19.01.2009 · Die deutsche Wirtschaftsleistung bricht nach Einschätzung der Europäischen Kommission in diesem Jahr um 2,3 Prozent ein. Auch in der Europäischen Union insgesamt macht sich die Krise mit einem Minus von 1,8 Prozent erstmals voll bemerkbar.
Die EU-Kommission erwartet für Deutschland im laufenden Jahr einen Einbruch der Wirtschaftsleistung. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde im Vorjahresvergleich um 2,3 Prozent sinken, teilte die Kommission am Montag in Brüssel in ihrem neuen Konjunkturgutachten mit.
Deutschland als starke Exportnation leide vor allem unter dem Rückgang im Welthandel, schrieb die Kommission. Im kommenden Jahr solle es mit einem BIP-Wachstum von 0,7 Prozent eine Erholung geben. Nach früheren Angaben von Experten ist der Wachstumsrückgang im laufenden Jahr der stärkste Einbruch seit dem Zweiten Weltkrieg.
Nach Einschätzung der Brüsseler Experten wird Deutschland im kommenden Jahr mit einem Staatsdefizit von 4,2 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt den Euro-Stabilitätspakt verletzen. Dessen Defizitgrenze liegt bei 3 Prozent. Für das laufende Jahr erwartet Brüssel eine Neuverschuldung von 2,9 Prozent. Grund für den dramatischen Anstieg sind öffentliche Ausgaben im Kampf gegen Wirtschafts- und Finanzkrise.
Kein Industriezweige entzieht sich der Krise
Die Wirtschafts- und Finanzkrise beschert ganz Europa eine Rezession. Das Wirtschaftswachstum der Eurozone wird laut EU-Kommission im laufenden Jahr um 1,9 Prozent zurückgehen. Für 2010 sagen die EU-Experten ein kleines Wachstum von 0,4 Prozent voraus. Die EU-Kommission sieht Anzeichen dafür, dass es schon in der zweiten Jahreshälfte 2009 wieder aufwärtsgehen könnte.
Nach Einschätzung der Bundesbank ist die deutsche Wirtschaft zum Jahresende 2008 deutlich geschrumpft. Die Experten wiesen in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht darauf hin, dass die Industrie wegen des weltweiten Nachfragerückgangs ihre Produktion stark gedrosselt habe (siehe auch Bundesbank sieht keine Anzeichen für Kreditklemme ). Hinzu komme, dass zahlreiche Unternehmen die üblichen Werksferien über die Weihnachtsfeiertage ausgeweitet hätten.
Das Statistische Bundesamt hatte jüngst in einer ersten Schätzung für das vierte Quartal 2008 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung von 1,5 bis 2 Prozent vorausgesagt. Laut Bundesamt sank die Produktion im November saisonbereinigt um 3,5 Prozent, nachdem sie bereits im September und Oktober reduziert worden sei. Im Oktober und November insgesamt verringerte sich derindustrielle Ausstoß den Angaben um 5,1 Prozent gegenüber dem Durchschnitt des Sommerquartals. „Der konjunkturellen Abwärtstendenz konnte sich zuletzt kein größerer Industriezweig mehr entziehen“, hieß es in dem Monatsbericht für Januar.
EU gibt Gewinnwarnung für Deutschland aus.
norbert doerre (ndoerre)
- 19.01.2009, 12:54 Uhr
Das Schlechtreden sollte ein Ende haben
Volker Kulessa (solelite)
- 19.01.2009, 13:46 Uhr
Danke sehr, Herr Doerre,
Hiep Van Tran (WatersToronto)
- 19.01.2009, 15:15 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
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