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Konjunkturprognose DIW erwartet schwächeres Wachstum

02.01.2008 ·  Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung erwartet für das Jahr 2008 eine weiterhin positive - wenngleich abgeschwächte - Wirtschaftsentwicklung in Deutschland. Zugleich wird die Inflation nach Einschätzung der Experten auf unter zwei Prozent sinken.

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Das Wirtschaftswachstum in Deutschland schwächt sich laut der neuen DIW-Konjunkturprognose im neuen Jahr etwas ab. Zu erwarten sei ein Plus von 2,1 Prozent, teilte das Berliner Forschungsinstitut am Mittwoch mit. Im abgelaufenen Jahr 2007 dürfte das Bruttoinlandsprodukt um rund 2,4 Prozent zugelegt haben.

Nach Einschätzung der Experten lässt 2008 auch die zuletzt starke Preissteigerung bei Energie und Lebensmitteln nach: Die Teuerung soll auf unter zwei Prozent sinken. Bei den Löhnen sagt das DIW für das neue Jahr erstmals seit fünf Jahren wieder einen realen Anstieg voraus.

Weniger als 3,5 Millionen Arbeitslose

Das DIW ist damit optimistischer als die anderen Forschungsinstitute und die Bundesregierung. So erwartet die Regierung nach Worten von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos 2008 nur noch ein Wirtschaftswachstum von knapp unter zwei Prozent. Für das Jahr 2009 erwartet das DIW dann ein Wachstum von 1,7 Prozent.

Der private Konsum wird der Prognose des DIW zufolge 2008 und 2009 von einer höheren Beschäftigung profitieren: Die Zahl der Arbeitslosen soll bis 2009 auf unter 3,5 Millionen sinken.

Kritik an der Bundesregierung

DIW-Präsident Klaus Zimmermann übte trotz der robusten Konjunkturaussichten Kritik an der schwarz-roten Koalition. „Das Fatale ist, dass die Bundesregierung die derzeitige günstige Situation nicht so nutzt, dass wir dauerhaft gestärkt in schwierigere Zeiten hineingehen können“, klagte er.

Als Beispiel nannte er die Verlängerung der Bezugszeiten beim Arbeitslosengeld I, die nur deshalb beschlossen worden sei, weil derzeit Geld in der Kasse sei. „Deshalb sind beim nächsten konjunkturellen Dämpfer Milliardendefizite vorprogrammiert“, sagte Zimmermann. „Mitten im Abschwung die Arbeitslosenbeiträge dann deutlich anheben zu müssen, ist das genaue Gegenteil einer nachhaltigen Wirtschaftspolitik.“

Auch die Fortschritte beim Abbau der Haushaltsdefizite bezeichnete Zimmermann als unbefriedigend: „In der Hochphase des Booms kratzt der Staatshaushalt nur kurz am Plus - das ist schlicht zu wenig. Die Regierung verlässt sich einseitig auf die Mehrwertsteuererhöhung“, rügte er.

Exportwirtschaft hält Weltmarktanteil

Die deutsche Exportwirtschaft könne trotz Euro-Höhenflugs und hohem Ölpreis gelassen in die Zukunft blicken, meinte das DIW. Die Exportwirtschaft müsse 2008 zwar mit Einbußen rechnen, dennoch bleibe der Weltmarktanteil konstant, und es sei 2009 wieder mit einem Exportwachstum zu rechnen.

„Der Grund liegt in der Struktur der exportierten Güter: So sind deutsche Exportfirmen häufig hoch spezialisiert und behaupten sich auch technologisch als Weltmarktführer - Importeure können oder wollen daher auch bei höherem Eurokurs nicht auf andere Anbieter ausweichen“, hieß es.

Das Institut riet der Europäischen Zentralbank davon ab, auf den Dollarverfall der letzten Monate zu reagieren. Die Abwertung des Dollar trage vielmehr dazu bei, die enormen Außenhandelsdefizite der USA zu reduzieren. Sollte der Dollar allerdings noch weiter drastisch abwerten, seien Schäden für die Exportwirtschaft im Euroraum nicht ausgeschlossen.

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Von Heike Göbel

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