12.01.2007 · Vor allem die höhere Mehrwertsteuer bremse das Wachstum in den nächsten Monaten, meinen die Berliner Wirtschaftsforscher. Abgewürgt werde der konjunkturelle Aufschwung durch die Finanzpolitik allerdings nicht.
Die höhere Mehrwertsteuer wird nach Ansicht des DIW-Instituts das Wachstumstempo der Wirtschaft zum Jahresanfang etwas dämpfen, aber nicht abwürgen.
“Alles in allem wird die konjunkturelle Entwicklung zwar von den Auswirkungen der Finanzpolitik belastet, ein Abbruch des gegenwärtigen Aufschwungs ist jedoch derzeit nicht in Sicht“, erklärte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).
Für die Monate Januar bis März erwarten die Berliner Forscher einen Anstieg der Wirtschaftsleistung von knapp 0,4 Prozent. Für das Schlussquartal 2006 veranschlagen die Experten ein saison- und kalenderbereinigtes Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent.
Wachstum „so nicht erwartet“
Dieses kräftige Wachstum hatten auch die DIW-Konjunkturexperten “ so nicht erwartet. Verantwortlich für die positive Entwicklung sei die große Nachfrage vor der Mehrwertsteuererhöhung zu Jahresbeginn gewesen, die auf die Produktion durchgeschlagen habe.
Das Statistische Bundesamt hatte am Vortag nach ersten Berechnungen geschätzt, die Wirtschaft habe im vierten Quartal um rund 0,5 Prozent zugelegt. Wegen der Vorzieheffekte der Mehrwertsteuer sei eine Schätzung allerdings schwierig.
„Mehrwertsteuererhöhung wird Spuren hinterlassen“
Die positive Entwicklung zum Jahresanfang dürfte dem DIW zufolge abermals von einer robusten Industriekonjunktur getragen sein. Beim Bau sei hingegen mit einem leichten Rückgang zu rechnen.
Während Finanz- und Unternehmensdienstleistungen überdurchschnittlich zum Wachstum
beitragen dürften, würden sich öffentliche und private Dienstleistungen schwächer entwickeln, heißt es beim DIW. “Darüber hinaus ist zu erwarten, dass die Mehrwertsteuererhöhung sowie die nunmehr fehlenden vorgezogenen Käufe deutliche Spuren im Handel hinterlassen werden.“
Die Wirtschaft war 2006 vor allem wegen Impulsen aus dem Inland mit 2,5 Prozent so stark gewachsen wie seit sechs Jahren nicht mehr.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.381,98 | −0,87% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2457 | −0,25% |
| Rohöl Brent Crude | 105,70 $ | −1,08% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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