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Konjunkturklima Schleichend schlechtere Stimmung im Mittelstand

 ·  Die seit Monaten andauernde Stimmungsverschlechterung im deutschen Mittelstand hält an. Dennoch ist das Geschäftsklima weiter auf hohem Niveau. Der von KfW und Ifo-Institut gemessene Mittelstandsindikator sank vor allem aufgrund der Zukunftserwartungen.

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Die schleichende Stimmungseintrübung im Mittelstand, die schon seit einigen Monaten zu beobachten ist, hat sich auch im August fortgesetzt. Das monatlich gemeinsam von der KfW-Bankengruppe und dem Münchner Ifo-Institut berechnete Geschäftsklima kleiner und mittlerer Unternehmen verlor zuletzt 2,1 Zähler. Damit gab es schon zum vierten Mal nacheinander nach. Ost- und Westdeutschland waren nahezu gleichermaßen betroffen.

Mit 19,1 Saldenpunkten übertraf das Klima aber nach wie vor nicht nur seinen historischen Durchschnitt, der konzeptionell bei null liegt. Es notierte auch etwas höher als vor einem Jahr. Während die Urteile zur aktuellen Geschäftslage gegenüber Juli mit einem leichten Minus von 0,6 Zählern auf 29,3 Saldenpunkte fast stabil blieben, waren es diesmal vor allem die Geschäftserwartungen, die die Stimmung drückten. Sie gaben um 3,5 Zähler auf 8,6 Saldenpunkte nach. Dieser Rückgang entsprach beinahe dem Doppelten einer üblichen Monatsveränderung. Auch im Vergleich der Unternehmensgrößenklassen dauerte die Entwicklung der vergangenen Monate an: Der relative Mittelstandsindikator gab im August auf minus 2 Punkte nach.

Reihenfolge der Branchen blieb unverändert

Das heißt, die kleinen und mittleren Betriebe beurteilten das Geschäftsklima zuletzt schlechter als die Großunternehmen. Die Lücke ist vor allem auf die weniger günstige Beurteilung der aktuellen Geschäftslage zurückzuführen. In die Zukunft blicken die Mittelständler dagegen noch immer etwas optimistischer als die Großunternehmen. Doch auch dieser Vorsprung schmilzt. Zu beachten ist allerdings, dass sich die relativ schlechtere Stimmung beinahe ausschließlich auf das Bauhauptgewerbe konzentriert.

Zwischen den vier Hauptwirtschaftszweigen waren im August keine nennenswerten Unterschiede beim Klimarückgang auszumachen. Die Reihenfolge der Branchen blieb unverändert. So verringerte das Verarbeitende Gewerbe seinen Stimmungsindikator nur leicht um 1,9 Zähler auf 26,6 Saldenpunkte und führt den Branchenvergleich weiter mit großem Abstand an. Auch der Einzel- und der Großhandel korrigierten ihre Einschätzung nur leicht nach unten. Die beständig gute Stimmung in diesem Wirtschaftszweig lässt nach Meinung der KfW- und Ifo-Ökonomen auf stärkere Wachstumsbeiträge durch den privaten Konsum hoffen. Das mittelständische Bauhauptgewerbe blieb mit minus 2,2 Zählern auf 6,7 Saldenpunkte zwar auch im August das Schlusslicht, doch selbst hier hielt sich die Stimmung auf überdurchschnittlichem Niveau.

Quelle: F.A.Z., 11.09.2007, Nr. 211 / Seite 12
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