05.06.2009 · Wohin steuert die Konjunktur? Die Bundesbank beurteilt die Aussichten für Deutschland noch etwas pessimistischer als die Regierung. Eine Wende zum Besseren sieht die Notenbank erst für den Verlauf des kommenden Jahres.
Die Bundesbank beurteilt die Konjunkturaussichten für Deutschland noch pessimistischer als die Bundesregierung. Für das laufende Jahr erwartet sie ein Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 6,2 Prozent.
Die Bundesregierung und die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute hatten Ende April jeweils ein Minus von 6 Prozent vorausgesagt. So oder so wäre es der stärkste wirtschaftliche Einbruch in der Geschichte der Bundesrepublik. Für das Jahr 2010 prognostiziert die Bundesbank nach ihrem am Freitag in Frankfurt am Main veröffentlichten Monatsbericht eine Stagnation des BIP.
Scharfe Rezession 2009, leichte Erholung 2010
„Die deutsche Wirtschaft befindet sich derzeit in einer scharfen Rezession“, erklärte die Bundesbank. Die Talfahrt der Weltkonjunktur sei mit einem unerwartet heftigen Einbruch des internationalen Handels einhergegangen. iIm Jahresverlauf 2009 dürfte nach Einschätzung der Bundesbank der Abwärtsdruck zwar nachlassen, eine durchgreifende Belebung zeichne sich in naher Zukunft jedoch nicht ab.
Mit der schrittweisen Entspannung an den Finanzmärkten könnte die deutsche Wirtschaft in den Sommermonaten 2009 wieder Boden finden. Für das Jahr 2010 rechnet die Bundesbank jedoch trotz einer leichten Belebung im Jahresverlauf insgesamt mit einer Stagnation des BIP.
Bundesbank: Arbeitslosigkeit steigt auf 4,4 Millionen im Jahr 2010
Der Arbeitsmarkt zeige bislang nur eine moderate Reaktion auf den Einbruch - der Einbruch komme aber noch: Die Arbeitslosigkeit dürfte im Jahresverlauf auf einen Durchschnitt von 3,5 Millionen steigen und eine Quote von 8,4 Prozent erreichen.
Für 2010 erwartet die Bundesbank einen weiteren Anstieg auf 4,4 Millionen Arbeitslose und eine Quote von 10,5 Prozent. Mit dieser Annahme liegt die Bundesbank etwas günstiger als Regierung und Forschungsinstitute, die 4,6 Millionen beziehungsweise 4,7 Millionen Arbeitslose erwarten.
Positiv sieht die Bundesbank lediglich die Preisentwicklung. Für 2009 erwartet sie bei einer Inflationsrate von 0,1 Prozent praktisch Preisstabilität; für 2010 sagt sie eine Teuerung von 0,5 Prozent im Jahresmittel voraus. Wenig Sorge bereitet der Bundesbank das Gespenst einer Deflation: „Ein länger anhaltender
Rückgang des allgemeinen Preisniveaus ist nicht wahrscheinlich“, hieß es mit Blick auf die immer wieder beschworene Gefahr .
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.381,98 | −0,87% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2457 | −0,25% |
| Rohöl Brent Crude | 105,70 $ | −1,08% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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