Home
http://www.faz.net/-gqf-6yq6k
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Konjunkturbarometer Ifo-Index legt weiter zu

Niedrige Arbeitslosenzahlen und die Aussicht auf höhere Löhne lassen insbesondere den Einzelhandel von guten Geschäften träumen. Auch insgesamt ist die Stimmung in den Führungsetagen der deutschen Unternehmen im März gestiegen. Der Ifo-Index legte zum fünften Mal in Folge zu.

© Lisowski, Philip Vergrößern Vor allem im Einzelhandel ist die Stimmung kräftig gestiegen.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im März überraschend den fünften Monat in Folge verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg um 0,1 auf 109,8 Punkte, teilte das Münchner Ifo-Institut am Montag mit, das für seine monatliche Erhebung rund 7000 Unternehmen befragen lässt. Obwohl das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer auf dem höchsten Stand seit Juli 2011 liegt, warnte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn vor allzu großer Euphorie: „Der Schwung lässt etwas nach.“ Die Aussichten bewerteten die Manager nur etwas besser als zuletzt, während sich die Geschäftslage nicht weiter verbessert habe.

„Potenzielles Risiko“

Verbessert hat sich Stimmung vor allem im Einzelhandel. Er hofft angesichts der sinkenden Arbeitslosigkeit und hoher Lohnabschlüsse auf gute Geschäfte. Am Optimismus änderte auch der hohe Ölpreis nichts, der die Inflation zuletzt überraschend angeheizt hatte. „Im Einzelhandel schlägt das noch nicht durch“, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe zu Reuters. „Im Großhandel ist es schon spürbar. Insgesamt ist es für die Unternehmen noch keine große Gefahr, aber ein potenzielles Risiko.“

Infografik / Ifo-Geschäftsklimaindex / März 2012 © F.A.Z. Vergrößern Im Überblick: Die Werte des Ifo-Geschäftsklimaindex in den vergangenen 12 Monaten

Im Großhandel, in der Baubranche und bei den Dienstleistern trübte sich die Stimmung etwas ein. Ebenso in der Industrie, die aber auf Impulse aus dem Exportgeschäft setzt und deshalb weiter Mitarbeiter einstellen will.

Optimistischerer Ausblick

Auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate schätzten die Manager insgesamt etwas positiver ein als zuletzt. Der Index für die Geschäftserwartungen stieg um 0,3 auf 102,7 Punkte. Die Geschäftslage wurde genauso beurteilt wie im Vormonat: Diese Kurve verharrte bei 117,4 Zählern.

Mehr zum Thema

„Das Bild, dass die deutsche Konjunktur wieder Fuß fasst, bleibt damit intakt“, sagte Rainer Sartoris, Volkswirt bei HSBC Trinkaus. Insgesamt sagen die meisten Ökonomen den 17 Euro-Ländern eine leichte Rezession in diesem Jahr voraus. Während es bei den Schwergewichten Deutschland und Frankreich bergauf gehen sollte, dürften viele Sorgenkinder am Rand der Euro-Zone wegen der Schuldenkrise an der Schwelle der Rezession bleiben.

Ende vergangenen Jahres war die deutsche Wirtschaft um 0,2 Prozent geschrumpft - es war der erste Rückgang seit fast drei Jahren. Positive Konjunkturdaten hatten Anfang des Jahres jedoch die Hoffnung aufkommen lassen, dass sich die Wirtschaft rasch stabilisiert und
spätestens im Frühjahr wieder wächst. Mehrere Institute erhöhten deshalb ihre Wachstumsprognosen für dieses Jahr. Das IWH Halle erwartet ein Plus von 1,3 Prozent. Die Bundesregierung geht von 0,7 Prozent aus.

Quelle: Reuters/DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Ifo-Index auf Zweijahrestief Deutsche Konjunktur auf Talfahrt

Der wichtige Ifo-Index ist zum sechsten Mal in Folge gesunken. Die Krisen in der Ukraine und im Nahen Osten verunsichern. An der Börse dreht der Dax ins Minus. Mehr

27.10.2014, 10:11 Uhr | Wirtschaft
Sechster Monat in Folge Ifo-Index fällt erneut

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Oktober den sechsten Monat in Folge eingetrübt. Der Geschäftsklima-Index fiel unerwartet deutlich. Mehr

27.10.2014, 13:44 Uhr | Wirtschaft
Aktienmarkt Konjunktursorgen wiegen schwerer als Stresstests

Die EZB stellt Europas Banken ein gutes Zeugnis aus. Zwar halten Analysten die Stresstests für glaubwürdig, doch die Anleger zweifeln - und sind beunruhigt von der Konjunktur. Bankaktien verlieren doppelt. Mehr Von Markus Frühauf

28.10.2014, 07:53 Uhr | Finanzen
Konjunkturforscher kritisieren Politik

Führende Konjunkturforscher machen die große Koalition mitverantwortlich für den Abschwung in Deutschland. Sie kritisieren in ihrem Herbstgutachten gesetzliche Regelungen - schlecht für die Konjunktur heißt es. Sie habe sich abgekühlt. Mehr

09.10.2014, 17:23 Uhr | Wirtschaft
Nullzins bleibt Fed beendet Anleihekäufe

Amerikas Notenbank Federal Reserve stellt ihre Anleihekäufe ein. Damit öffnet sie ein neues Kapitel in ihrer Krisenpolitik. Den Nullzins will sie aber zunächst beibehalten. Mehr Von Patrick Welter, Washington

29.10.2014, 19:07 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 26.03.2012, 11:15 Uhr

Geld rettet Japan nicht

Von Carsten Germis

Die japanische Zentralbank überrascht die Märkte mit einer noch weiteren Öffnung der geldpolitischen Schleusen. Doch das rettet das Land nicht. Mehr 5 12

Umfrage

Sparen Sie angesichts der niedrigen Zinsen noch?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Womit im Umweltschutz am meisten verdient wird

Deutsche Wind- und Solarenergie sind weltweit gefragt. Das gilt auch für andere Bereiche aus dem Umweltschutz, wie unsere Grafik des Tages zeigt. Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden