23.08.2005 · Die Finanzmärkte beurteilen einer ZEW-Umfrage zufolge die Aussichten für die deutsche Konjunktur deutlich optimistischer als vor einem Monat.
Die Finanzmärkte beurteilen einer ZEW-Umfrage zufolge die Aussichten für die deutsche Konjunktur deutlich optimistischer als vor einem Monat.
Der Saldo der ZEW-Konjunkturerwartungen der rund 300 befragten Analysten und institutionellen Anleger stieg im August auf 50,0 von 37,0 Punkten im Monat zuvor, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mitteilte.
Belebung der Binnenkonjunktur
Neben der trotz des hohen Ölpreises weiterhin soliden Entwicklung der Weltwirtschaft dürften in diesem Monat erste Signale für eine Belebung der Binnenkonjunktur in Deutschland zum steigenden Konjunkturoptimismus beigetragen haben, sagte ZEW-Chef Wolfgang Franz. „Vielleicht sehen wir nun gerade, wie der Funke von der Exportwirtschaft auf die Binnenwirtschaft überspringt“, sagte Franz. Das ZEW-Barometer liegt nun deutlich über seinem langfristigen Durchschnitt von 34,3 Zählern.
Die aktuelle Lage bewerteten die Experten deutlich optimistischer als bislang, der entsprechende Indikator stieg auf minus 61,1 von minus 66,7 Punkten. Von Reuters befragte Volkswirte hatten nur mit einem Anstieg des Erwartungsindex auf 38,5 Punkte gerechnet. Der Saldo der Konjunkturerwartungen für die Euro-Zone stieg um 12,6 Punkte auf 41,6 Zähler.
Ermutigendes Signal
Analysten sehen vor allem die bevorstehende Bundestagswahl als Grund für den Anstieg. Julian Callow von Barclays Capital wertete das Ergebnis der ZEW-Umfrage als ermutigendes Signal: „Die Hoffnung auf Veränderungen nach der Wahl im September, die Aktienkurse und die Weltwirtschaft haben zu diesem kräftigen Anstieg beigetragen. Die Schwankungsbreite des ZEW ist sehr weit und eine Bewegung dieser Größenordnung ist nicht so bedeutsam wie es etwa bei dem Einkaufsmanagerindex wäre“, sagte er.
Jörg Angele, Analyst bei der Bayerischen Landesbank sagte, der der Indikator sei überraschend positiv ausgefallen: „Wir hatten nur mit einem Plus von 40 Punkten gerechnet. Richtig ist, daß die letzten Auftragseingänge für die Unternehmen und auch die Industrieproduktion im Juni hoch waren. Dennoch wird meiner Meinung nach der hohe Ölpreis ausgeblendet, gerade weil er sich wohl auf diesem Niveau einpendeln wird. Deshalb wird sich die Konjunktur keinesfalls so entwickeln wie es der ZEW-Indikator vorgibt. Ich denke, daß er noch einmal zurückgehen wird“, sagte Angele.
Andreas Schuerle von der Dekabank teilt nicht die Meinung des ZEW, daß der Schwung vom Export bereits in der Binnenwirtschaft ankomme: „Es ist wichtig zu konstatieren, daß wir weiter einen starken Impuls von Außenhandel haben das ist die Hauptbotschaft für die Konjunktur. Dies zeigen auch die ZEW-Daten für andere Regionen. Wesentliche Anzeichen für eine Belebung der Binnenwirtschaft sehe ich aber noch nicht“, sagte er.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.381,98 | −0,87% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2457 | −0,25% |
| Rohöl Brent Crude | 105,70 $ | −1,08% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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