ermittelten die Marktforscher zuletzt im August 2009.

„Zeit ist genug verstrichen“

Schuldenkrise, strikte Sparprogramme, Griechenland-Debakel und die Angst vor einem Übergreifen der Krise auf die Realwirtschaft dämpften die Hoffnung auf ein baldiges Ende der wirtschaftlichen Abkühlung. Nach Ansicht von GfK-Chef Klaus Wübbenhorst müssen die Verantwortlichen nun so schnell wie möglich einen klaren Fahr- und Maßnahmenplan erstellen.

„Zeit ist genug verstrichen, jetzt müssen überzeugende und nachhaltige Lösungen her, um die Krise einzudämmen und weiteren Schaden von Wirtschaft und Verbrauchern abzuwenden“, forderte Wübbenhorst. Die Euro-Schulden-Krise sei nämlich vor allem eine Vertrauenskrise.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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