Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im April weiter verbessert. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 98,2 Punkten im Vormonat auf 101,6 Punkte, wie das ifo Institut für Wirtschaftsforschung am Freitag in München mitteilte.
Es ist die zweite Verbesserung in Folge, nachdem die Stimmung im Februar überraschend einen leichten Dämpfer erfahren hatte. Zuvor war der Index bereits zehn Monate in Folge gestiegen: „Die deutsche Wirtschaft schaltet einen Gang höher“, konstatierten die Konjunkturforscher aus München.
Auch die tagelangen Flugausfälle wegen der Vulkanaschewolke werden die kräftige Konjunkturerholung nach Einschätzung des Münchner Ifo-Instituts nicht stoppen. „Das ist ein sehr kurzfristiger Effekt“, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger: „Die Frühjahresbelebung wird es nicht aufhalten.“
Stabilisierung am Arbeitsmarkt
Getragen wird die Erholung von der Industrie. Der schwächere Euro helfe den exportabhängigen Branchen, sagte Ifo-Experte Abberger. „Derzeit lasten die Firmen ihre Geräte und Maschinen deutlich stärker aus als zu Jahresbeginn.“ Immer weniger Industriefirmen planen deshalb, Stellen abzubauen. Insgesamt zeige sich der Arbeitsmarkt weiter sehr robust. Das stütze den Konsum, dem in der heftigen Wirtschaftskrise vergangenes Jahr noch eine schwache Zukunft vorausgesagt wurde.
Auch die Lage der Bauindustrie hat sich dem Ifo-Institut zufolge erheblich verbessert, nachdem der strenge Winter zu Jahresbeginn viele Baustellen über Wochen lahmgelegt hatte. Allerdings sind sie hinsichtlich der Geschäftsentwicklung im kommenden halben Jahr nicht mehr ganz so optimistisch wie im März.
Auch im Einzel- und Großhandel sowie bei den Dienstleistern hellte sich das Geschäftsklima auf. Die Bundesregierung rechnet mit einem Wachstum von 1,4 Prozent in diesem Jahr, die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute sind noch einen Tick optimistischer und erwarten ein Plus von 1,5 Prozent.
Der ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft.
