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Konjunktur Wirtschaft unerwartet optimistisch

27.03.2007 ·  Volkswirte hatten die Stimmung der deutschen Unternehmen im März sinken sehen. Doch stattdessen legte der Ifo-Geschäftsklimaindex zu. „Der Aufschwung ist stark und robust“, sagt Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

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Das Konjunkturklima in der gewerblichen Wirtschaft hat sich im März entgegen den Erwartungen von Analysten verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 107 auf 107,7 Punkte. Die befragten rund 7000 Unternehmen schätzten sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate besser ein als zuvor, teilte das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung am Dienstag in München mit. „Der Aufschwung ist stark und robust“, erklärte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Im Januar und Februar hatte das Geschäftsklima sich eingetrübt, was das Ifo-Institut und Analysten auf die negativen Folgen der Mehrwertsteuererhöhung zurückführen. Der jetzige Anstieg des Geschäftsklimaindex wurde demzufolge am Dienstag überwiegend als Signal interpretiert, dass die Wirtschaft die höhere Steuerlast wohl recht gut wegstecken könne und die erwartete Konjunkturabschwächung am Jahresbeginn nicht von Dauer sein werde. „Das Geschäftsklima schwankt auf hohem Niveau, ist aber noch nicht deutlichen zurückgegangen“, sagte Holger Schmieding von der Bank of America. Im Einzelhandel zeigten sich erste Hinweise darauf, dass die Belastung durch die höhere Mehrwertsteuer auslaufe.

Einzelhandel vorsichtig optimistisch

So schätzten die Einzelhändler in der Ifo-Umfrage die Geschäftslage etwas weniger unzufrieden ein als zuvor; ihre Geschäftserwartungen sehen sie nach Ifo-Angaben „vorsichtig optimistisch“. Auch die Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe sahen Lage und Erwartungen positiver als zuvor. Weil die Erwartungen an das Auslandsgeschäft nahezu unverändert blieben, deutet die Verbesserung der Geschäftsklimas in der Industrie auf eine bessere Inlandskonjunktur hin. Im Baugewerbe und im Großhandel kühlte das Geschäftsklima sich im März leicht ab. Die Bauunternehmen werteten die Aussichten für die Zukunft weniger positiv als zuvor. Das vom Ifo-Institut in einer separaten Umfrage erhobene Geschäftsklima der Dienstleister veränderte sich im März nicht; die Unternehmen werteten die aktuelle Lage besser als zuvor, schätzten aber die Zukunftsperspektiven weniger günstig ein.

Nach nationalen Umfragen hat sich im März nicht nur das Geschäftsklima in Deutschland, sondern auch in Frankreich verbessert. In Italien, den Niederlanden und vor allem in Belgien kühlte das Geschäftsklima sich dagegen ab. Die gute Entwicklung in Deutschland und Frankreich vergrößert aber nach Auffassung von Analysten die Chance, dass die Wirtschaft im Euro-Raum sich im ersten Quartal besser entwickelt habe als bislang erwartet.

Glos: „Wachstum auf gutem Weg“

Bundeswirtschaftsminister Glos wertete den Ifo-Index als zusätzliches Anzeichen für einen fortgesetzten Wirtschaftsaufschwung. „Auch für dieses Jahr sind die Wachstumsaussichten sehr gut“, sagte er in Berlin. Wenn nicht negative außenwirtschaftliche Einflüsse oder zu hohe Lohnabschlüsse dazwischen kämen, befinde sich das Wachstum „auf einem guten Weg“, betonte er. Die Bundesregierung erwartet derzeit offiziell 1,7 Prozent Wachstum, will aber ihre Prognose Ende April überprüfen.

Unterdessen bekräftigte der Bundesverband des deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) seine Prognose für das BIP-Wachstum von ebenfalls 1,7 Prozent. Die Datenlage nach den ersten beiden Monaten dieses Jahres sei noch „zu dürftig“, um bereits jetzt eine Revision der Prognose nach oben vorzunehmen, sagte BGA-Präsident Anton Börner in Berlin.

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Von Heike Göbel

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