15.03.2006 · Das Institut für Wirtschaftsforschung in Halle aktualisiert seine Konjunkturerwartungen: 1,7 Prozent Wachstum in diesem Jahr - deutlich mehr als 2005. Doch 2007 falle es auf 1,2 Prozent zurück.
Die deutsche Wirtschaft muß sich wegen der Mehrwertsteuererhöhung im kommenden Jahr nach Einschätzung des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) bereits wieder auf ein langsameres Wachstumstempo einstellen.
Zwar werde die Wirtschaft in diesem Jahr mit einer Rate von 1,7 Prozent deutlich schneller wachsen als im vergangenen Jahr mit 0,9 Prozent, wie das IWH am Mittwoch in seiner neuen Konjunkturprognose mitteilte. 2007 falle das Wirtschaftswachstum dann aber bereits wieder auf eine Rate von 1,2 Prozent zurück. Den kurzzeitigen Auftrieb in diesem Jahr führt das IWH auf Vorzieheffekte der Mehrwertsteuererhöhung zurück. So würden auf Kosten der Sparneigung 2006 von den Konsumenten Anschaffungen vorgezogen, um noch von dem geltenden niedrigeren Steuersatz zu profitieren. In diesem Jahr erwartet das IWH ein Plus beim privaten Konsum von 0,4 Prozent und 2007 von nur 0,2 Prozent.
Kosum gewinn vorübergehend an Fahrt
„Der Konsum der privaten Haushalte wird an Fahrt aufnehmen - allerdings nur vorübergehend“, schrieben die Ökonomen des IWH, das zu den führenden Wirtschaftsforschungsinstituten gehört. Positiv zu Buche schlügen dieses Jahr auch weiter die Impulse von der Weltwirtschaft und die Investitionstätigkeit, die sich noch einmal verstärken sollte. Das IWH rechnet mit einem Anstieg der Ausrüstungsinvestitionen in diesem Jahr um 5,5 (2005: 4,0) Prozent und 3,5 Prozent im kommenden Jahr. Insgesamt sollte die inländische Verwendung damit 2006 um 1,2 Prozent zulegen, im nächsten Jahr dann aber nur noch um 0,2 Prozent steigen.
Beim Export erwartet das IWH in diesem Jahr einen Zuwachs von 7,1 (6,3) Prozent und im nächsten Jahr von 6,1 Prozent. Die Importe sollten 2006 um 6,4 (5,3) Prozent zulegen und dann 2007 um 4,0 Prozent steigen. Die Arbeitslosenquote sieht das IWH in diesem Jahr auf 10,7 (11,1) Prozent und dann auf 10,3 Prozent sinken. „Im Jahr 2007 werden Impulse fehlen, es sei denn, die von der Politik induzierte Nachfragebelebung würde einen selbsttragenden Aufschwung auslösen.“ Solche Hoffnungen enttäuschte das IWH: „Dies ist aber nicht zu erwarten.“
Immerhin sollte das Finanzierungsdefizit des Staates in diesem Jahr aber auf 2,7 (3,3) Prozent des Bruttoinlandsprodukts sinken und 2007 auf 1,8 Prozent zurück gehen. Zuletzt hatten das Institut für Weltwirtschaft in Kiel und das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung ihre Prognosen für 2006 auf 2,1 beziehungsweise 1,8 Prozent angehoben. Das IWH bestätigte seine Prognose vom Dezember.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.382,67 | −0,82% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2457 | −0,25% |
| Rohöl Brent Crude | 105,70 $ | −1,08% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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