http://www.faz.net/-gqe-74sbp

Konjunktur : Schwächt sich Amerikas Wirtschaft doch ab?

  • Aktualisiert am

Der alte und neue amerikanische Präsident Barack Obama unterschrieb im Februar 2009 ein beinahe 800 Milliarden Dollar umfassendes Programm, um die erlahmte Konjunktur anzukurbeln. Bild: dpa

Zum ersten Mal seit der Präsidentschaftswahl ist in den Vereinigten Staaten der wichtige Einkaufsmanagerindex für die Industrie herausgekommen. Er fiel deutlich schwächer aus als erwartet.

          Die amerikanische Wirtschaft entwickelt sich womöglich doch schlechter. Der zumal an den Finanzmärkten viel beachtete Einkaufsmanagerindex des Instituts for Supply Management für das Verarbeitende Gewerbe der größten Volkswirtschaft der Welt für November ist von 51,7 auf 49,5 Punkte gesunken und damit unerwartet schwach ausgefallen. Professionelle Marktbeobachter prognostizierten einen Wert von 51,4. Das wäre zwar auch ein Rückgang gewesen. Die auf einer Umfrage basierende Kennzahl signalisiert allerdings bei Werten oberhalb von 50 eine zunehmende Wirtschaftsaktivität, bei Werten unterhalb dieser Schwelle eine zurückgehende.

          Die konjunkturelle Entwicklung der Vereinigten Staaten war eines der zentralen Themen im zurückliegenden Präsidentschaftswahlkampf gewesen. Der weiterhin amtierende Präsident Barack Obama musste sich rechtfertigen ob der für amerikanische Verhältnisse im langfristigen Trend nach wie vor hohen Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote verharrt zwar weiter in der Nähe von 8 Prozent. Sie ist allerdings seit dem Jahresbeginn zurückgegangen. Außerdem sind in der privaten Wirtschaft in Amerika tendenziell jeden Monat des laufenden Jahres mehr neue Stellen geschaffen worden als erwartet.

          Stütze für Europa - auch für Deutschland

          Zuletzt hat sich dies auch in der jüngsten vorliegenden festen Wachstumszahl niedergeschlagen: Das amerikanische Bruttoinlandsprodukt legte im dritten Quartal um auf das Jahr hochgerechnet 2,7 Prozent zu - deutlich stärker als zunächst in einer vorläufigen Schätzung angenommen. Wesentlich dazu beitragen auch die Exporte.

          Eine stärkere wirtschaftliche Entwicklung in Amerika ist zugleich gut für die in einer Rezession steckenden Länder der Eurozone und auch für Deutschland, dessen Wirtschaft sich in diesem Umfeld weiterhin vergleichsweise robust zeigt. Noch vor den Vereinigten Staaten fällt aber die Rolle der Wachstumslokomotive weiterhin wesentlich China zu, für dessen Industrieproduktion am Wochenende zum ersten Mal seit ungefähr zwölf Monaten eine Steigerung vermeldet worden war.

          Quelle: FAZ.NET

          Weitere Themen

          Börse in Amerika feiert Video-Seite öffnen

          Trump lobt sich : Börse in Amerika feiert

          Stand der Dow Jones zum Amtsantritt von Donald Trump vor einem Jahr noch bei rund 20.000 Punkten, hat der amerikanische Aktienindex inzwischen die 25.000-Punkte-Marke überflügelt. Trump reklamiert das als persönlichen Erfolg, doch viele Analysten machen eher die gut laufende Weltwirtschaft für den Höhenflug verantwortlich.

          Jetzt also doch der Handelskrieg?

          Amerika gegen China : Jetzt also doch der Handelskrieg?

          Der Ton wird rauer zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Donald Trump droht Peking eine gewaltige Geldbuße an. Doch das Verhältnis zwischen den Supermächten ist hochkompliziert – nicht nur wirtschaftlich.

          Kurz vorm „Shutdown“ Video-Seite öffnen

          Amerikanischer Haushaltsstreit : Kurz vorm „Shutdown“

          In den Vereinigten Staaten droht wieder ein Herunterfahren von Regierung und Verwaltung aus finanziellen Gründen. Der Senat könnte dies noch verhindern, wenn er am Freitag der Gesetzesvorlage für eine erneute Zwischenfinanzierung zustimmt.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Diesel-Fahrverbot : Fahrt ins Blaue

          Bald darf kein Diesel mehr in die Stadt. Das hat wenig mit Fakten, viel mit Aktionismus zu tun. Ein Kommentar.

          Vor Sonderparteitag : Schulz bittet SPD-Mitglieder in Brief um Groko-Zustimmung

          Kurz dem entscheidenden Sonderparteitag wendet sich Martin Schulz in einem Brief an die SPD-Mitglieder und wirbt eindringlich für die große Koalition. Auch andere Spitzen-Genossen aus Bund und Ländern rühren die Werbetrommel – in den Umfragen sackt die SPD aber weiter ab.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.