31.03.2004 · Anders als in Deutschland, wo sich im März das Geschäftsklima eintrübte, hat sich die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe und unter den Verbraucher im Euro-Raum gehalten. Ökonomen sehen den Aufwärtstrend ungebrochen.
Das Wirtschaftsklima im Euro-Raum hat sich im März nicht geändert. Die Stimmung der Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes und der Verbraucher hat sich weder verschlechtert noch verbessert. Das zeigen die am Mittwoch veröffentlichen Wirtschaftsumfragen der Europäischen Kommission. Aus den Angaben geht hervor, daß der seit dem Frühsommer 2003 anhaltende Aufwärtstrend der entsprechenden Stimmungsindikatoren für die Europäische Währungsunion nicht gebrochen ist.
Dagegen hatten Stimmungsindikatoren aus Deutschland für März eine Verschlechterung des Geschäftsklimas angezeigt. Dies hatte in den vergangenen Tagen die Spekulationen auf eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) bei der morgigen Ratssitzung angeheizt. Die schlechte Entwicklung des Industrie- und des Verbrauchervertrauens hierzulande reicht den Angaben der EU-Kommission folgend aber bislang nicht aus, um die konjunkturelle Aufwärtserwartung im Euro-Raum zu brechen. Die unterschiedliche Entwicklung in Deutschland und im Euro-Raum erklärt sich nach Ansicht von Volkswirten zum Teil dadurch, daß der jüngste Rückgang deutscher Stimmungsindikatoren eine Korrektur zuvor überzogener Erwartungen in Deutschland wiederspiegelte. Die EZB richtet ihre Geldpolitik am gesamten Euro-Raum aus, nicht an einzelnen Mitgliedstaaten.
Industrie- und Verbrauchervertrauen stagnieren
Der Index des Industrievertrauens stagnierte im Euro-Raum im März bei minus 7 Punkten. Dabei ging die Stimmung der Konsumgüterproduzenten leicht zurück. Insgesamt wurden die Produktionserwartungen leicht schlechter als im Februar eingeschätzt. Der Index des Verbrauchervertrauens verharrte auf minus 14 Punkten; die Konsumenten sahen die künftige gesamtwirtschaftliche Entwicklung leicht schlechter als zuvor. Bauindustrie und Einzelhandel meldeten eine leicht verbesserte Stimmungslage.
Analysten werteten die Stimmungsindikatoren überwiegend als Bestätigung der weit überwiegenden Meinung, daß bei der EZB-Ratssitzung am Donnerstag keine Zinssenkung zu erwarten sei.
Inflationsrate über zwei Prozent im Sommer nicht ausgeschlossen
Dazu paßt auch, daß die Inflationsrate im Euro-Raum im März bei 1,6 Prozent verharrte. Das zeigten am Mittwoch erste Schätzungen von Eurostat, dem statistischen Amt der EU.
Nach Analyse der Ökonomen der Hypo-Vereinsbank entspricht diese Zahl einem Anstieg der Teuerungsrate gegenüber dem Vormonat um starke 0,6 Prozent, der vor allem durch Tabaksteuererhöhungen getrieben war. Die Märzdaten seien ein Warnschuß für diejenigen, die im Jahresdurchschnitt 2004 einen Fall der Inflationsrate auf rund 1,5 Prozent erwarteten. Die Bank schließt nicht aus, daß die Inflation im Sommer die Marke von zwei Prozent wieder zeitweise überschritten werde.
Preisauftrieb im Euro-Raum schwächt sich nur langsam ab
Detaillierte Angaben zur Preisentwicklung legt Eurostat erst Mitte April vor. Doch zeigen Analysen auf Basis nationaler Daten, daß die derzeit niedrige Inflationsrate vor allem auf einem statistischen Basiseffekt beruhen. Dieser entfällt in den kommenden Monaten, so daß die Inflationsrate wieder steigen sollte.
Die Hypo-Vereinsbank schließt dabei nicht aus, daß im Sommer die Marke von zwei Prozent wieder zeitweise überschritten werde. Die Kernrate der Inflation ohne Energie und Nahrungs- und Genußmittel dürfte nach Analyse der Commerzbank im März bei 1,9 Prozent verharrt haben. Trotz der schwachen Inlandsnachfrage und der aufwertungsbedingten Verbilligung der Einfuhr zeige sich, daß der Preisauftrieb im Euro-Raum sich nur sehr langsam abschwäche, heißt es.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.381,98 | −0,87% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2457 | −0,25% |
| Rohöl Brent Crude | 105,70 $ | −1,08% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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