15.11.2005 · Die deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal um 0,6 Prozent gewachsen. Das ist deutlich mehr als im Frühjahr. Vor allem der Export trug zum Wachstum bei, aber auch die Investitionen legten zu.
Die deutsche Wirtschaft hat im Sommer wieder deutlich Fahrt aufgenommen.
Die Wirtschaftsleistung legte im dritten Quartal um 0,6 Prozent gegenüber dem Frühjahr zu, als die Wirtschaft lediglich um revidiert 0,2 Prozent gewachsen war, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Ein kräftiger Anstieg der Exporte trug zum Wachstum im dritten Quartal bei, auch die Investitionen legten zum Frühjahr deutlich zu. Volkswirte bemängelten, daß die Konsumenten sich offenbar weiter sehr zurückhielten.
Erholung könnte sich fortsetzen
Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten lediglich mit einem Wachstum von 0,5 Prozent zum Vorquartal gerechnet. Gerd Haßel von der BHF-Bank zeigte sich wie seine Kollegen erfreut über den Anstieg der Investitionen: „Damit dürfte der jahrelange Rückgang der Investitionen endlich zu Ende gegangen sein, das ist eine sehr gute Nachricht.“
Schon diverse andere Konjunkturindikatoren hatten zuletzt Hoffnungen genährt, daß sich die Erholung im Herbst und auch im kommenden Jahr fortsetzt - wenn auch nur mit mäßigem Tempo.
Der Export sorgt fast alleine für Wachstum
Damit war das im Sommer erwirtschaftete Bruttoinlandsprodukt (BIP) 1,3 Prozent größer als im Sommer 2004. Im Jahresvergleich sorgte der Export fast allein für Wachstum, während die Binnenwirtschaft kaum in Schwung kam.
Im Gegensatz zum zweiten Quartal gab es im Sommer fast genau so viele Arbeitstage wie ein Jahr zuvor. 39 Millionen Erwerbstätige erbrachten im Sommer die Wirtschaftsleistung, das waren 25.000 oder 0,1 Prozent weniger als vor einem Jahr.
„Die Stunde der deutschen Unternehmen“
Volkswirte beklagten, daß die deutsche Wirtschaft immer noch vom Export abhängt, während der private Konsum keine Lebenszeichen zeigt. „Dies ist die Stunde der deutschen Unternehmen. Ohne das überragende Abschneiden der deutschen Industrie wäre die Wirtschaft wieder geschrumpft“, sagte Andreas Rees von der Hypo-Vereinsbank. „Wir sind von einem selbsttragenden Aufschwung noch weit entfernt. Es sieht so aus, als hätten die privaten Haushalte die Flinte ins Korn geworfen.“
Auch Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim warnte: „Die Aussichten für den Konsum sind nach wie vor sehr gedämpft. Die Unternehmen werden sich mit einem Beschäftigungsaufbau weiter zurückhalten.“ Genauere Details zur Zusammensetzung des Wirtschaftswachstums werden die Statistiker am 22. November veröffentlichten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.376,54 | −2,24% |
| Dow Jones | 12.496,20 | −0,05% |
| EUR/USD | 1,2566 | −0,19% |
| Rohöl Brent Crude | 106,16 $ | −1,93% |
| Gold | 1.549,00 $ | −2,12% |
Anonym bewerben? Ist das gut?