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Konjunktur Stimmung in der Wirtschaft steigt

26.08.2009 ·  Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im August zum fünften Mal in Folge und zudem deutlicher als erwartet aufgehellt. Dennoch könne man nicht davon ausgehen, dass die Erholung nachhaltig sei, warnte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger.

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Die Stimmung in den Chefetagen der Wirtschaft hat sich im August deutlich aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 90,5 Zähler von 87,4 Punkten im Vormonat, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Mittwoch mitteilte. Das ist bereits der fünfte Anstieg in Folge. Analysten hatten lediglich mit einem Anziehen des Barometers auf 88,9 Zähler gerechnet. Die 7000 befragten Unternehmen bewerteten sowohl ihre Geschäftslage als auch die Aussichten für das nächste halbe Jahr besser. Der Euro stieg nach den Daten nur kurzfristig auf ein Tageshoch.

„Die Wirtschaft in Deutschland erholt sich langsam von ihrem Fall“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Dennoch könne man nicht davon ausgehen, dass die Erholung nachhaltig sei, warnte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger. Im Herbst und im kommenden Jahr sei mit einem kräftigen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen. Diese düsteren Aussichten für den Arbeitsmarkt werden teilweise durch die Umfragedaten gestützt: „Bei den Industriefirmen bleiben die Planungen klar auf Beschäftigungsreduzierung ausgerichtet“, teilte das Ifo mit. Da die Unternehmen nicht mehr mit einer Verschlechterung der Geschäfte im kommenden halben Jahr rechnen, soll der Rotstift beim Personalbestand jedoch nicht so kräftig eingesetzt werden wie bislang beabsichtigt.

Das Geschäftsklima hellte sich durch die Bank in Industrie, Baugewerbe sowie im Groß- und Einzelhandel auf. Der Teilindex für die Aussichten stieg auf 95,0 Zähler von 90,4 Punkten. Die Geschäftslage sehen die Manager ebenfalls in günstigerem Licht: Das Barometer stieg auf 86,1 Punkte von 84,4 Zählern.

Analysten sehen nun gute Aussichten für eine weitere konjunkturelle Erholung: „Wir erwarten robuste Wachstumsraten im zweiten Halbjahr“, sagte Stefan Schilbe von HSBC Trinkaus. Die schwerste Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik war im Frühjahr zu Ende gegangen, nachdem die Wirtschaft zuvor vier Quartale in Folge geschrumpft war. Die Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal um 0,3 Prozent. Konsum, Bauinvestitionen und Außenhandel schoben die Konjunktur wieder an.

Jörg Lüschow von der West LB gießt aber Wasser in den Wein: „Ich bin überrascht, dass sich die Geschäftserwartungen noch einmal so deutlich verbessert haben.“ Zwar siganlisiere der stärkste monatliche Anstieg seit der Wiedervereinigung, dass sich das Wachstum im dritten Quartal noch einmal verstärkt habe. „Gleichwohl bleiben wir etwas skeptisch, was die mittelfristige Entwicklung betrifft, und sehen noch erhebliche Belastungen auf die deutsche Wirtschaft zukommen. Es würde uns nicht überraschen, wenn wir zum Jahresende hin schwächere Ifo-Daten sehen werden.“

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