09.11.2005 · Die rege Nachfrage nach deutschen Produkten im Ausland hat die Wirtschaft im Sommer wieder auf Wachstumskurs gebracht. Für dieses Jahr scheint der Schub aus dem Export gesichert. Für danach sind Zweifel angebracht.
Die rege Nachfrage nach deutschen Produkten im Ausland hat die Wirtschaft im Sommer wieder auf Wachstumskurs gebracht.
Im September erhöhten sich die Waren-Exporte mit einem Rekordwert von 69,5 Milliarden Euro im Monatsvergleich saisonbereinigt um 2,5 Prozent und übertrafen den Vorjahresstand um 12,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte.
Importdaten geben Hoffnung für die heimische Nachfrage
“Die Weltwirtschaft schiebt erneut die deutsche Konjunktur an“, kommentierten die Volkswirte der Commerzbank die Daten. Nach Ansicht von Christiane Seyffart von der Dresdner Bank deuten zudem die Importdaten zumindest auf eine leichte Belebung der bislang flauen heimischen Nachfrage hin. “Die Investitionen sind angesprungen“, sagte die Analystin.
Die Importe lagen mit 54,5 Milliarden Euro um 1,2 Prozent unter dem Stand vom August und 9,8 Prozent über Vorjahresniveau. Die deutsche Handelsbilanz schloß damit mit einem Überschuß von 15,0 Milliarden Euro, die Leistungsbilanz mit einem Plus von 7,4 Milliarden Euro.
Ökonomin rechnet mit Quartalswachstum von 0,5 Prozent
Zuletzt hatte eine Reihe guter Daten aus der Industrie Belege geliefert, daß die Wirtschaft nach der Flaute im Frühjahr nun wieder auf Wachstumskurs ist. “Die Delle aus dem zweiten Quartal ist überwunden, das ist klar“, sagte Seyffart, die mit einem Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent im Quartalsvergleich rechnet. Dazu dürften auch die zunehmenden Investitionen beigetragen haben. Die Konsumenten haben dagegen ihre Ausgaben nach Ansicht der Experten erneut eingeschränkt.
Solides Wachstum bis zum Jahresende wahrscheinlich gesichert
Angesichts der prall gefüllten Auftragsbücher der Industrie rechnen die Experten zumindest bis Jahresende mit einem soliden Wachstumsschub vom Export. Für kommendes Jahr sehen einige Ökonomen aber dunkle Wolken aufziehen: “Die Exporte in die Haupthandelspartner wie die Vereinigten Staaten und die alte EU zeigen abnehmendes Wachstum“, sagte Alexander Koch von der Hypo-Vereinsbank. “Wir erwarten, daß mit dem Ende des Hausbooms dort sich die Nachfrage nach deutschen Gütern abschwächt.“ Die fünf Wirtschaftsweisen rechnen dagegen in ihrem Jahresgutachten mit einem beschleunigten Exportwachstum im kommenden Jahr.
Im September legten die Ausfuhren nach Angaben des Statistikamts in die anderen Länder der Euro-Zone im Vergleich zum Vorjahr um 8,2 Prozent auf 29,5 Milliarden Euro zu, in den Rest der EU wurde mit 14 Milliarden Euro 13,3 Prozent mehr exportiert. Die Ausfuhren in die Länder außerhalb Europas legten um 18,3 Prozent auf 26 Milliarden Euro zu.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.382,67 | −0,82% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2457 | −0,25% |
| Rohöl Brent Crude | 105,70 $ | −1,08% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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