30.12.2004 · Trotz starkem Euro und hoher Ölpreise: Die deutsche Wirtschaft rechnet 2005 mit dem Aufschwung. Experten erwarten aber keine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt und die Verbraucher bleiben skeptisch.
Die deutsche Wirtschaft rechnet im kommenden Jahr mit einer Fortsetzung des begonnenen Aufschwungs. Dies hat die am Mittwoch veröffentlichte Verbandsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln ergeben.
Danach schätzen 22 der 43 befragten Wirtschaftsverbände die Stimmung in ihrer Branche zum Jahreswechsel besser ein als im Vorjahr. 13 Verbände halten die Situation für unverändert, acht Sparten beurteilen die Geschäftslage schlechter. Am Montag hatte schon der Deutsche Industrie- und Handelskammertag von "beachtlicher Zuversicht" der Industrie gesprochen.
Keine Trendwende
Als Grund für die Aufwärtstendenz nennt das IW die expandierende Weltwirtschaft und das Exportwachstum. "Hinzu kommt allerdings eine allmähliche Erholung der Inlandsnachfrage, die vor allem von anziehenden Unternehmensinvestitionen, aber auch einem gegenüber 2004 etwas höherem Konsum getragen wird", sagte IW-Direktor Michael Hüther. Zwar seien die Euro-Aufwertung und der hohe Ölpreis nicht zu vernachlässigende Konjunkturrisiken. Der insgesamt optimistische Ausblick auf 2005 werde dadurch aber nicht getrübt.
Keine Trendwende zeichne sich auf dem Arbeitsmarkt ab. Nur die Informationswirtschaft und der Maschinen- und Anlagenbau wollten mehr Mitarbeiter beschäftigen, dagegen sei in Wirtschaftszweigen wie dem Einzelhandel, dem Handwerk und der Bauwirtschaft mit weiterem Personalabbau zu rechnen. "Die deutsche Volkswirtschaft kommt einer Lösung der strukturellen Probleme, insbesondere der hohen Arbeitslosigkeit, auch im neuen Jahr nicht näher", sagte Hüther.
Skeptische Konsumenten
Die insgesamt positive Stimmung schlägt sich auch in den Produktions- und Umsatzerwartungen sowie in der Investitionsbereitschaft nieder. 23 Verbände erwarten eine etwas höhere Produktion und leicht steigende Umsätze, 13 sehen Stillstand, und nur sechs Branchen rechnen mit Rückgängen - darunter Bauwirtschaft, Handwerk und Handel. Höhere Investitionen planen vor allem der Maschinenbau, die Elektroindustrie, die Eisen- und Stahlindustrie sowie einige Dienstleistungsbranchen. Die chemische Industrie, die Autobranche und das Baugewerbe wollen zumindest ebensoviel investieren, nur in sieben Sparten fallen die Budgets den Angaben nach knapper aus.
Weiterhin skeptisch zeigen sich die deutschen Konsumenten. Wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg mitteilte, hätten sich die Konjunkturerwartungen im Dezember zum dritten Male nacheinander verschlechtert. Verantwortlich dafür sei die Sorge, daß der starke Anstieg des Euro-Kurses das Exportgeschäft deutscher Unternehmen bremsen könnte. Trotz des andauernden Pessimismus gingen die Verbraucher aber von steigenden Einkommen aus. Gleichzeitig seien sie eher wieder zu größeren Anschaffungen bereit.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.381,98 | −0,87% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2457 | −0,25% |
| Rohöl Brent Crude | 105,70 $ | −1,08% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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