26.05.2004 · Aktuelle Konjunkturdaten bestätigen die Erwartungen einer verhaltenen Aufwärtsbewegung der deutschen Wirtschaft. Exportabhängigkeit und hoher Ölpreis bleiben jedoch die Schwächen der Wirtschaft.
Aktuelle Konjunkturdaten bestätigen die Erwartungen einer verhaltenen Aufwärtsbewegung der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr. Dem Ifo-Geschäftsklimaindex zufolge blicken die Unternehmen auch im Mai positiv in die Zukunft, und nach den Wachstumszahlen des Statistischen Bundesamtes hat der Export der deutschen Volkswirtschaft gut in das neue Jahr geholfen.
Die Daten zeigen jedoch zugleich, daß nach wie vor die schwache Binnennachfrage und der hohe Ölpreis die Konjunkturerholung gefährden. Aufgrund des starken Ölpreisanstiegs hat sich die Jahresteuerungsrate nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes deutlich von 1,6 Prozent im April auf 2,1 Prozent im Mai erhöht und übersteigt damit erstmals seit Anfang 2002 wieder die 2-Prozent-Marke. Im Vergleich zum Vormonat ergibt sich eine Veränderung von 0,3 Prozent.
Ölpreis hat die Stimmung noch nicht belastet
Der hohe Ölpreis hat die Stimmung der Unternehmen in Deutschland bisher nicht belastet. Nach der monatlichen Umfrage des Münchener Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) zu aktueller Geschäftslage und Erwartungen hat sich die Stimmung insgesamt zwar leicht eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im Mai leicht auf 96,1 Punkte, nach 96,3 Punkten im April. Da sich die Erwartungskomponente des Indexes jedoch leicht von 97,7 auf 97,8 Punkte verbesserte, bleibt der Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, zuversichtlich, daß sich der moderate Aufschwung in der deutschen Wirtschaft in den kommenden Monaten fortsetzt.
Aufgrund der geringen Veränderung des Ifo-Indexes rechnen auch Bankvolkswirte weiterhin mit einer Erholung der deutschen Konjunktur. Die Lagebeurteilung sank um 0,5 auf 94,4 Punkte. Während sich die Stimmung in der deutschen Industrie im Mai verbesserte, trübte sich die Lage vor allem im Bauhauptgewerbe und im Großhandel ein. Der Ifo-Index ist einer der wichtigsten Frühindikatoren der deutschen Wirtschaft.
Wachstum verdankt sich allein dem Export
Die moderate konjunkturelle Erholung zeigt sich auch in den Daten des Statistischen Bundesamtes. Demnach ist die deutsche Volkswirtschaft im ersten Vierteljahr 2004 so stark gewachsen wie seit Anfang 2001 nicht. Die Statistiker bestätigten ihre Schnellschätzung, nach welcher das reale (in Preisen von 1995 gemessene) Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal saison- und kalenderbereinigt um 0,4 Prozent zugelegt hat (F.A.Z. vom 15. Mai). Gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres stieg die Wirtschaftsleistung sogar um 1,5 Prozent auf 490,9 Milliarden Euro. Dabei half, daß es im ersten Quartal 2004 einen Arbeitstag mehr gab als 2003. Ohne diesen Effekt hätte der Zuwachs noch 0,7 Prozent betragen.
Allerdings ist das Wachstum allein einem deutlich gestiegenem Außenbeitrag zu verdanken. Den Angaben zufolge erhöhte sich der Export im ersten Vierteljahr gegenüber dem Vorquartal um 4,6 Prozent. Zwar nahm der Import zugleich verhältnismäßig kräftig um 2,9 Prozent zu. Dennoch betrug der Wachstumsbeitrag des Außenbeitrags, also des Saldos von Aus- und Einfuhr, noch 0,8 Prozent. Dagegen schrumpften fast alle Komponenten der inländischen Nachfrage. Nur die Ausgaben für den privaten Konsum verharrten auf dem Niveau des Vorquartals, und die Investitionen in sonstige Anlagen stiegen um 0,7 Prozent. Die Ausrüstungsinvestitionen fielen um 0,4 Prozent, die Bauinvestitionen um 3,1 Prozent. Insgesamt sanken die Investitionen um 1,8 Prozent. Damit erfüllten sich die Erwartungen vom Schlußquartal 2003 nicht, daß die wirtschaftliche Erholung auf die Binnennachfrage übergreift. Im Schlußquartal 2003 hatten die Investitionen noch um 1,6 Prozent zugelegt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.382,67 | −0,82% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2457 | −0,25% |
| Rohöl Brent Crude | 105,70 $ | −1,08% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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