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Konjunktur Wieder auf dem Weg zum Exportweltmeister

08.12.2006 ·  Die deutsche Wirtschaft ist auf dem besten Weg, in diesem Jahr zum vierten Mal nacheinander den Titel des Exportweltmeisters in der Warenausfuhr zu erlangen. Im Oktober stieg die deutsche Ausfuhr abermals rasant.

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Die deutsche Wirtschaft ist auf dem besten Weg, in diesem Jahr zum vierten Mal nacheinander den Titel des Exportweltmeisters in der Warenausfuhr zu erlangen. Im Oktober führte die Wirtschaft Waren im Wert von 84,1 Milliarden Euro aus, teilte das Statistische Bundesamt mit. Nach Angaben des Bundesverbands des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) ist das ein Rekord.

Im Oktober lag die Ausfuhr 22,6 Prozent höher als vor einem Jahr. Damit hat der ohnehin gut laufende Export im Herbst einen weiteren kräftigen Schub erhalten. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres hat die Wirtschaft Waren im Wert von fast 738 Milliarden Euro exportiert. Das sind 13,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Volkswirte und Statistiker riefen am Freitag Deutschland vorzeitig zum Exportweltmeister aus. Nach einer Prognose der Volkswirte von Unicredit/Hypo-Vereinsbank (HVB) wird Deutschland in diesem Jahr zum vierten Mal nacheinander mehr Waren an das Ausland liefern als die Vereinigten Staaten, China und Japan. In Dollar gerechnet, dürfte der deutsche Export in diesem Jahr die "magische Marke" von mehr als 1 Billionen Dollar durchbrechen, haben die HVB-Volkswirte berechnet.

China holt schnell auf

In den kommenden Jahren sei der Ehrentitel des Exportweltmeisters aber gefährdet, analysiert die Bank. China, das in den vergangenen Jahren im Güterexport deutlich zugelegt hatte, könnte den Deutschen 2007 oder 2008 den ersten Platz streitig machen. Dies unterstellt, daß die Ausfuhr sich wie zuletzt entwickelt.

Bezieht man in den Ländervergleich auch den Außenhandel mit Dienstleistungen ein, sind nach der HVB-Analyse die Vereinigten Staaten auch 2006 die weltgrößte Exportnation vor Deutschland.

Abschwächung der Ausfuhr erwartet

In der kurzfristigeren konjunkturellen Sicht erwarten Volkswirte wie die BGA nach den Rekordzahlen der Ausfuhr, daß der Außenhandel im Jahresschlußquartal einen guten Beitrag zum Wirtschaftswachstum liefern wird. Saisonbereinigt wuchs die Warenausfuhr von September auf Oktober um kräftige 2,6 Prozent, nachdem sie im September um 6,5 Prozent gewachsen war. Die Gütereinfuhr ging im Oktober leicht um 0,2 Prozent zurück. Der Handelsbilanzsaldo, die Differenz zwischen Ausfuhr und Einfuhr, stieg saisonbereinigt von 15,1 Milliarden Euro im September auf 17,3 Milliarden Euro im Oktober.

In die Berechnung des Wirtschaftswachstums gehen diese nominalen Zahlen preisbereinigt ein. Volkswirte der Commerzbank und der HVB erwarten dennoch, daß real ein positiver Beitrag für das Wachstum herauskommt. Die Commerzbank sieht sogar eine Chance, daß die Wirtschaft im vierten Quartal stärker als die bislang von ihr prognostizierten 0,5 Prozentpunkte im Quartalsvergleich wachsen könnte.

Der zuletzt schwächere Auftragseingang der Industrie aus dem Ausland deute indes darauf hin, daß die deutsche Ausfuhr sich in den kommenden Monaten eher schwächer als zuletzt entwickeln dürfte.

Der Außenhandelsverband BGA war vor allem erfreut über das starke Ausfuhrplus in Länder außerhalb der Europäischen Union. Im Oktober führten die hiesigen Unternehmen im Jahresvergleich fast 18 Prozent mehr in EU-Staaten aus, aber 31 Prozent mehr in Drittländer.

Quelle: pwe. / F.A.Z., 09.12.2006, Nr. 287 / Seite 13
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