16.06.2009 · Wie geht es weiter mit der Konjunktur? Gestern haben sich die Pessimisten beim „Tag der Wirtschaft“ die Klinke in die Hand gegeben. Heute melden sich mit dem DIHK und dem ZEW ein paar optimistischere Stimmen.
Wie geht es weiter mit der Konjunktur? Gestern haben sich die Pessimisten beim „Tag der Wirtschaft“ die Klinke in die Hand gegeben (siehe Konjunktur: Tag der schlechten Prognosen). Heute melden sich mit dem DIHK und dem ZEW ein paar optimistischere Stimmen. „Die Wirtschaft hat den Wendepunkt vor Augen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, am Dienstag in Berlin. Dies sei die erste Stimmungsverbesserung seit zwei Jahren.
Vor allem in der Industrie lägen die Erwartungen deutlich über der Lagebeurteilung (siehe auch Die Stimmung ist besser als die Lage). „Endlich besteht die Chance, dass sich die Wirtschaft aus ihrer Schockstarre löst“, erklärte der DIHK bei der Vorlage seiner aktuellen Konjunkturumfrage. Es sei jedoch davon auszugehen, „dass der Aufwärtspfad holprig wird“. Die konjunkturell schwierige Phase sei aber längst nicht vorüber. „Beide Konjunkturkomponenten Lage und Erwartungen befinden sich per Saldo tief im roten Bereich“, heißt es. Der DIHK geht für dieses Jahr daher von einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um 6,0 Prozent aus und bewegt sich damit auf dem Niveau der Regierungsprognose. Der Rückgang werde sich auf dem Arbeitsmarkt niederschlagen. Die Unternehmen nehmen laut DIHK ihre Beschäftigungspläne erneut zurück.
Der DIHK befragt über die Industrie- und Handelskammern (IHKs) zweimal jährlich Unternehmen aus den Bereichen der Industrie, Bauwirtschaft, Handel und Dienstleistungen. Diesmal erhielt er mehr als 22.000 Antworten.
Vorsichtigen Optimismus verbreitet auch das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. Die ZEW-Konjunkturerwartungen legten im Juni zum achten Mal in Folge zu. Sie stiegen um 13,7 Punkte auf 44,8 Punkte und übertrafen damit erneut ihren historischen Mittelwert von 26,3 Punkten, teilte das Zentrum am Dienstag mit. Auch die aktuelle Lage wurde diesmal nicht ganz so düster beurteilt: Erstmals seit September 2008 verbesserte sich die Bewertung und der entsprechende Indikator stieg geringfügig (3,1 Punkte) auf minus 89,7 Punkte.
„Die Einschätzungen der Experten deuten darauf hin, dass die Abwärtsdynamik in diesen Wochen zum Stillstand kommt“, kommentierte ZEW-Präsident Wolfgang Franz die Stimmung. „Dieser vorsichtige Optimismus sollte nicht durch übermäßig pessimistische Mutmaßungen bereits im Keim erstickt werden“, meinte der Wirtschaftsweise.
Das ZEW befragt jeden Monat Analysten und institutionelle Anleger zu ihren Erwartungen an die konjunkturelle Entwicklung. Der ZEW-Index gilt unter Fachleuten jedoch als weniger aussagekräftig als der Konjunkturindex des Münchner ifo-Instituts. Während für den ZEW-Index lediglich rund 300 Finanzexperten befragt werden, wertet der ifo-Index die Einschätzungen von etwa 7000 Unternehmen aus. Im Mai war aber auch der ifo-Index gestiegen (siehe Trotz der Krise klettert der Ifo-Index weiter).
„Die Wirtschaft hat den Wendepunkt vor Augen“???
Harald Wozniewski (Limpy)
- 18.06.2009, 14:15 Uhr
Die üblichen Propheten
Bruno Krönauer (bkroenauer)
- 19.06.2009, 12:44 Uhr
Exportschlager - Die Deutsche Sprache wandert aus (Hintergründe 24.6)
Fionn Huber (fionn)
- 24.06.2009, 14:55 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.382,09 | −0,87% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2457 | −0,25% |
| Rohöl Brent Crude | 12.580,70 $ | −1,37% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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